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KC-Blätter · 1913-12-01 · Heft 3 (1.12.1913) · p. Seite 67

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 3 (1.12.1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 67 (sequence 23)
Language
German
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! ‘ 67 So hat sie vor einiger Zeit auch die Heidelberger Landsmannschaft „Zaringia" durch Abgabe von Burschen vor der drohenden Suspension bewahrt. N. H. Hennig, Heidelberg. Bonn. Ein Anschlag des akademischen Senats am Schwarzen Brett der Universität Bonn macht die Studenten darauf aufmerksam, daß in Zukunft bei der Entscheidung überDisziplinarfälle Trunkenheit nicht mehr als Milderungsgrund anerkannt wird. Der Anschlag betont mit vollem Recht, daß von einem durch langjährigen Bildungsgang im Charakter gefestigten Angehörigen der Universität ein solches Maß von Selbstzucht und Willenskraft zu erwarten sei, daß er sich nicht durch übermäßigen Alkoholgennß um die Beherrschung seiner Sinne bringe. Diese Stellungnahme entspricht den in korporationsstudentischen Kreisen seit jeher herrschenden Auffassungen und dürfte allgemein begrüßt werden. A.D.B. Der Allgemeine Deutsche Burschenbund der Neuburschenschaften vereinigte im Sommersemester 28 Burschenschaften. Nicht mehr, wie in der vorigen Statistik, aüfgefiihrt ist die im vorigen Jahre von früheren ADBern aufgetane Jenenser „Vandalia", da der Bund diese auf dem letzten Burschentage noch nicht anerkannt hat. Ausgeschieden ist die frühere Münchener Burschenschaft, jetziges Korps im Rudolstädter S.C. der tierärztlichen Hochschulen, „Avaria". Neuaufgenommen ist dagegen „Askania" in München. Der Bund zählte 144 Burschen, 113 Füchse, 371 Inaktive und 443 auswärtige Mitglieder, ferner 1113 Alte Herren und Ehrenmitglieder. Nach Abzug der 86 Mehrbänderleute der studierenden Mitglieder betrug die Zahl derselben 884, gegen 685 im Januar 1913 und 854 im Juni 1913. Bon den 1113 A. H. und E.-M. sind 139 Mehrbänderleute, so daß die Zahl der A. H., E.-M. in Wirklichkeit 984 beträgt, gegen 953 am 1 Juni 1913. Die Gesamtmitgliederzahl rst also zurzeit 1868. Weniger als 19 Aktive hatten 32 Burschenschaften, mehr als 15 Aktive zählten 4 Burschenschaften. OB □o Verband der deutschen Juden. Am 9. November fand in Hamburg unter Leitung von Justizrat Horwitz- Berlin die Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden statt. Den Mutelpunkt der glänzend verlaufenen Tagung bildete die mit außerordentlichem Beifall aufgenommene Rede unseres Verbandsbruders Reichstagsabgeordneten l)r. Ludwig Haas (Bad ,Fr.-Gh.) iiber „die Juden im öffentlichen Leben Deutschlands." In Anschluß an seine Rede erfolgte die einstimmige Annahme folgender Resolution: „Wir erstreben: Verbreitung der Kenntnis der jüdischen Religion und dadurch die gerechte Würdigung ihrer grundlegenden Lehren. Wir bekämpfen: alle Darstellungen vom Judentum, durch die der Anschein erweckt wird, als entsprächen seine Lehren nicht den höchsten Forderungen der Sittlichkeit. Wir erstreben: uneingeschränkte Durchführung der Verfaffungslind Gesetzesbestimmungen über die Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Rücksicht auf ihre Religion. Wir bekämpfen: jeden Versuch, durch Vorwände die Verletzung' jener Bestimmungen zu beschönigen. Wir bekämpfen amtliche Befragungen und Aufzeichnungen über die Religion der Staatsangehörigen, auch der Heeresangehörigen und Beamten, soweit nicht Rechte oder Pflichten gesetzlich von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft abhängen. Wir erstreben: Gleichmäßige Zuweisung von Staatsmitteln zu kirchlichen Zwecken an alle Religionsgemeinschaften, solange