KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 3 (1.12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 65 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2268830-2268874-2268878--1035-3522737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
65 Gebirge ziehen, es so einrichten, daß sie die Thomaskneipe mit uns feiern können, auf datz die diesjährige Thomasfeier, die das erste offizielle Auftreten des K. C. in Bayern außerhalb Münchens bedeutet, einen wohlgelungenen Verlauf nimmt und daß wir recht viele Kb. Kb. und Bundesbrüder am 31. Dezember 1913 bei uns begrüßen können. Im übrigen verweisen wir auf das im Inseratenteil abgedruckte Programm und bitten, Anmeldungen und' eventuelle Anfragen wegen Wohnung etc. an Rechtsanwalt Martin Flaschner in Nürnberg, Karolinenstraße 33/1, zu richten. Jugendbewegung und K.C. In einem Bortrage des Vorsitzenden des Verbandes der jüdischen Jugendvereine, des Herrn vr. Apfel aus Berlin, der in den „Mitteilungen" des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands zum Abdruck gelangt war, waren Aeußerungen enthalten, die sich gegen die Betätigung von Korporationsstudenten in Jugendvereinen richteten. Da bei Außenstehenden, welche die Verhältnisse nicht kennen, die Vermutung entstehen konnte, daß sich die Aeußerungen auch auf dem K. C. angehörige Korporationsstudenten beziehen sollten, ist es erfreulich, daß nunmehr Herr Dr. Apfel in einem Briefe an den Vorsitzenden unseres Geschäftsführenden Ausschußes, Herrn l)r. Holländer, folgende Erklärung abgegeben hat: „Ich nehme keinen Anstand zu erklären, datz ich bei der betreffenden Stelle meiner Rede überhaupt nicht an den K. C. oder irgendeine bestimmte studentische Organisation gedacht habe. Mir lag daran, eine bestimmte Klique, die besonders im Rheinland das jüdische Leben zu terrorisieren sucht, energisch abzuschütteln. Ich benutze die Gelegenheit, um dem K. C. für seine treue und selbstlose Mitarbeit im „Jugendverband" meinen herzlichen Dank abzustatten. Ich gestalte Ihnen, von diesem Schreiben jeden Ihnen geeignet dünkenden Gebrauch zu machen." Personalnachrichten. Das Assessorexamen bestand Fritz Liebmann (Lic.) mit dem seltenen Prädikat „Auszeichnung", das er auch bei seinem Referendarexamen erhalten hatte, während er in Marburg ma§na. cum laude promovierte. Das medizinische Staatsexamen bestanden: Marclts Maier (Lic.), Wachsner (Th., Gh.j, Grünpeter (Lic.). Zum l)r. med. promovierten: Wachsner und Marcus Maier. Die zahnärztliche Prüfung bestand: Max Berger (Fr.-K.). Zum Dr. phil. promovierte: Leopold Oppenheimer (Bav.). Das Borexamen bestanden: Richard Oppenheimer (Lic., Biadr.-D.) und Ignaz Isaak (Biadr.-D.) Das Physikum bestand: Erwin Fasse (Bav.) Bor einigen Monaten ging die Nachricht durch die Presse, daß Reichstagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Ludwig Haas (Bad., Fr.-Gh.) in Karlsruhe eine leitende Stellung bei der „Frankfurter Zeitung" übernimmt. Wie die badischen Blätter nun mitteilen, haben darüber allerdings Besprechungen stattgefunden, die aber zu einem Ergebnis nicht geführt haben. Dr. Ludwig Haas bleibt in Karlsruhe. Akademische Nachrichten. Ueber die Aussichten des ärztlichen Studiums heißt es in einer Zuschrift der Berliner Klinikerschaft: Die Zahl der Medizinstudierenden ist seit Sommersemester 1905 bis zum Sommersemester 1913 von 6300 auf 14000 gestiegen. Danach wollen also im Semester etwa 1400, jährlich etwa 2800 junge Mediziner die ärztliche Approbation erwerben. Dem jährlichen Bevölkerungszuwachs im Deutschen Reiche von etwa 860000 würde aber nur eine Zahl von etwa 430 Aerzten entsprechen (auf 2000 Einwohner ein Arzt). Rechnet man dazu noch den Todesabgang an Aerzten von etwa jährlich 450, so ergäbe sich ein jährlicher Neubedarf von 880 Aerzten, dem ein Zugang von 2800 gegenübersteht, mithin zuviel etwa 2000. Diese 2000 Aerzte wollen natürlich auch leben und werden das Einkommen der Aerzte im allgemeinen schmälern. Es ist aber allgemein bekannt, daß die tälfte aller Aerzte in Deutschland es noch nicht zu einem inkommen von 6000 Mark im Jahre bringt, daß in den Großstädten viele Aerzte noch nicht einmal eine Einkommensteuer zahlen, so in Berlin, Leipzig, Köln, München und vielen anderen Großstädten. Aus diesen kurzen Ausführungen geht zur Genüge hervor, daß der Bedarf des Deutschen Reiches an Aerzten für viele Jahre überreich gedeckt ist. Die Zahl der Referendare geht in Preußen seit dem Jahre 1910 andauernd zurück. Es waren bei den preußischen Justizbehörden im Jahre 1910 (am 1. August» 7701 Referendare beschäftigt; im Jahre 1911 waren es 7612, im Jahre 1913 7413 und im Jahre 1913 sind es 7155, ungefähr so viel, wie es im Jahre 1907 gewesen sind. Bor zwölf Jahren, am 1. August 1901, waren nur 4954 Referendare bei den preußischen Gerichten beschäftigt. Die Zahl ist also, nachdem sie von 1901 bis 1910 um 2747 gestiegen war, seit 1910 wieder um 546 zurückgeaangen, im letzten Jahre allein um 258. Immerhin ergibt sich für den Zeitraum von 1901 bis 1913 eine Zunahme von 2201 Referendaren oder um 44,4 Prozent. Nach einer im „Justizministerialblatt" veröpentlichten Nachweisung waren im Bezirk des Kammergerichts am 1. August 1913 1367 Justizreferendare, gegen 1338 im Jahre 1910 und 890 im Jahre 1901 beschäftigt; hier zeigt sich also eine andauernde Zunahme. Im letzten Jahre, von 1913 bis 1913, hat die Zahl der Referendare nur in den Bezirken des Kammergerichts und der Oberlandesgerichte Düsseldorf, Kiel und Stettin unbedeutend zugenommen, in allen übrigen Oberlandesgerichtsbezirken aber abgenommen. Kel. Durch Angliederung der staatswiflenschastlichen Professuren wurde mit Wirkung vom laufenden Wintersemester ab die bisher rechtswiffenschaftliche Fakultät in eine staats- und rechtswissenschaftliche Fakultät erweitert. Die neue Fakultät wird in Zukunft sowohl den Grad eines Doktors der Rechte wie auch den neugeschaffenen eines Doktors der Staatswiffenschasten verleihen. Demnach scheiden die drei ordentlichen Professoren der wirtschaftlichen Staatswissen-