Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1912-06-01 · Heft 9 (1.6.1912) · p. Seite 176

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 9 (1.6.1912)
Date
1912-06-01
Page
Seite 176 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2268830-2268846-2268856--0464-3522634
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

17ß Anders ist es mit bcnt lvissenschaftlichen Fnxenunterricht. Hier liegt es auf der Hand, daß das Lehrziel ganz außerordentlich hach gesteckt werden muß, mn einem tiefen Eindringen bei allen Verbindnngsangehärigen Gewähr zn leisten. Die philosophische lmd historische Betrachtung der hier in Frage stehenden Dinge ist unerläßlich und insbesondere darf kein wesentlicher Teil des ganzen Ideenkompleres. der sich um das Problem „Deutschtum und Judentum" gruppiert, ahne gründliche Bebandlung bleiben. Hier stoßen wir ans ganz erhebliche Schnüerigf eiten, die ich hauptsächlich in zwei Umständen erblicke. Einmal, wie erreichen wir auf einein so umfangreichen mib gewiß nicht leichten Gebiete die ' bei den verschiedenen K. E.-Verbindungen ilatwendige Einheitlichkeit in der Lehre van unserer Tendenz? Die Notwendigkeit der Einheit brauche ich wohl nicht besonders zu beweisen; es genügt der Hinweis ans die Jahre heißen Kampfes uin nufcrcu Tendenzparagrapheil, um zu zeigen, wie ivenig diese Einheitlichkeit bisher erreicht wordeil und welche Schwierigkeiteil dadurch dem K. C. cntftaubcn waren. Zum anderen aber ivird jeder alte K. C.er rvissen, daß gerade für dem wissenschaftlichen Teil des Fureuunterrichtes außerordentlich selten die geeigneten Person! ich feiten in den Verbindungen da sind. Keinesfalls ist eS im allgemeinen iltöglich, auf dem 1. Semefterconvent nebelt dem Präsiden, denl Fechtwart nsw. N. N. zum Fn.rmajor für den wissenschaftlichen Teil zu küren. Uild wenn wirklich ein halbwegs geeigneter Bursche oder A. H. dafür gestuideil ist, so wird mich dieser in den meisten Fällen einen großen Teil des Wissensgebietes nicht derart beherrschen, daß er den Lehrer dafür abzngeben vermag. Diese beiden Schwierigkeiten hat mau längst erkannt, aber da man sich schließlich mangels eines Ausweges damit abfinden mußte, so verzichtete man besonders in ben kleineren Verbindungen zeitweilig vollständig auf einen systematischen wissenschaftlichen Furennnterricht oder behalf sich mit gänzlich unzureichendem Ersatz. Daß dadurch manche Verbindnngsgenerationen die llniversität verließen, ohne mit dem geistigen Rüstzeug versehen zn sein, das der Kampf für unserere Tendenz erfordert, leuchtet ein und ebenso der Gedanke, daß mau endlich eine A bhilfe dieses Uebelstan.des finbeu müßte. Gerade jetzt, wo der K. C. »lehr denn je einer inneren Stärkung entgegen geht, muß diese Frage in Fluß gebracht und einer Lösung elitgegen geführt werden. Die Eiicheitlichkeit des wiffenschaftlichenFuxenimterrichtes kann wohl am einfachsten dadurch herbeigeführt werden, daß für alle Lehrer und für alle Fnrenstnnden eine einzige Quelle fließt. Der Lehrstoff nnlß klar Umrissen in seinem Umfang, seinem Inhalt und feiner Gliederung vorliegen und keiner, der die Heranwachsenden K. E.er darin 51t unterweisen hat. darf davon weseiitlich abweichen. Daniit ist die Forderung erhoben, den Lehrstoff tos wissenschaitlichen Teiles des Furennnterrichts schriftlich niederzulegen. Gewiß verkenne ich weder die Gefahr noch die Schwierigkeit einer derartigere FiriernnJ. aber die Vorteile eines solchen „Leitfadens" für den Fnxennnterricht im K. C. erachte ich für so bedeutend, daß mau alle Kräfte ein setzen müßte, ihn zn schassen. Dieser Leitfaden, wie ich das wichtige Merkchen rum der Einfachheit halber weiter benennen will, soll in eirrem Exemplar bei jeder Verbindung des K. C. vorhanden sein, und der F. M. für die wissenschaftliche Furemlirude müßte sich in seinenr Lehrgänge genau danach richten. Für die liickenlose Durchführung des Lehrprogramms bleibt er seiner Verbindung verantwortlich, die Verbindung aber dem K. E. selbst. Was die Schaffung eines derartigen internen Werkes anlangt, fo ist diese weniger schwierig, als man vielleicht annehmen möchte. Ein in diesen Dingen hervorragend unterrichteter und energischer K. E.er hätte die Leitung der Herstellung zu übernehmen, die Bearbeitung der einzeliren Gebiete aber müßten von den verschiedenstert Mitgliedern unseres Verbandes übernommen werden. Den allgemeinen Stoff und die Gliederung, also die Festlegung der Disposition iväre entweder Sache des \'t C.-Tages oder besser des aktionsfähigeren, intensiver und schneller arbeitenden „Geschäftsführenden Ausschusses des K. C.", der nüt seinrun im ganzen K. E. verzweigten Mitgliederstabe hier eine dankbare Aufgabe gefunden hätte. Natürlich würde es nun nicht genügen, etwa die eiltzelnen Kapitel des „Leitfadens" einfach im Furennnterricht vorznlesen, oder ihn gar dem einzelnen Fnren zum „studieren" zu geben — danlit tväre nichts oder viel zu weitig gewonnen. Vieltnehr soll durch Schaffting eiltes derartigen Werkes nitr erreicht werden, daß für den Lehrendelt die Richtlinien itnd der Aufbau feines Uirterrichts festgelegt finb. Für beu F. M. bleibt daltlt ilnnler noch die Erweiterlillg*), die Erklärultg Ulld schließlich auch die persönliche Kritik offen. Danlit ist denn auch die Gefahr, von der ich weiter oben sprach, behoben; die Gefahr, daß ltttltntehr der F. M. sklavisch alt einem unveränderlichen Text hält und bamit die Seele *) Bei jedem Kapitel des Leitfadens denke ich mir umfangreiche Literatnrangaben. die einen bequemen Weg zur ausführlicheren Stosfbehandlung eimüglichen sollen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.