Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1914-01-01 · Heft 4 (1.1.1914) · p. Seite 94

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 4 (1.1.1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 94 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268874-2268879--1071-3522774
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

94 Eine Neuerung wurde insofern eingeführt, als wir den offiziellen Teil unserer Sonnabendsmeipen mit Referaten eröffneten, durch deren Inhalt in» Sinne der' Ausbildung des K. C.-Verständnisses erzieherisch auf die Bundesbrüder gewirkt »verden soll. Den ersten/ Vortrag hielt unser Erstchargierter Aron über Tendenz' und Ziele des K. C., den zweiten unser l. A. H. Dipl.-Jng./ Auerbach, der sich Studien halber hier aushält, über die Geschichte der Darmstädter Biadrina, von der Gründung! und dem Verlauf der ersten neun Semester. Daran, anschließend wird unser l. i. a.B. Kadden die neuere? Geschichte bis heute auf der nächsten Kneipe behandeln.! Vom Allgemeinen Studentenverband wurde ein« interessanter Vortrags- und Diskussionsabend ver-s anstaltet, zu dem die Verbindung offiziell erschien. Kapitänleutnant Paasche sprach über „Die Jugend von! morgen". Er behandelte vor allen» die Bewegungen! des Freideutschen Jugendoereins, der Vereine Wander-? vogel und Pfadfinder. und suchte die Studentenschaft', für Sport, Abstinenz und Lebensreform zu begeistern.! In der Loge besuchten wir den Vortrag von; Fräulein Mansbacher aus Worms über „Napoleons! Sohn, den Herzog von Reichstadt". Am 17. Dezember - fand eilte Damenkneipe statt, über deren Verlauf wir/ »roch berichten roerden. Seit Beginn des vorigen Monats verlegte»» »vir; unser offizielles Cafe mittags von 2l/4—274 in das, Cafe Ernst-Ludrvig, Rheinstraße. Die Weihnachtsferien - begannen an» 18. Dezember und schließen am 6. Januar, j Saxo-Bavaria. Wir können auf ein glückuch ver-- laufenes Halbsemester zurückblicken, das ausgefüllt »var, von reger ^geistiger und körperlicher Betätigung der! Bbr.Bbr. Wir haben ganz besonders u»»sere regelmäßig? wöchentlich stättfindenden Vortragsabende ausgebaut.! .Reben Borträgen aus den verschiedensten Gebieten des? Judentums machten uns Referate über die wichtigsten! Artikel der. führenden jüdischen Zeitschriften mit denmomentanen Strömungen im Judentum bekan»»t. -! Am Anfang dieses Monats veranstalteten wir mit! »»»»seren Couleurdamen einen Ausflug nach den» idyllisch! Teilen Waldcafe Connewitz, wo im Laufe des' ds Damenkneipe, heitere Vorträge und Tanz »»»; schönster Weise aufeinander folgten. Während der Kneipe? machte unser Tendenzfuchsmajor den Versuch, in einer' gut durchdachten Tendenzrede auch bei unfern Damep das . Interesse an unfern Bestrebungen u»»d Idealen' wachzurufen und rege zu halten. , \ Wir schloffen das Halbsemester mit einem gemüt-? lichen Frühschoppen in» Thüringer Hof am 18. Dezember. Das r»eue Halbsemester beginnt au» Do»»nerstag, den 10. Januar, »vie üblich mit eine»»» Frühschoppen im Thüringer* Hof. Friburgia. Das Verbindungsleben nah»»» auch in» Dezember-einen erfreulichen Verlauf. Wir beschäftigten uns weiterhin mit all den», was uns irr tendenzieller insicht fördern kann. So nahmen wir rvieder an alle»» orträgen des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur und des Jugend Vereins teil. Auch unter uns, auf unserer Kneipe, veranstalteten »vir Diskussionen. Neben dieser geistigen Ausbildung wurde die körperliche in keiner Weise vernachlässigt. Für den enger»» Zusa»nrne»»schluß der Bundesbrüder sorgten Kneipen und Spielabende. Unsere Damen hatten »vir zu Anfang des vorigen Monats »vieder auf u»»sere Kneipe geladen. Wir konrrten auch bei diese»»» Damenkränzchen, das noch besuchter als das erste »var, mit unfern» Erfolg zufrieden sein. Personalnachrichten. Zu Oberleutnants der Reserve wurden befördert: Dr. Kurt Wolfs (Fr.-Gh.) im k. b. 13. Jnf.-Rgt. „Kaiser Franz Josef von Oesterreich", Dr. Eugen Strauß (Lic.) im k. b. 2. Jnf.-Rgt. „Kronprinz", Dr. Leo Löwenstein (Lic.) in der k. b. Telegraphenabteilung. Der Titel Professor wurde verliehen an: Prioatdozent Dr. Theodor Cohn (Frib.-K.). Der Titel Justizrat wurde verliehen an: Münz Wi.-B.j. Zum Assistenzarzt der Reserve wurde befördert: Reichmann (GH.). Das Assessorexamen bestanden: Dr. Ludwig Bäum (Bad.) und Benno Rosenberg (Bav.). Das Referendarexamen bestand: Berthold Lazar (Frib.-K.). Zum Dr. jur.'promovierte: Köster (Lic.). Das zahnärztliche Staatsexamen bestand: Hans Scherbe! (Sax.-Bav.). ‘□D Nkadeinifch^ Wachrichten. an □o Prag. An der deutschen Universität in Prag gehen, nunmehr die jüdisch-nationalen Studenten dazu über,: die praktischen Konsequenzen aus ihren national-: jüdischen Ideen zu ziehen und haben dem Rektorat ein/ Memorandum überreicht, in den» um Anerkennung der: jüdischen Nationalität durch die Hochschule gebeten »vird. In der Eingabe heißt es: „Wir »viffen sehr »vohl, »vie viel »vir der deutschen Lttrltur, die eben an unserer Hochschule besondersliebevolle Pflege findet, zu danken haben. Der hohe akademische Senat »vird jedoch verstehen, daß es unser tiefernstes Verlangen ist: es möge 250 jüdi-. scher» Studenten erspart bleiben, alljährlich den akademischen Behörden gegenüber Angaben machen zu müssen, welche ihrer innersten Ueberzeugung widersprechen." Das Vorgehen zeigt in krasser Weise, welch große Verwirrungen die national-jüdischen Ideen hervorgerusen haben. Die Studenten, welche, wie aus ihrer Erklärung selbst hervorgeht, dein deutschen Kulturkreis angehören, die die deutsche Muttersprache sprechen, können sich nach dem Sprachgebrauch, in dem das Wort Nation gerade in Oesterreich anaervandt wird, selbstverständlich nur der deutschen Nationalität zuzählen. Denn dort entscheidet ausschließlich Kulrurkreis und Muttersprache über die Zugehörigkeit zu einer bestünmten Ratio»». Weil einige rvenige zionistische Studenten jüdisch-national zu sein glaube»», wollen sie nun der gesamten jüdischen Studentenschaft ihre Ideen aufdrängen ur»d sie durch Vermittlung der Universitätsbehörden zwingen, sich als jüdisch-national zu bezeichnen. Der Antrag ist übrigens nicht neu. An deutschen Hochschulen hat man sich allerdings noch nicht so »veil oorgewagt, an verschiedenen österreichischen Universitäten sind aber ähnliche Anträge bereits früher gestellt »vorden. Wie die Münchener Hochschulnachrichten berichten, ist auch in Rußland der gleiche Antrag bei der Duma gestellt, aber mit 152 gegen 92 Stimmen der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.