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KC-Blätter · 1913-12-01 · Heft 3 (1.12.1913) · p. Seite 68

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 3 (1.12.1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 68 (sequence 24)
Language
German
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68 der organisierten Zionisten ist in den beiden Jahren in Deutschland nicht unbeträchtlich gestiegen. Die Zahl von 10000, die schon längst in die Welt hinausposaunt wurde, ist jedoch noch nicht erreicht. Auch bleibt die zionistische Organisation in Deutschland an Anhängern hinter allen anderen größeren Organisationen weit zurück. In der ganzen Welt betrugen die Schekeleingänge 1910/11 104364.10 Mk., 1913/13 dagegen 129414.19 Mk. Wenn auch in den beiden Jahren ein Zuwachs von über 25000 Mk. zu verzeichnen ist, so ist doch der Höchstbetrag, der im letzten Lebensjahre Herzls mit -über 250000 Mk. einkam, noch bei weitem nicht erreicht. Es ist interessant, daß der Zuwachs fast ausschließlich den osteuropäischen Ländern zu danken ist, er betrug in Galizien und in der Bukowina 9000 Mk. .und in Rußland 11000, während die Höhe der Schekeleingäuge in den westeuropäischen Ländern und in Amerika fast allgemein stagnierte und sogar vielfach erhebliche Rückgänge aufzuweisen hatte. Dieser Umstand erklärt den stets wachsenden Einfluß der russischen Zionisten, die in den letzten Jahren der Bewegung .mehr und mehr das Gepräge gegeben haben. Bücherand Blätterschau. Deutsches Studentenbuch 1913. Im Aufträge des Akademisch-Literarischen Vereins Berlin herausgegeben von Dr. Edgar Groß und Georg I. Plotke. Leipzig, R. F. Koehler. Preis 3,50 Mk., m ganz Pergament 6.50 Mk. Im Winter 1909/10 hat der Akademisch-Literarische Berem Berlin einen Aufruf an die Studenten erlaßen, ihre sozialen, künstlerischen und philosophischen Bestrebungen zu Worte zu bringen. Tue Studentenschaft, die sich durch den ein Jahrhundert hindurch gepflegten peinlichen Formalismus ihrer äußeren Bewegung in den Ruf der Einfeittgkert und Weltabgefchiedenheit gebracht hat, sollte nun auch einen Beweis ihrer inneren, ihrer geistigen Kultur geben, und zwar nicht durch Schriftsteller und Professoren, sondern aus ihrem eigenen Munde und mit eigenen Worten. Die Herausgeber bezeichnen diesen Versuch als neuer ist es aber nicht. Schon im 6. Heft des ersten Jahrganges unserer K. C.-Blätter (1911) wurde eine auf gleicher Idee beruhende Sammlung des Akademischen Verbandes für Literatur und Musik in Wien, betitelt: Vom Studium und vom Studenten, besprochen. Diese Sammlung unterscheidet sich allerdings zunächst schon dadurch von der vorliegenden, daß sie nicht nur Studenten, sondern auch wirkliche Autoren von Ruf, wie z. B. Hermann Bahr, zu ihren Mitarbeitern zählt. Das Bild, das so entstanden ist, ist aber nicht weniger farbig, nicht weniger wechselvoll in Form und Inhalt und auch mcht weniger getragen von einem einzigen Rhythmus: dem Entwicklungsgedanken. Dort antwortet dem Ringen der Werdenden die ruhige abgeklärte Sprache der Gewordenen, und das Ganze hinterläßt das Gefühl des Gelungenen. Daß hier also die Herausgeber die Schriftsteller von Namen gänzlich ausgeschlosien haben, ist kein Verdienst. Jedenfalls haben sie sich dadurch ihre Aufgabe nicht erleichtert. Man kann aber gleichwohl nicht sagen, daß ihr Plan — studentisch gesprochen — vorbeigelungen sei. Während der erste Teil einen wohlgeordneten Ueberblick über die aktuellen Fragen des heutigen Studentenlebens bringt, widmet sich der zweite Teil