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Ben Chananja · 1865-02-08 · 6 (8.2.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
6 (8.2.1865)
Date
1865-02-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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105 106 schon Carmoly in der Zeit. d. Judenthum« 1655, 542 bemerkte, zwei» mal unter .Nr. 15 nud Nr. 135» beide Male jedoch sehr fehlerhaft. Zur Berichtigung uob Entzifferung des Inhaltes bemerken wir Folgen» deS. Zm Allgemeinen ist Nr. 15 weit richtiger wiedergegeben. als Nr. 135, in welcher, abgesehen von vielen Korruptionen, zwei ganze Zeilen weggelassen find, und in Beziehung auf welche wir nicht begreifen, wodurch die Jahreszahl 1643 für dieselbe ermittelt worden ist. An drei Stellen jedoch scheint »ns Nr. 135 die richtige Lesrart zu enthalten, nämlich יצא מן המקום statt יוצא, ferner כשם סימן statt משש und עמו נטמן statt נכמן und glauben wir, daß res sich durch die ganze Grablchrist hinzirhenden Reimes auf מן wegen 0יבן für שמעון gesetzt und dabei an שמעון הצדיק gedacht wurde, so daß der Sinn der Strllr wäre: er zog aus der Stadt von dannen, welche hierdurch ihren Glanz und ihre Herrlichkeit verlor, mit dem Beinamen des Gerechten, nach dem bekannten Satze 'כשיצא צ־יק מן העיר ובו• Daß aber die Jahreszahl 1611 die richtige ist, folgt sowol aus dem durch größere Buchstaben hcrvorragrndrn Worte וכמשה, welches 371—1611 ergibt, als auch aus der Angabe לא קם השנת הפרט המן (nicht קמן wie in Nr. 135 steht), d. h. er erreichte nicht das Alter» welches der Zeit der damaligen kleinen Jahreszahl, nämltch 71, enisplicht und starb am Sonntag, dem 7. Adar (stau 2 ist wahrscheinlich ן z» lesen) in demselben Monate, in welchem wir (nach der Tradition) drn treuen Hirir», d. h. Moscheh, verloren. Ob der von Carmoly a. a. O. aus dem Frankfnrtcr Gcmeindrbuche angesnhrle Moses Maor Aalen, welcher 1570 in Frankfurt als Arzt bei der Gemeinte angcstcllt wurde, mit dem unfrizen identisch sei. vermögen wir so ohne Weiterenicht;»zugrbrn. da eS uns nicht gnr denkbar erscheint, daß man in Frankfurt eine» junge» Man» von 29 Jahre» -• denn älter konnte MoscS, der nach seiner Grabschrist im Jahre 1611 höchstens 70 Jahre alt war, 1570 nicht sein — als Gcmcindearzt angcstellt haben' sollte. Was übrigens die Bezeichnung פרייסטטיר betrifft, welche McseS in der in den Trtchnboik Dunasch S. 107 abgetruckie» Berkanstbrscheinigiliig aus dem.Jabre 1592 hat, so ist bei tcrsclbcn vielleicht gar nicht an eine Frei,labt oder Freistatt zu denken, wie Carmoly glaubt und selbst Rapoporr im Borworie zu Gal Ed. Nr. 17 noch zngibt, sonder״ will sie vielleicht nur sagen, daß er zu den sogcnaiiliteu hosbcsrcilc» Jude» ge» Hölle, die bclauntlich außer der Steuer, die sie als solche zu zahlen hatten, von jeder andern befreit waren. Die folgende Unterschrifk ist die des Jchuba bei, Simon, der wahrscheinlich identisch ist mit dem von Wolf a. o. O. S. 53 und 95 als Judrnrichter angeführte» Juda Pollald, der ziemlich wolbabeud gewesen zu sein scheint, da sei» Haus ,m Jahre 1670 am zwciiliöchstcn abgrschätzt wurde. — Jechiel Cohcn Rabe, über dcsse» ältere Familiktiglicder bereits Manches in Nr. 49 v. I. und Nr. 2 d. I. bet» gebracht worden ist, wozu wir noch bemerlr», daß der Sohn des bereitfrüher erwähnte1590 ,״ noch lebenden Mcnachem Raba, Namens Elia ui dem gedachte» Jahre i» Korfu mehrere Werke verfaßte, die sich in- Leß nur handschriftlich erhalte» haben, ist wahrscheinlich derselbe, den Wolf a. a. O. unter dem Namc» Michel Gerstel ebensalls als Juden« richler anführt. — Ueber Joses bei, Jakob ist uns nichts Nähere» bekannt; vielleicht war derselbe ei» Sohn de- 1667 verstorbene» Jakob Dcnat aus Boskowitz, vrgl. Wolf a. a. O. S.L7. — Naftali Her, Levi, mit dem Beinamen Coma, der zur Zeit der Verbannung Dajan in Wir» mar, begab sich von da nach Nikolsburg und unlerzeichiitle daselbst als einer der Bevollmächtigte» LaS die Rückkehr der Juden de« trefflndr Dokument. Wolf a. a. O. S. 63. — Ueber Chan och Levi au« Prag wisse» wir ebrnsalls nicht« Zuverlässiges beizubringen; viel» leicht ist derselbe jedoch einer der beiden Hönich (Wolf S. 96) und identisch mit jenem יהני הנ*ך.