KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 4 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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92 und Anhänglichkeit weiter in der Organisation zu wirken und durch lebendiges Beispiel Vorurteile zu zerstreuen, die durchaus abwegig sind. „Wenn doch nur unsere Juden zäher bei der Stange blieben", schreibt der oben zitierte Oberlehrer! Nur von diese n jüdischen Angehörigen der Wandervögel kann auch eine umfassende Aufklärungsarbeit: innerhalb der einzelnen Gruppen und Gaue: betrieben werden, die so dringend not tut. Denn wieder, wie schon so oft, wird von der Gegen- : feite mit vergifteten Waffen gekämpft: man scheut I sich nicht, völlig aus dem Zusammenhang gerissene Sätze berühmter Dichter, Denker und - Staatsmänner zu zitieren, um hieraus Rückschlüffe aus den Antisemitismus dieser Männer' herzuleitenman wagt es auch hier wiederum, - unsere Religion anzugreifen und unsere religiöse Ehre mit Füßen zu tretenman operiert endlich auch hier mit den schon abgestandenen Begriffen der nationalen und Raffengegensätze und versündigt sich an unserer vaterländischen Ehre, indem man uns Fremdheit und Mangel an tiefgehendem Patriotismus vorwirst. Um alle diese Anwürfe zurückzuweisen, die behaupteten Tatsachen zuverlässig und überzeugend als linrichtig und entstellt darzutun, bedarf es langwieriger, mühsamer Arbeit, die mit wirklich greifbarem Erfolge nur im Rahmen der Organisation durch deren Mitglieder geleistet werden kann. Mögen sich recht viele junge Glaubensgenossen hierzu bereit finden, nachdem sie sich zuvor die hierfür dringend nötigen, keineswegs geringen und unintereffanten Sachkenntnisse angeeignet haben! So kann und wird das Ziel erreicht werden, das allen denen, die aus konfessionellen Frieden Gewicht legen, als erstrebenswert vorschwebt: daß das laute und gehässige Treiben der Antisemiten in einzelnen Wandervogel- Gruppen nur eine sehr schmerzende, aber bald wieder zurückgehende Krankheitserscheinung bildet, die der kräftige und gesunde Organismus der ganzen Bewegung aus sich selbst heraus überwindet! Verbands-Nachrichten. Der 18. Kartell-Konvent wurde am 2. November in Berlin in den Räumen des „Rheingold" abgehalten. Es war eine reine Arbeitstagung; mit Absicht hatte man es in diesem Jahre vermieden, den K.C.-Tag mit größeren Veranstaltungen zu verbinden. Der glatte und allgemein befriedigende Verlauf bewies, daß man damit, den richtigen Wegeingeschlagen hatte; noch nie ist die Tagesordnung so rasch erledigt worden. Während bei den letzten Kartell-Konventen zwei Tage nur notdürftig ausreichten, war dieses Mal bereits am Nachmittage deS ersten Berhandlungstages die ganze Arbeit bewältigt. Die rasche Erledigung ist allerdings auch in elfter Linie > der äußerst geschickten und sachgemäßen Leitung der ' Verhandlungen durch den Vertreter der präsidierenden Bewindung Sprevia, DrJ Edmund Werner-Berlin, zu danken, der alle Klippen und jede Ablenkung geschickt zu vermeiden wußte. . Der Tätigkeitsbericht des geschästsführeyden Ausschußes (G.A.), den dessen Vorsitzender, Dr. Ludwig Holländer-Berlin erstattete, gab ein erfreuliches Bild von dem raschen Wachstum und der inneren Festigung des Verbandes. Der Bericht, der alle Gebiete der Verbandsarbeit berührte, .wird noch in einem, besonderen Artikel veröffentlicht werden. Die fortschreitende Entwicklung des Verbandes fand auch durch die Aufnahme der Sa^o-Baoaria in Leipzig und der Friburgia in Königsberg einen sichtbaren Ausdruck. Beide Verbindungen haben sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens vorzüglich entwickelt, sodaß die Aufnahme einstimmig erfolgte. Das Expansionsstreben des K.C. kam ferner ut Beschlüssen zum Ausdruck, die auf die Gründung einer Verbindung an der neuen Universität in Frankfurt am Main hinzielten. Eingehende Verhandlungen betrafen Tendenzfragen. So beschäftigten sich mehrere Anträge mit der Schaffung eines Grundrisses für den Fuchsenunterricht, dessen Ausarbeüung einer vom G. A. zu bildenden.Kommission übertragen wurde. Lediglich eine Auslegung unserer Tendenz bedeutete der Beschluß, der'feststellte, „daß ein K. C.er, der seine minderjährigen Kinder nicht der jüdischen Gemeinschaft erhält, dm Grundsätzen des K.C. zuwiderhandelt". Der systematische Ausbau der Organisation des Verbandes war. Gegenstand zahlreicher Beschlüsse. Bei allen Beratungen trat in erfreulicher Weise ein großes Vertrauen zu der Berbandsleitung, dem G. A., hervor, dem ausgedehnte Befugnisse bei der Vertretung unserer Tendenz in der Oeffentlichkeit eingeräumt wurden. Auch wurde seiner Entscheidung die endgülttge Regelung einer Reihe von Materien anheimgegeben, die zu einer besonderen Beschlußfassung noch nicht reif erschienen. Weitere Anträge betrafen die K. C.-Blätter, deren Leitung allgemeine Anerkennung fand. Auch dem K. C.-Kassenwart, der einen hübschen Aktivbestand aufweisen konnte, wurde der Dank des K. C. ausgesprochen. Anträge über die Sammlung der bisherigen K. C -Beschlüsse, die Herausgabe des K. C.- Statuts und die Schaffung einer allgemeinen Ehrenratsordnung für den K. C. wurden ohne Debatte angenommen, sodaß die anstrengenden Verhandlungen zeitig zu Ende geführt werden konnten. Gesellige Veranstaltungen beschlossen die arbeitsreiche Tagung, die für die Entwicklung unseres Verbandes sicherlich einen Markstein bilden wird. Thuringra. Günstig wie das Semester begonnen hat, ist es bisher auch verlaufm. Mit unserer für Breslauer Verhältnisse jetzt immerhin starkm Aktivitas können wir einen strammen Bervindungsbetrieb aufrecht erhalten und auch sonst, den Anforderungen einer Korporation durchaus genügen. Auch unsere Inaktiven und Kartellbrüder beteiligen sich sehr eifrig am Berbindungsbetrieb, so daß wir in der Oeffmtlichkeit bei jeder offiziellen Gelegenheit in stattlicher Korona austreten können. Sonntag, den 14. Dezember, fand hier eine Versammlung des A. H.-V. Thuringiae statt, in der A. H. Dr. Krombach seinen Vorsitz im A. H.-V. niederlegte, da er im Januar nach Essen verzieht. Wir verbrachten bis spät in die Nacht noch ein paar recht gemütliche Stunden mit unserm scheidenden alten Herrn. Das K. C.-Fest, das der hiesige Ortsausschuß am 13. Dezember in der „Matthiaskunst" veranstaltete, und das von ungefähr 300 Personen besucht war, verlief