KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 4 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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96 Bücher- und BtStterfrtzau. (beschichte und Entwicklung der studentischen Verbände vonP.Seiffert. Verlag R.Nisrhkvlvsk»),Breslau 1913.. Versendung nur gegen Voreinsendung von Mk. I.liä' oder gegen Nachnahme. j Der Verfasser will eine möglichst ausführliche und! »»»»parteiische Geschichte der studentischen Verbände geben, die zum Teil ans den Handbüchern der Verbände, zum Teil auch aus besonderen Mitteilungen der Korporationen geschöpft ist. Man »nutz dem Verfasser zugestehen, daß ihm seine Absicht in vorzüglicher Weise geglückt ist. Das Buch enthält aus 129 Seiten eine knappe Uebersicht Liber die sämtlichen bestehenden Verbände. (Die Zer-: splitterung der deutschen Studentenschaft wird durch die i Tatsache charakterisiert, daß nicht tveniger als HO Ver-' bände besprochen sind.) Von jeden» einzelnen Verband »vird ein knapper Abriß der Geschichte gegeben; außerbe»H werden die sämtlicher» Verbindungen aufgesührt und schließlich bringt der Verfasser für jeden Verband eine Tabelle mit der Zahl der Verbindungen für jedes Jahr seit Bestehen des Verbandes. Das Buch, das dunh Nachträge bis Oktober 1913 fortgeführt ist, gibt eine so klare Uebersicht über das Studententum »vie kann» ein anderes derartiges Buch und ist daher für die Fuchsenstunde und als Nachschlagebuch besonders geeignet. Es kann allen Verbindungen zur Anschaffung dringend empfohlen werden. Karl Lörvenstein. oder der andere ein paar der kleinen grünen Monatshefte zur Hand nimmt, ist kennzeichnend für die Lage der Dinge, um die es sich hier handelt. Es dürfte kaun» auf einem Gebiet gegenwärtig möglich sein, irgendtvelche Beratungen abzuhalten und gar Beschlüße zu fnssenohne der Meist- oder gar Alleinbetroffenen Meinung über die betreffenden Punkte zu hören. Nur in einer einzigen Frage urteilt »nan im»»»er noch über die Köpfe der Nächstbeteiligten hinweg: in der dauernd aktuellen Frage der „Jugendkultur". Gerade die Herren, die Koloffales schaffen könnten — daß wir eine zeitgemäße Jugendkultur noch nicht haben, bedarf wohl keines näheren Beweises —, die öffentlichen Lehrer jeder Art huldigen mit geringen Ausnahinen dem Satze: „Für die Jugend, nicht durch die Jugend!" Und sie verkennen dabei die fast banale Weisheit, daß es doch nie eine Jugendkultnr ohne die Jugend geben und »nan durch Zwang alles, bloß keine Kultur erreichen kann. Sie, dre sogenannten „Pädagogen", sind aus diesen? Grunde die natürlichen Gegner »hrer Zöglinge; wenigstens derer, die wissen, was auf dem Spiele steht. Gegen sie müssen die Zöglinge, seien es nun Drittel- oder Real-, schüler, Gymnasiasten, Klosterzöglinge, Studenten, Seminaristen, sich wehren, müssen die Meinung, um die sie nicht gefragt »verden, ungefragt Vorbringen; dazu ist der „Anfang" da. Was die Zeitschrift »vill, besagt der Titel. S»e ist eine Zeitschrift der Jugend, die a»»fängt, eine eigene geistige Tätigkeit zu entfalten,' die nicht »nehr bloß gläubig nachbetet, sonder»» aus innerstern Herzen getrieben wird, zu dem, was sie hört, Stellung zu nehmen und selbst zu urteilen. „Unreife Jungen", „Primaneraufsätze", — das sind die Aeußerungen der Herren „Pädagogen" über diese Jugend und ihre Arbeiten; sie wiffen