produktiver Schöngeisterei. Aus dem ersten Teile seien besonders genannt die Arbeiten von.Plaumann über Studentenideale, von Brase über die Deutsche Burschenschaft, von Cahen-Lehmann über Nationalismus und Jnternattonalismus und von Hey er über Studententum der Neuzeit. Die Lektüre dieser Aufsätze wird unseren Verbandsbrüdern nicht nur zuxJnformativn dienen, sondern sie wird auch zu eigenem Nachdenken anregen und dann hoffentlich auch zur weiteren selbständlgen Bearbeitung der heutigen Tages- und Lebens-* fragen des Studentenwesens veranlassen. Eine besondere Würdigung verdient aus dem ersten ' Teil auch noch der Auffatz von Bruno Feilchenfeld über die Entwicklung des Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und seine Einwirkung auf die jüdischen Studenten. Was hier gesagt wird, wird zwar den Ä.C.ern nicht neu sein, aber es werden dort namentlich die Jüngeren unter uns die prägnante Zusammenstellung unserer eigenen Entstehungsgeschichte willkommen begrüßen und soweit die Darstellung des Verfassers aoweicht von dem, was sie in ihren Fuchsenstunden gelernt haben, zur eigenen Prüfung Anlaß geben. Ueber den zweiten Teil des Buches ist nur wenig zu sagen, zumal er selbst schon an Umfang weit hinter dem ersten zurückbleibt. Auffällig ist hier der Hang zum Modernen, es fehlen gerade Linien, gerade, freie, studentische Gedanken. Man sucht die atte, echte Studentenlyrik, frohen, frischen Studentenulk und findet mystische, schwer tragende Gesänge von Weltverächtern, Futurismus und Kubismus in der Dichtkunst. Gleichwohl vermag der zwette Teil den Wert des Ganzen nicht herabzusetzen, das Empfinden nicht zu rauben, daß hier eine Fülle lebendiger Kräfte an der Arbeit war, die nach Betättgung drängt. Es ist ein lesenswertes Buch, dessen Anschaffung empfohlen werden kann. Akademische Turnzeitung (3fr. Jahrgang, Heft 13—16). Ein deutscher Traum. — Der Leipziger Jahrmarkt. — Die Vorbereitung zum Heeresdienst im Ausland. — Auszeichnungen für vielseittge Leistungen auf dem Gebiete der Leibesübungen. — Das Progranm des Kösener S. C. (Der Artikel krlttsiert in scharfer Weise einen Aufsatz der deutschen Korpszeitung, der die Korps in ihrer heutigen Gestalt als das Ideal des Studententums hinstellt). — Das Bild vom Jäger aus Kurpfalz. — Ein Tag im Unterseeboot. — Das Bölkerschlachtdenkmal bei Leipzig. — Die Schlacht bei Leipzig. — Leipzig als mitteldeutsches Kulturzentrum. — Der deutsch-akademische Bund für Leibesübungen und die akademischen Olympien. — Die Feier des 18. Oktober. — Spvrtsabzeichen des deutschen Reichsausschusses für olympische Spiele. — Deutsche Meisterschastskämpfe für Schwerathletik. — Maßnahmen gegen die ausländischen Studenten. - Die Neubauten der Dresdener technischen Hochschule. — Studenten und Erziehungsfragen. (Der Arttkel bespricht in interessanter Weise die pädagogische Studentenbewegung). — Das Spionagerecht. - Ein offenes Wort. — Studenten und Erziehungsfragen. — Die Heidelberger Säbelmensur im Filmatelier. — Zchlutz der Redaktion für Nr. 4. Für studentische Nachrichten ... 15. Dez. 1913. Für den Anzeigenteil.24. Dez. 1913. Aufsätze allgemeinen Inhalts werden jederzeit entgegengenommen und kommen möglichst in der nächsten Nummer zum Abdruck. Verleger und verantwortlicher Redakteur: Rechtsanwalt Karl Löwenstein II, Aachen, Auguftastr. 2, Ecke Wilhelmstr. Druck: Aachener Verlagsuno Druckerei-Ges. Kaffenverwaltung: Referendar O. F. Herrmanns, Cöln, Roonstr. 11. Postscheckkonto Cöln 16128.

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