KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 9 (1.6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
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168 nach diesem in Freiburg war. Nach nochmaliger Aufforderung frag unsere K. V. üeiur V. I. St. an, ob er das kommeutwidrige Verhalten seines Mitgliedes billige. Da er dies bejahte, brach die tWbelliuia den studentischen Verkehr mit dem V. I. St. ab und teilte dies dem V. I. St. und, wie es in Freibnrg Sitte ist, auch denjenigen Korporationen nnt, mit denen sie in studentischem Verkehr stand. ^luinnehr rvandte sich das Präsidium des B.I.E. an die damals präsidierende Korporation des St E. mit einem Schreiben, in welchem um Beantwortung folgender Fragen gebeten inurde: 1. „Wie stellt sich der St CS. zu dem Vorgehen der Ghibellinia, zu der Tatsache der Verrnfserl'lärnug einer jiidische.lt Verbilldnng durch eine St. E. Verbindung? 2. Wie denkt sich der K. C5. das zrrkültstige Verhältnis zwischen K. CS. imb B. I. CS., da der B. F. CS. ans C^ritub seines engeil Kartells die Borgällge in Freiburg nicht als eine lokale Differenz betrachten kann?" Darauf antrvortete im Aufträge des K. C.-- Tages unterm Ai.Oktober 1U0!) dessen Vorsitzender: „ätarlSruhe, den 20. 10. lOOO. Ven'lnlichcS Präsidium des Bundes jüdischer Earparaüanen Berlin. llnsern bnuß .',nvor! Nntenertigter deelrrt sich, im Aufträge des Al. (5dem B. v>. '5.. folgendes ergebenst mit,’,ukUcu: Ter Al. (5. detrachtet den Alimflitt .pvische» seiner Vcvüindnna Eliilielliuia u»d dein Frei dürrer V. F. St. als einen rein lotateu, n n r du rch sin den- 1 i s ch e U v s a ch en e u t st o u b e u e u givischensnll. Denl^emüs! lehnt der Al. i>. eine Einmischiina in diese Vl»geleac»!>eit ad. Prmtzpicll ist der Al. E. nicht alHjVitciiir. Strei tin leiten v o »all a e m e t it c r B e deutnng. die iicl> paischeu beiden Verbänden als foldu'it für die oaliu' ergeben kannten, einem gemeinsamen. ail m-c ."jn tanstitnierenden Schiedsgericht zu unter breiten, über das der Al. 0'. entsprechenden Vorschlägen von Seiten des B. v\. ($. entgegensnht. i)lMl ngiulschen i. VI. des XIV. o. Al. b.-Tages ge.i. l'r. Friü Strauß, Vorsibender." Diese Resolution stellte die nach seiner Verfass ung einzig rnögliche Autmovt des K. (5. dar, sie enthielt ebensoioenig eine Billigung wie eine Mißbilligung der non unserer Freiburger K. V. erfolgten Wassenoerrnsserklärnng und konnte sie auch nicht entlralten, weit eine Einmischung in die Frage die Kompetenz des St. (S.= Tages überschritten hätte. Indem der St. (S. einerseits den Konflikt der beiderseitigen Freiburger Korporationen als einen rein lokalen zu betrachten erklärte, bekundete er, das; er den Wunsch hatte, so weit es in seiner Kompetenz lag, neue Streitigkeiten zu vermeiden, wie er andererseits hoffen konnte, daß durch Schaffung des von ihm vorgeschtagenen gemeinschaftlichen Schiedsgerichts über Streitigkeiten non allgemeiner Bedeutung zwischen Heiden Verbänden eine Basis geschaffen werbe, von der ans nicht blotzzukünftigenKonftikten begegnet worden wäre. Wae selbst dem Ai. E.-Tage 1!)()!» ungewohnt hat und die Ausführungen der sriinrnführenden Vertreter ans jener Tagung kennt, mußte es znm mindesten als eine vollkonnnene 'Verkennung der guten Absichten des Si. E. betrachten, wenn das Präsidium des B. I. E. in seinem, an die alten Herren des Ai.. E. gerichteten .ffrknlar erklärte. in der „prinzipiellen" Bereitschaft zu dem Schiedsgericht in „Streitigkeiten von allgemeiner Bedeutung (in dem Zirkular stand merkwürdigerweise „von prinzipieller Bedeutung"), die sich für die Folge ergeben könnten", nur eine Maskierimg der Weigerung, in zukünftigen konkreten Fällen einzugreifeu, erblicken zu können. — Halt man das Schreiben des St. (5. vom 2f>. Ott. 3909, dessen Aufrichtigkeit und wahre Bedeutung dem B. I. C. sehr wohl bekannt sein mußte, weil sein Vorsitzender genau wußte, daß der K. C. im einzelnen Fall seinen.Korporationen gegenüber lange nicht die Machtbefugnisse besaß wie der B. I. CS., den tendenziösen Einsendungen des B. I. CS. an' die ihm nahestehende Presse und seinem offensichtlich ans Erregung von Zwist innerhalb des Ai. C. berechneten Rundschreiben an die alten Herren des Ai. (S. gegenüber, so ergibt sich klar, daß es d>'m B. F. (£. weniger ans die Abstellung vielleicht wirklich vorhandener Mißstünde, als ans agitatorische Ausbeutung von Vorgängen ankam, die freilich nur möglich war. wenn man sich, wie es der B. F. (S. tat, aus den Standpunkt stellte, daß der St. CS. geflissentlich sich weigere, im konkreten Falle in eine Streitigkeit einzngrcisen. Wie ernstgemeint der Vorschlag des 5k. C.- Tages umr, geht daraus hervor, das: ienes Rundschreiben des B. I. E. bei allen alten Herren unseres Verbandes, auch denen, bi. in mancher Veziehung dem B.I.E. freundliches Interesse entgegenbrachten, Helle Entriistnng anslöste. Sie alle hatten und haben die Ueberzengnng, das; das Präsidium des B. I. E., wenn, es auch in dem ersten Konflikt mit der Echü.wg"üa sich in durchaus anerkennenswerter Weife verhalten hat. in der Folge feine Stellungnahme bewußt und absichtlich geändert hat. nicht weil es von dem mangelnden guten Willen des K. E. überzeugt war, soude.ru u>eil es ihm nützlich und zweckmäßig erschien, bei seinen Bemühungen, den K. E. fristematisch zu diskreditieren. Der K. E. aber hat {einem Willen zur Vermeidung von Konflikten mit jüdischen Studenten überhaupt seinen eigenen Korporationen und