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KC-Blätter · 1913-11-01 · Heft 2 (1.11.1913) · p. Seite 25

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 2 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
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25 wie jene sich trotz ihrer geringen Zahl (der ganze „Tempel" zählt in Palästina noch heute nur etwa 1200 Köpfe) nach dem Sätze: klein aber feinl um die Hebung der wirtschaftlichen und sittlichen Kultur hoch verdient gemacht haben! In. drei Dörfern finden wir sie als ausschließliche Bevölkerung, so daß diese Dörfer exklusiv deutsche Dörfer in Palästina sind: Sarona, etwa 3 km nordöstlich von Jaffa, mit 300 Einwohnern, die hauptsächlich Weinbau und Weinfabrikation treibeneinige Kilometer südwestlich von Jerusalem das deutsche Tempeldorf Rephalm mit etwa 400 Einwohnern und dann noch das kleine deutsche Dorf Wilhelma nördlich von Lydda, etwa 10 km von Jaffa, mit 150 Einwohnern. b) Zahlreicher und bedeutender sind die blühenden jüdischen Dörfer, die seit 30 Jahren entstanden sind und in der zweiten Hälfte dieses Zeitraums, wie auch vom Standpunkt des völlig unbeteiligten objektiven Beobachters anerkannt werden mutz, von den Zionisten wirksam gefördert worden sind. Die jüdischen Dörfer, etwa 30 an der Zahl, sind durch alle drei Teile des Landes, den südlichen: Judaea, den mittleren: Snmaria, und den nördlichen: Galiläa, zerstreut und zählen im ganzen etwa 8000 Einwohner. Das älteste dieser Dörfer ist das im Jahre 1882 gegründete Rischon le Zion, etwa 6 km südlich von Jaffa, mit heute etwa 1000 Einwohnerngenannt seien noch: Petach Tikwah j1878 gegründet) mit heute etwa 1600 Einwohnern- Ekron zwischen Jaffa und Jerusalem, gegründet 1884 von Baron Edmund von Rothschild in Paris, der sich um die jüdischen Kolonien in ihren ersten Anfängen hochverdient gemacht hat, rnit Heute etwa 300 Einwohnern- Sichron Jakob im Norden, 16 km südlich von Haifa, etwa 6 km vom Meere entfernt, 1882 von rumänischen Juden gegründet, mit heute etwa 800 Einwohnern- und dann noch im nördlichen Galiläa Rosch Pinah (1882 ge-? gründet von rumänischen Juden), etwa 6 km nördlich von Safed, zwischen dem Genezareth- und dem Mervrn-See, die landschaftlich schönste von allen jüdischen Dorf-Kolonien — ein überaus malerisch gelegenes Bergdorf von etwa 1000 Einwohnern.*) *) Daß in diesen Kolonien allerdings noch lange nicht solch befriedigende Berhältuiye herrschen, wie in den Potemkin-Dörferny die die offiziellen Zionistenblätter ihren Lesern vormalen, geht beispielsweise neuerdings wieder aus einem, aus Jaffa, 10. August datierten Bericht der „Kölnischen Zeitung« hervor: „Ein blutiger Kampf entspann sich dieser Tage zwischen russisch-jüdischen Kolonisten und Fellachen in der Nähe von Jaffa. Einige Fellachen aus Zernuka versuchten aus den benachbarten Weinbergen vom Rechoboth Trauben zu stehlen. Der jüdische Flurwächter, der sie entdeckte, wurde übermannt "nd entwaffnet. Er eilte. nach der Kolonie, um Hilfe herbeizuholen. Die Diebe, die sich aus dem Staube '"achten, stießen unterwegs auf einen harmlosen Schüler 3. Die politische Organisation und Verwaltung. Administrativ gehört Palästina, welches ja heute ebenso wie Syrien nur eine Landschaft bedeutet, lediglich ein geographischer Begriff ist, keilt verwaltungsrechtlich abgegrenzter Bezirk (etrva wie in Deutschland Thüringen oder auch Friesland), zrl drei Verwaltungsbezirken, und zwar zu zwei Wilajets und einem Sandschack. Das Wilajet entspricht im ottomanifchen Verwaltungsrecht etwa der preußischen Provinzder Oberpräsident heißt Wall. Das Wilajet zerfällt in Sandfchaks, die etwa den preußischen Regierungsbezirken entsprechen, mit einem Regierungspräsidenten bezw. Mutessarif an der Spitze, und diese wieder in Kadas, Kreise, mit einem Landrat namens Kaimakam, diese wieder in Gemeinden, Nahije, mit einem Bürgermeister, Mudir, an der Spitze. Den Verwaltungsbeamten vom Watt bis zum Mudir stehen Selbstverwaltungskörper zur Seite, ähnlich unserm Provinziallandtagen, Kreistagen, Stadtverordnetenversammlungen usw. Die nördliche Hälfte von Palästina gehört zum Wilajet, d. h. also zur „Provinz" Beirut, mit der. gleichnamigen Hauptstadt, deren Grenze etwa 20 km nördlich von Jaffa beginnt und sich in gerader Linie zum Jordan zieht. Das ganze ostjordanische Palästina gehört zum Wilajet Surija (Syrien) mit der Hauptstadt Damaskus, und zwar bildet es von den vier Sandfchaks, Regierungsbezirken, dieser Provinz einen: el Kerak, mit der gleichnamigen Hauptstadt, etwa 10 km östlich vom Toten Meer, im alten Moabiterland gelegen. Zu diesen zwei palästinensischen Provinzteilen, die einerseits zur Provinz Beirut, anderseits zur Provinz Syrien gehören, tritt dann noch als dritter Verwaltungsbezirk der Sandschak Jerusalem (el Kudsch), der das ganze südwestliche Palästina, den eigentlichen Kern des Landes, umfaßt und als selbständiger Sandschak nicht zu einer Provinz gehört, sondern direkt der Zentralregierung in Konstantinopel untersteht und zur Markierung seiner sozusagen „staatsunmittelbaren" Stellung einen Mutessarif „erster Klaffe" an der Spitze hat. der Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem. Erwürbe von den wutentbrannten Dieben. einfach abgeschlachtet. Darauf stürmten die Mörder in ihr Dorf und meldeten, häß die Juden bewaffnet heranzögen, um das Nest zu überfallen. Die fanatisierten Dörfler bewaffneten sich, obgleich der Muchtar zur Ruhe mahnte. Er wurde von dem Hauptschreier, der zum heiligen Krieg gegen die Juden, die alle abgeschlachtet werden müßten, auftief, mundtot geschrien. Schwer bewaffnet zogen nun etwa 50 Fellachen zu Fuß und zu Pferd den Juden entgegen, die ettva 30 Mann stark waren. Es kam zu einem Zusammenstoß, bei dem die Juden nach ihren Angaben anfangs in die Lust schaffen. Erst als drei ihrer eigenen Leute verwundet wurden, machten auch sie blutigen Ernst und schossen ebenfalls scharf. Sie verwundeten drei der Einheimischen, von denen einer wenige Tage später starb."

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