KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 3 (1.12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 64 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Semestern. Das Leben in der Verbindung ist äußerst gemütlich, der Verkehr unter den Bundesbrüdern ein sehr harmonischer und freundschaftlicher. Saxo-Bavaria. Wir stehen nunmehr mitten im Semester. DieBundesbrüder, dieunsvon den l.K.V.K.V. überwiesen oder beurlaubt wurden, haben sich bei uns rasch eingelebt und bereuen es nicht, zu uns gekommen zu sein. Der Anfang des verflossenen Monats sah uns beinahe geschlossen zum K.C.-Tage in Berlin, wo auch unsere Aufnahme in den K. C. erfolgte. An dieser Stelle sagen wir nochmals unfern lb. Kbr. Kbr. in der Reichshauptstadt für ihre liebenswürdige Gastfreundschaft unseren heimlichen Dank. Mitte des Monats veranstalteten wir aus Anlaß unserer Aufnahme in den K. C. eine interne Kneipe, zu der wir nur die nächsten Freunde der Verbindung einluden, die aber auch alle der Einladung Folge leisteten. Die Tendenzrede hielt a. B. Simonsohn. Der positive Nutzen, den wir auf der sehr stimmungsvoll verlaufenen Kneipe zu verzeichnen hatten, war die Aktivmeldung des Fuchsen stud.med. Waldbaum. Beim Rektoratswechsel chargierten wir mit drei Chargierten, die auch nachher vom Rektor empfangen wurden. Unser Verbindungsleben ist sehr rege. Neben strammem Fechtbetrieb, regelmäßigem Turnen, das wir in diesem Monat einführten, und Vortragsabenden lernen die Bbr. auf gemütlichen Exbummeln und Exkneipen die Vorzüge der Leipziger Umgebung kennen. Fribnrgia-Königsberg. Im verflossenen Monat war der Verbinoungsbetrieb bereits in vollem Gange. Der Semesteranfang stand bei uns im Zeichen des K. C.- Taaes, zumal auf ihm über unsere endgültige Aufnahme in den K. C. beraten werden sollte. Am 2. November, als der Kartelltag stattfand, veranstalteten wir auf unserer Kneipe ein Damenkränzchen, das zahlreich besucht war. Auf dem Kränzchen konnte der Erstchargierte nach der Tendenzrede, die Bbr. Simon hielt, das Telegramm verlesen, das unsere Aufnahme in den K. C. anzeigte. An der Freude, die diese Mitteilung erregte, konnten wir ermessen, wie stark die Anteilnahme der Philisterschast an unserer Arbeit ist. Dieses Interesse verspürten wir erneut auf unserer Semesterantrittskneipe am 8. November. Es war unsere erste Veranstaltung als K. C.-Korporation und wir hatten aus diesem Grunde viele Einladungen ergehen lassen. Die Kneipe war eigens zu diesem Festkommers hergerichtetsie wies auch einen neuen Wandschmuck auf, ein künstlerisch ausgeführtes Friburgenwappen in großem Format, das unser Berkehrsphilister Herr Architekt Jessel gemalt und dediziert hatte. Es hatte sich zu unserer Freude eine stattliche Zahl von Gästen aus der Stadt und von außerhalb eingefunden. Der Erstchargierte teilte im Rahmen einer Begrüßungsrede unsere Aufnahme in den K. C. mit und entwickelte im Anschluß daran kurz unsere Tendenz. Die Kneipe selbst nahm einen würdigen und schönen Verlauf. Am nächsten Vormittag hielten rvir einen gemütlichen Frühschoppen im Berliner Hof ab. Das erste Damenkränzchen, die wir jetzt regelmäßig veranstalten, hatten wir, wie bereits erwähnt, am 2. November. Es war eine große Korona auf unserer Kneipe versammelt und auch mehrere unserer A. H. A.H. nahmen an dem Kränzchen teil. Bon Anfang an herrschte eine sehr fröhliche Stimmung, die sich bis zum Ende erhielt. Auch in die Umgebung von Königsberg gingen oder fuhren wir oft. In den idyllisch gelegenen umliegenden Ortschaften haben wir manche schr nette Nachmittage erlebt. Trotz allem