der Staat an einzelne.von ihnen . Zuschüsse leistet. Der Weimarer C. C. der farbentragenden Sängerschaften bestand Ende des vergangenen Sommersemesters nach Abzug der Mehrbänderleute aus 869 studierenden Mitgliedern, von denen 322 Aktive waren, ferner 2498 Alten Herren und 51 Ehrenmitgliedern. Der Verband zählt 18 Sängerschaften, von denen „Bardia" in Bonn, „Ascania" in Darmstadt, „Wittelsbach" in München und „Gotia" in Münster zurzeit suspendiert find. Die Alten-Herren-Verbände von „Bardia" und „Gotia" haben sich kürzlich verschmolzen und werden eine neue Sängerschaft „Guilelmia" in Bonn Ostern 1914 austun. „Ascania" wird im Laufe des Winters nach Frankfurt a. M. übersiedeln und dort unter ihren seitherigen Farben grün-gold-rot und grüner Samtmütze aufgetan werden. Die Sängerschaft „Wittelsbach" wird im Sommersemester 1914 in München wieder erstehen; bekanntlich waren vor einigen Semestern die Aktiven und meisten Inaktiven zum B. C. als Turnerschaft übergegangen Der Kösener S. C. vereinigte im vergangenen Sommersemester 1913 nach erfolgter Ausschließung der Rostocker „Nisiaothiä" und nach Wiederauftun der Hallenser „Neoborussia" 97 Korps, welche insgesamt nach Abzug der Mehrbänderleute 2878 studierende Mitglieder zählten. Das Gerücht, eines der Würzburger Korps wolle nach Frankfurt a. M. übersiedeln, entbHrt der Begründung. Der K.S. C. beabsichtigt auch nicht in Frankfurt ein Korps aufzutun oder aufzunehmen. Der Arnftädter Verband mathemattscher und naturwissenschaftlicher Vereine an den deutschen Hochschulen umfaßt zurzeit folgende 19 Vereine: Berlin (2), Bonn, „Makaria"-Braunschweig, Breslau, „Makaria"-Dresden, Frankfurt a. M., Freiburg, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Jena, Kiel, Leipzig, Marburg, Straßburg, „Makaria"-Stuttgart. Den Vorsitz im Verband führt zurzeit der Mathematische Verein an der Universität Berlin. Die Vereine „Makaria"-Braunschweig und „Makaria"-Dresden tragen Farben in Mütze und Band, die übrigen Vereine tragen als Abzeichen nur Bierzipfel. dB □o Wir bekämpfen: Heranziehung von Vermögen der Juden zugunsten der christlichen Kirchen durch Beitragsleistung aus den auch von Juden aufgebrachten Staatssteuern allein für christliche Kultuszwecke. Wir erstreben: tatkräftige Stellungnahme der deutschen Behörden gegen die Zurücksetzung deutscher Juden bei Reisen nach Rußland und grundsätzliche Ablehnung jeder Mitwirkung an Religionsunterscheidungen bei Paßerteilung. Wir bekämpfen: alle Maßnahmen, durch welche bei Ausweisung und Einbürgerung Juden anders behandelt werden als Christen." Die zionistische Organisation. Eine Uebersicht über die Verbreitung und das Wachstum des Zionismus gewährt eine in der „Welt" <Nr. 47) veröffentlichte Statistik über die „Schekel"-Eingänge. Denn jeder Zionist zahlt einen Schekel im Betrage von 1 Mk., so daß sich aus der Höhe der Schekelemgänge die Zahl der Schekelzabler feststellen läßt. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß vielfach für Frauen und selbst für kleine Kinder Schekel entrichtet werden und daß oft auch Nichtzionisten zum Schekelbeitrag veranlaßt werden,so datz nur ein Teil der Schekelzahler als Zionisten gelten kann. In Deutschland sind im Jahre 1910/11 7836 Mk., 1911/13 7441.50 Mk. und 1912/13 8963.50 Mk. eingezahtt worden. Der Rückgang im Jahre 1911/13 erklärt sich dadurch, daß in dem Jahre kein Kongreß stattfand: Denn in den Kongreßjahren pflegt der Beitrag größer zu sein, da das Wahlrecht zum Kongreß und die Delegiertenzahl von der Schekelleistung abhängt. Daher eignen sich nur Kongreßjahre zu Vergleichen. Die Zahl Nokr;en. .1

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