nicht, daß, wenn diese Borwürfe berechtigt sind, sie selber die Schuld daran, tragen, und daß solche Aeutzerungen von ihrer und — leider! — vieler Eltern Seite es auch sind, auf deren Skonto hanptsachlich die heut nicht mehr »vegzuleugne»»de geistige Entfrenidung zwischen den besten Elemente»» der Juge,»d ei»»crseits und Sch»»le (jeder Art) undElternhaus auf der andern Seite zu setzen ist. . . . Ich spreche »on de»» „besten Elementen der Jugend"; das ist es, was den „Anfang" so vorteilhaft von anderen Zeitschriften ähnlicher Tendenz, die „Talente fördern" »vollen uub dergleichen, unterscheidet, daß hier nicht unreife Phantasrnagorien einzelner ungesunder Naturen propagiert werden, sondern daß gesunde, kluge, selbständige Jungen und Mädel ihre gemeinsamen Nöte u»»d Zrve»fel erkannt haben, sie inrteinander besprechen und Ansrvege finden wollen Die bis jetzt erschienenen acht Hefte lzu je zwei Bogen) enthalten »nehr Material, als in zehn Jugendreformkongressen zutage gefördert »vird, bloß »veil die Nächstbeteiligten und -berufenen reden; rede»», »vie sie müssen, wenn sie ehrlich sein wollen. Und das ist das Gemeinsame aller Auffätze im Anfang", rnögen sie nun mehr oder weniger klar, positiver oder negativer, sympathisch oder weniger sympathisch sein: unbedingte Ehrlichkeit in jedem Gedanken, jeder Gefühlsäußerung! — Abgesehen von dieser Tugend hat der „Anfang" auch noch den Vorzug, gesunde, meist recht klare und vielseitige Auffätze zu bringen. Er ist nicht, »vie man zuerst fürchtete, bei einer öden (weil zwecklos detaillierten) Polemik gegen den Schulunterricht stehen geblieben, sondern erörtert tatsächlich fast alle Fragen des Gebietes, das »nan kurz „Jugendkultur" nennt, in Form einer lebhaften Diskussion der Mitarbeiter. Daß nur brauchbare Arbeiten abgedruckt und die Hefte immer besser und interessanter werden, dafür sorgen die Herausgeber Georges Barbizon-Berlin, neben de»n als verantwortlicher Redakteur.der Begründer der „Freien Schulgemeinde, vr. G. Wyneken, steht, und Siegfried Bernfeld, der Arbeitsleiter des Akadernischen Komitees für Schulreform in Wien (Verlag der „Aktion"). Einzelnes über die Auffätze zu sagen, ist zwecklos; sie wollen gelesen werden. . . Warum dies alles hier steht? Weil der „Anfang" sich an die gesainte Jugend und besonders an die Akaderniker »vendet als die unter den vorgeschrittenen" den „Anfangende»»" an» nächsten Stehenden. Und weil außerdein der K.C. wie jede Organisatton, die auch außerhalb ihres geschloffenen Kreises (und gerade außerhalb) irgendwelche Kulturarbeit zu leisten hat, verpflichtet ist, irn Sinne seiner speziellen Bestreb»mgen auch bei der Schaffung einer „Jugend kultur" mitzuwirken. Dieser Hinweis genügt hoffentlich. Leser und Mitarbeiter braucht der „Anfang" und soll sie mrch unter der» K. C.ern finden! Arth»rr Wolfgang. Schluß der Redaktion für Nr. 5. Für studentische Nachrichten . . .18. Jan. 1914. Für den Anzeigenteil.25. Jan. 1914. Aufsätze allgemeinen Inhalts werden jederzeit entgegengenommen und kommen nröglichst in der nächsten Nummer zürn Abdruck. Verleger und verantwortlicher Redakteur: Rechtsanwalt Karl Löwenstein II, Aache»», Augustastr. 2, Ecke Wilhelmstr. Druck: Aachener Verlags- und Druckerei-Ges. Kaffenverrvaltting: Referendar O. F. Herrmanns, Cöln, Roonstr. 11. Postscheckkonto Cöln 16428. -