frohen und geselligen Treiben ist der innere Betrieb stramm. Für körperliche Ausbildung sorgt der Fecht- und Turnboden. Auf geisttg-tendenziellem Gebiete vermittelten uns Referate den steten Zusammenhang mit wichtigen Fragen und Vorgängen des jüdischen und des akademischen Lebens. Ein größeres Referat hielt Bbr. Simon über die Schächtfrage. Die Fuchsenstunden tragen besonders zur Belebung der geisttgen Betätigung der jüngeren Bundesbrüder bei. Daneben besuchten rvir die Vortragsabende des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, des Zentralvereins und des Jugendvereins. Unsere Veranstaltungen begegneten auch bei unseren l. A. H. A. H. lebhaftem Interesse. Besonders unserem l. A. H. Ehrlich möchten wrr auch an dieser Stelle für seine Anteilnahme danken. Unser l. Ehrenmitglied Herr vr. Bogelstein wurde aus einem der ersten Konvente feierlich in die Verbindung ausgenommen. Auch auswärttge K. C.er und K. C.-Körperschaften interessierten sich für uns. So sind wir sehr zu Dank verpflichtet dem Provinzialverbande Posener K. C.er. Die definitiven Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: Rosenkranz X F.W.n.i., I.S.W., C. W. Simon x X K. W., F. M. f. T. Lehmann xxx F.W.n.a. Oscher F.M.f.C. Laser 2. S. W. Marcus Z.W. E.R. E.R. Rosenkranz, Oscher, Simon, Lazar, Laser, Wollenberg. Nürnberg. Zum ersten Male seit ihrem 18jährigen Bestehen wird unsere liebe Verbindung im K. C.^icaria" zum Thomastag nach der alten Reichsstadt Nürnberg kommen, um nach hergebrachter bayerischer Studentensitte diesen Tag hier durch eine Kneipe festlich zu begehen. Schon über 100 Jahre alt ist der Brauch, daß am letzten oder vorletzten Sonntag vor Weihnachten die studentischen Korporattonen aller bayerischen Universitäten in Nürnberg zusammenströmen. Das bunte Bild, das jetzt jedes Jahr der Thomastag mit seinen vielfarbigen Mützen auf jugendlichen Säuprern zwischen den alten Mauern und verschneiten iebeln bietet, löst die Erinnerung an den Ursprung des alten Brauchs kaum mehr aus. Es dürfte heute fast allgemein vergessen sein, daß nur die gute Kaufgelegenheit in der alten Handelsstadt all die jungen Studenten aus Ingolstadt und Altdorf, Landshut und Würzburg, später aus Erlangen und München, nach der altberühmten Handelsmetropole an der Pegnitz geführt hat, um auf der Heimreise für chre Lieben noch das eine oder das andere einzukaufen. Heute bietet der Thomastag lediglich den einzelnen Korporattonen Gelegenheit, einen großen Teil ihrer bayerischen A. H. A. H. in ihrer Mite begrüßen zu können, da die zentrale Lage Nürnbergs es jedem ermöglicht, einmal wieder einen Tag mit seinen Bdb.Bdb. zusammen zu sein. Weiter hat sich der üblich gewordene Couleurbummel in Nürnbergs Hauptstraßen allmählich zu einer Heerschau des bayerischen Couleurstudententums herausgevildet, wo mit kritischem Auge der jewellige Bestand der anderen Korporattonen betrachtet und geprüft wird und wo der junge Fuchs sich so eigentlich zum erstenmal als Glied seiner Gesamtheit fühlt und mit Stolz sich zu seiner selbst gewählten Farbe bekennt. So ist es durchaus zu begrüßen, daß bei der immer steigenden Zahl Nürnberger K.C.er sich die einzige bayerische K. C.-Verbindung entschlossen hat, dieses Jahr auch auf den Plan zu treten und mit der gesamten Aktivitas am Nürnberger Thomastag teilzunehmen. Es wäre sehr erfreulich, wenn zu diesem Tage nicht nur sämttiche bayerischen K. C.er den Weg nach der alten Noris finden würden — das halten wir für selbstverständlich —, sondern wenn auch die vielen Kartell- und Bundesbrüder, die über die Weihnachtsferien ins