KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 8 (1.5.1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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156 des Taschenbuchs (1892) „unter den zu bekämpfenden Feinden nach dem Judentum Sozialdemokratie und Freisinn gleichgeordnet nebeneinander" gestellt werden mutzten. Eine „solche Gleich, stell« ng wäre heute in dieser Allgemeinheit nicht mehr richtig". Daran wurden für Freunde und Feinde folgende Schlußfolgerungen geknüpft: „Wer ulH'rfiiirfilirij diese Tinge betrachtet, bcm mag co dabei wotzl scheinen, aw seien unsere Vereine allmählich in ihrem Wesen andere geworden, xHutf solch oberflächlicher Betrachtungsweise heraus erklärten sich die immer wiederlebrendeu Stimmen in der Oesfentlichkeit, die feststellen wollen, das; wir nicht mehr antisemitisch, oder das; wir einem Zuge nach links gefolgt seien, und die dann, je nach ihrem Pm-teistandpnnkl. uns darüber schelten oder uns ihr Wohlgefallen bezeugen. Wer sich aber nicht durch äußeren schein ablenlen lägt, wird unschwer erkennen. wie irrig jene Betrachtungsweise ist. Zn Wahrheit haben nicht wir »ns geändert, sondern die Tinge um uns herum haben sich geändert: lvir stehen gegenüber früher in anderen Zusammenhängen, bcueu wir uns nicht entzogen haben und in denen wir naturgemäs; anders anssehe» als in den früheren Zusammenhängen. So scheinen wir zwar andere zn sein, als wir früher schienen, und sind doch dieselben geblieben, die nur früher waren; und sollten etwa die früheren Berhältnisse einmal wiederkehren, so werden wir darum auch in ihrem Zusammenhang ebenso wieder erscheinen, lnie wir früher darin erschienen. So ist es mit dem Antisemitiömuö; er ist nicht ansgegeben, aber er hat an aktueller Bedeutung ein gebüßt: darum ist er für uns heute weniger Programmpnnkt als geistige Atmosphäre: er ist N'ie die Luft, in der wir leben; wir atmen sie. wir brauchen sie und wir wissen, das; und warum wir sie brauchen: aber wir reden wenig davon und es kommt uns nicht einmal in jedem Angenblnt zum Bewutztsein, das; wir darin leben. Und ähnlich ist cs mit unserm Verhältnis zu bou politischen Parteien und den angeblichen Vnck nach links: der § l unserer Satzungen ist unverändert geblieben; geändert aber haben sich znm Teil die linksliberalen Anschauungen; und ans dieser Aendernng ergibt sich notwendig eine Aendernng des beiderseitigen Verhältnisses." Da d'.e pateipolitische antisemitische Presse über diese schüchternen Seitensprünge ihres Schützlings sich höchst indigniert ülltzerte, wllrde jedoch alsbald wieder zum Rückzüge geblasen. Im „Reichs- Voten" (ll. 11. 1910) wurde diesem programmatischen Artikel von einem Mitgliede, das der letzten Verbandstagung beigewohnt hatte, jede grundsätzliche Bedeutung abgesprochen. Dafür spreche auch die Tatsache, daß auf der Berbandstagnng der antisemitische Charakter der Vereine allseitig anerkannt worden sei. Die ..Kreuz- Ztg." konnte denn auch die liberalen Blätter, die in vorzeitigen Jubel über die angebliche Abkehr des antisemitischen Verbandes von reaktionären Anschauungen ausgebrochen waren, mit vollem Recht fragen, ob sie denn ganz vergessen haben, daß die Organisationen des V. D. St. „nach wie vor Juden als Mitglieder nicht aufnehmen"! Es bleibt also als Kern der hitzigen Auseinandersetzung nur die recht belanglose Tatsache übrig, daß die süddeutschen Verbände, und auch der Leipziger und Königsderger V. D. St. im allgemeilten liberalen Anschauungen huldigen. Der Leipziger Verband ist es ja auch gewesen, der seinerzeit, unterstützt durch süddeutsche Organisationen. gegen den Ausschluß Naumanns lebhaften Protest erhob. Schluß folgt. Rheinfahri der westdeutschen ß.L.er. Wer an den Rheinfahrten der 5k. C er in den Jahren 1907 und 1908 teilgenommen hat, wird sich mit Bergungen der fröhlichen Stunden erinnern, die wir damals an den Ufern des Rheines gemeinschaftlich verleben durften. Leider sind in den letzteit Jahren die gemeinschaftlichen Rheinausflüge in Vergessenheit geraten. Um so fmibißer ist der Beschluß der Vereinigung C ö t n e r K. C. e r begrüßt worden, der dahin geht, in diesem Jahre wieder eine R he in fahrt der westdeutschen K. C.e r zu veranstalten. Alle rheinischen K. C.- Verbindungen, die den Grundstock der Teilnehmer stellen müssen, haben sich zustimmend zu dem Plane geäußert und auch ihr Einverständnis mit dem vorgeschlagenen Programm erklärt. Als Tag des Ausfluges ist gemäß dieser Vereinbarung Sonntag, der 39. Anni 1912 festgesetzt, welcher Tag mit Rücksicht auf den vorhergehenden Peter und Paul-Tag für den Ansslug besonders geeignet erscheint. ''Als Treffpunkt ist Dingen vorgesehen. Das ausführliche Prograrnm soll mit unseren Verbaltdsbrüdern in Bingen noch besprochen und in den am 1. Juni erscheinenden K. C.- Blättern verösfentticht tverden. Schon jetzt richten wir an alle /t. H.er die Eittladung, sich mit ihren Damen alt der Rheinfahrt zn beteiligen. Wir bitten, uns mit Ratschlägen an Hand zn gehen, und sehen auch der Mitteilung derjenigen Verbandsbrüder entgegen, die voraussichtlich sich an dem Ausflug beteiligen werden. Wir erwarten eine große Teilnehmerzahl, (mindestens 2(10 K. C.er), da nur dann der Zweck derartiger Veranstaltungen, die K. C.er der verschiedensten Gegenden in persönliche Berührung mit einander zu bringen, erfüllt werden kann. Auf fröhliche Stunden kann jeder mit Bestimmtheit rechnen. Pie Bereinigung Kölner K. tz.er I. A. Volksgartenstr. 12. Dr. Alfred Alsberg Vorsitzender.