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KC-Blätter · 1912-06-01 · Heft 9 (1.6.1912) · p. Seite 175

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 9 (1.6.1912)
Date
1912-06-01
Page
Seite 175 (sequence 11)
Language
German
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175 gearbeitet I)ubeit, das; sie die Vermittler d eilt sch er Bildung' sind. Iudenlum und Deutschtum sind daher nur dann WegiMifäljc, wenn man unter Deutschtum das versteht, was oiu moderner österreichischer Dichter als „Knüppel- Delltschtmn bezeichnet hat. Knüppel-Deutschtum und Indentnnl, das geht allerdings nicht zusammen. Deutsch, das bedeutet ja nicht der Zufall der Geburt, deutsch, das bedeutet nicht die Nasse — Wilamonnh hat sich scharf dagegen ausgesprochen — sondern deutsch ist/nach WUamowitz, ein Mensch, der die Kultur unserer großen Dichter bewußt oder unbewußt als ein Element in seiner Seele trägt. IInb deutsch in diesem tieferen Sinne sind wir detttsche Bürger j ü d i s ch e 11 G lanb c n s. Wir Inden sind nicht Zerstörer des Deutschen, wir sind Erhalter des Deutschen, Erhalter deS Deutschen in jenem edleren Sinne, daß deutsch so viel heißt wie Idealismus, daß deutsch so viel heißt wie Gerechtigkeit, das deutsch so viel heißt wie Schätzung der. Geistes, Schätzung der geistigen Werte. Sofern sind wir Deutsche, sofern in uns dieses Wort des deutschesten der Philosophen nachzittert, dieses Wort Kants, in dem die ganze Wucht des Alten Testaments zu spüren ist: „Wenn die Gerechtigkeit nntergeht, so hat es keinen Wert mehr, daß Menschen auf Erden leben." Innere Wesensverwandtschast habe ich das genannt und nicht Fufall, denn ums wir für das deutsche Geistesleben bedeutet haben und bedeuten, das bedeuten nur nicht, o b s ch o n nur Inden sind, das bedeuten wir, weil wir Inden sind. Das bedeuten wir, sofern in unseren Häusern edle reine Sitte herrscht, sofern nur unser Leben beugen unter lebte, göttliche Vorschriften, sofern in uns das Beste des deutschen Idealismus wirksam und lebendig ist. Die Parsen Indiens behaupten, daß das Fetter, das sie in ihren Tempeln unterhalten, von dem Feuer herstammt, das einstens Zoroaster vor 4000 Jahren in Persien angezündet hat. Mit größerem Wechte behaupten wir deutsch.' Inden, daß das Feuer, das in unserer Seele brennt, von jenein Feuer stammt, das einstens am Sinai leuchtete, von dein Feuer, das im Herzen eines Iesaias empoOoderte. von dem Feuer des Alten Testamentes, das die Völker Europas ergriffen hat. Das Feuer, das in unserer Seele flammt, ist ein Teil jenes Feuers, das die Seele eines Luther, die Seele eines Kant durchglüht hak. Und solange dieses unser jüdisches Fetter in uns brennt und lebendig ist, solange sind wir nicht nur dem Wanten nach, sind wir nicht nur dem Znsatl nach Deutsche,'wir sind dem Wesen, dein Geiste, wir sind dem Schicksal nach Deutsche! Der Fureimnirrricht im H. C. Vorschläge zu feiner L ie>nrifation. Von F. Incobovic-;. Tipi. chrg. Vindrüla-Tarmstadt) (yffeit 4)iiifir Fm vorigen Jahre habe iu> an gleicher Stelle eine kleine Abhandlung über Me Erziehung der Füre erscheinen lassen. Ter damalige Aussatz enthielt im Wesentlichen eine allgemeine Anlei hmg, welche Prinzipien für die Erziehung tmseres Verbindnngsnachrvuchses zu gelten hätten, während er absichtlich die Frage der Organisation und des Lehrinhaltes des Fureuuuterricktes iiucvörtort ließ. Auf Anregung des „Geschäftsführenden Ausschusses" des K. E. will ich heute versuchen, Wege zur Wongrün innig des Fnrennuterrichtes im K. E. zu zeigen und den Lehrstoff in einer Disposition nir'X'rlegcit. Bei den meisten Verbiitdungeu im K. C. wird' der Fnrenunterricht dergestalt erteilt, daß man von einem allgemeinen Fnrenunterricht und einem Tendenzfnrennnterricht sprechen kann. Schon Holländer, der im K. E.-Iahrbuch 1000 die einschlägigen Fragen sehr ausführlich abhau» delt, weift daraus hin, daß d'.ese Unterscheidung, als nicht das Wesen der Sache treffend, wenig glücklich ist, und er verlangt die Einteilung in einen technischen und einen wissenschaftlichen Fnrenunterricht Diese Ansd'.ncksweife, die ich gerne annehme, bedeutet nielji. daß für dieselbe Sache nun neue Worte gebraucht iverdeu, sondern ein grundsätzlicher Unterschied ist damit sesigelegt. Der technische Teil des Fnreuunterrichles beschäftigt sich mit dem persönlichen Verhalten des Verbindungsstudenten, mit dem „Eomment", der Verfassung der Verbindung und lx's Verbandes und mit all' den Dingen, die eigeaUich von alten deutschen Verbindungen gleichartig behandelt und ge.Mögen werden. Tie Behandlung dieses Teiles de-. Fnrenunterrichtes ist verhältnismäßig einfach and von nicht allzu großer Bedentnng. Die Tn. Wtiou der meisten Ve> bindnnge.n im .0°. E. ha« Mer dafür gesorgt, daß der Unterricht in ziemlich lückenloser Weise dnrehgeführt wird, und das lebendige Beispiel des Verbindnngslcbens selbst bewirkt'stets eine schnelle Aneignung der hier n üweudigeu Kenntnisse und Fähigkeiten durch die Füre. Und wenn in diesen Dingen ivirkiich da und dort ein Mangel sich zeigen würde, so ist es für das spätere Verhallen des K. E.ers im pro:::scheu Leben meist ohne Bedeutung. Fu irgend einer generellen Aenderung des bestehenden Zustandes ist also hier meiner Meinung nach keinerlei Ursache vorhanden.

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