KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 3 (1.12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Interne Beilage der K.C.-Blätter Die hier veröffentlichten Mitteilungen gelten als Konveulsgeheimuis. 1. Dezember 1913. Zur Gründung von Ruderabteilungen des R. L. Eine Anregung von 5tnd. med. St. Westmann sSprcv.). . „Treibet Sport", so lautet der Ruf, der uns heute von überallher entgegentönt- „stählet euren Körper zürn Kampfe mit dem Leben, denn nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen". Diesem Ruf wollen micf) wir S\. C.er unsere Reihen nicht länger verschliefen, wir brauchen mehr sportliche Betätigung als wir sie nur durch das Fechten hatten, »vir muffen uns dieser modernen Kulturbewegung anschliefen, wenn wir nicht a!S veraltet gelten wollen, wir muffen als Juden zeigen, daf nur auch in körperlicher Beziehung, im edlen Wettstreit der Kräfte, unseren Mann allzeit stehen wollen und auch können. Und da scheint es mir als begeistertem Anhänger des Wassersports, daf er cs gerade ist, der für unsere Zwecke am meisten in Betracht kommt, daf wir gerade ihr» mu besten für unsere Bestrebungen verwenden können. Wer ciilmal einen kleinen Einblick in das Leben und Treiben unserer grofcn Wassersportvereine getan hat, der lvird ohne Zwcnel erkannt haben, in wie hohem Mafe in ihnen der Antisemitismus blüht und gerade der Antisemitismus, den wir tt. E.er durch eisrigcs Betreiben deS Fechten-, dmrh unbedingtes Latissaktiongcbell zu ividerlegen suchen, nämlich die Meinung von der körperlichen Inferiorität der Juden. Wäre eS nicht wirklich sehr angebracht, dem Beispiel anderer jüdischer Bereinigungen folgend, auch Misere Flagge onf dem Wasser zu rcigen, durch Strammheit der Lelstmigen »niS die allgemeine Anerkennimg der »vassersportlichen kreise zil erringen! Ich weif ai»S Erfahnrng, daf die bisher schüchternen nnd im kleinen betriebenen Bersuche dieser wenigen exkliisiv jüdischen Vereine schon jetzt grvfeS Erstaunen, ja sogar eine gewiffe Bewunderung hervorgerusen haben, daß man auf dem besten Wege ist, aiich siir die Juden Plätze in den Reihen der führenden waffersportlichen Kreise zu erobern. Und da sollte eilte Organisation wie der K. E, der ia doch gerade siir die politische und gesellschastliche Gleichberechtigung der Juden cintritt, nicht zurückstehen hinter den beiden anderen jüdischen Studentenverbänden, dem B. I. C. und dem K. Z. B.! Wir alle wiffeu, daf gerade dje Ruderabteilung deS B.J. C.-Berlin für die Teilarbeit grofe Verwendung findet, daf eine beträchtliche Anzahl von üeilfüchsen sich durch sie bestimmen läft, nicht in den K. E. einzutreten. DieS die Ziveckmäfigkeit einer solchen Gründüng nach aufen hin. Wer jedoch wie ich die Freuden und Leiden eines Ruderers durchgemacht hat, der rvird sich von einer solchen Gründung auch sür das innere Berbindungsleben viel versprechen. Ich erinnere an jenes grofe Gemeinsamkeitsgefühl, das die Mannschaft eines Bootes erfüllt, ferner an das Gefühl einer gegenseitigen Berantwortlichkeit. Wieder möchte ich auS der Praxis sprechen. Wer einmal beispielsweise im Vierer eine Fahrt über eilten stürmischen, aufgeregten See mitgcmacht, lver das gleichzeitige und gemeinsame Daransetzen aller Kräfte im Boote beobachtet hat, der wird sich nicht verhehlen können, daf ihn mit seinen Genossen ein Bar,d umschlieft, daS in der Stunde gemeinsamer Gefahr geknüpft worden, ein Gefühl, daS ziun Werden einer wahre»! und echten Freundschaft, wie sie unter BundeSbrüdern herrschen soll, nniimgängUch nötig ist. Wer ferner einmal die Freuden eines gemeinsalnen ZeltwvhnenS, eines Abkochens erlebt hat, der hat hier eine Reihe von Eindrücken und Erinnerungen gesammelt, die ihn» sür sein späteres Leben köstlich und wertvoll genug sein »verden. Und nicht allein in rein sportlicher Hinsicht bietet gerade das Rudern vor vielleicht allen anderen Sportarten die gröfte Möglichkeit einer vielseitigen Ausbildung lUiferes Körpers, ich denke auch an jene Raturschönheiten, die sich gerade beim Wafferwandern offenbaren, on die Liebe zu. Heimat, die ja die meisten leider säst nur vom Hörensagen kennen. Jetzt wird »nir mui aber mancher einwenden: DaS ist ja alles sehr schön und gut, ich erkenne ja auch die Zweckmässigkeit einer solchen Gründung an, aber ivo soll das hierzu erforderliche Geld Herkommen, wovon sollen die Anschaff»»ngskvsten für daS BootSmaterial bestritten werdend Dasselbe fragten sich aiich die Grttilder ariderer i