סג״ל dem Brrfasser von unrdirt ge» bliebcurn RTA. »nd Erklärungen zu den vier Turim, der vor 1669 gestorben ist und dessen Schn Hirsch 1699 in Frankfurt a. M. wohnte und die Werke Gerson Aschkenafi'S zum Drucke ordnete, cf. Vorrede zu חפארת הנרשוגי. Ad II. Wa« über Löb Sinzheim berichtet wird, finde» sich schon auf seiner Grabschrift bei Frankl Nr. 689. Sein Bruder Abraham, dessen Grabschrift ebenfalls daselbst Nr. 429 mitgethrilt wird, starb zehn Jahre später. Drgl. über beide nach Wolf Judrnlaufen S. 192 f. Ad III. Samuel Oppenheim und Samson Wertheim. Auch hier wird wenig Neues mitgelheilt. Bereit« im fünften Jahrgang« Le« Ha» wagid Nr. 10 haben wir auf die interessanten Zusätze aufmerksam ge« wacht, welche fich am Schluffe de« ersten Theile« der durch Sakamon Hanau im Jahre 1698 veranstalteten deutschen Uebersetzung de« Z,mach 8 David finden und in welchen zweien durch ihren Einfluß und ihr« segensreiche Wirksamkeit hervorragenden jüdischen«Familien die höchste Anerkennung gezollt wird und haben daselbst jene Zusätze auch nochmals publizirt. Die eine der gedachten Familien ist die Oppenheim'schk, von welcher gesagt wird, daß fich ein Theil derselben durch Gelehrsamkeit und der andere durch Reichthum und Einfluß auszeichne. Insbesondere aber wird der als Borsteher und Verwender für seine Glaubensgenossen bekannte Samuel Heidelberg» wie unser Samuel genannt wurde, gr-H priesen, dem man bereits so viele Wohlthaten verdanke, der täglich 29 bis 30 Personen an srinem Tische speise, in den Zeiten der Thrueruiig viele Wagen mir Mehl und Kleidungsstücken mehreren Gemeinden znr Bcrtheilung an ihre Armen gesandt und der, wie er hierdurch d»e Le» bensretler vieler Dürftigen geworden, so auch Andere fortwährend durchs Rath und That unterstützte. Auch habe er viele Gefangene bei denn llcbergange der Festung Ofen und anderer Festungen in der Türkei auS,A gelöst, indem er sic den Generalen abzekausi, ihnen Kleider und andere k Geschenke verabreicht und sie» wie in ihrer Gksangeuschast, so auch, nach- 8 dem sie dir Freiheit erlangt, ernährt. Dies habe er bereitfrüher ge» 8 »Han, sei aber noch fortwährend im Wohlthun unermüdlich und unter» 8 stütze namentlich viele Grlehileu, mit denen er gemeinschaftlich studire.« Gleich dem Erzvater Abraham bcwirthc er die bei ihm eiukehrendenK Gäste dergrstalt, daß eS ihnen schwer werde, sein HauS zu verlassen, in | welchem sic am letzten Tage eine gleich freundliche Bewirthung finden, wie am ersten. Noch bei ihrer Eutlassung erhalten sie Zehrung und Kleider. Bielen Gemeinden habe er bedeutende Summen vorgestrrckt, damit sie sich mittelst dersrlben wieder aushelsen könnten. In sriner Wohlthätigkeit gleichen ihm auch seine beiden Söhne, seine Töchter und deren Männer, wie sein Enkel. Bekannt ist auch, daß er im Jahre 1695 von dem Rabbiner Israel Frankl den jüdilchrn Friedhof ankaufte (cf. Frankl. Zur Geschichte der Juden in Wien S. 17), daß er der Stifter und Begründer des dortigen Spitals war und daß durch seine Berwem düng die erste Ausgabe von Eisenmengers judcnfcindltchem Wrrke un,!erdrückt wurde. Ob die von Frankl milgetheill-, auf eine Erzäklung Nathan AtlerS gegründele Nachricht, daß die meisten und kostbarsten bebräischcn Manuskripte au« der Hosbibliothrk zu Wien unser», Samuel vom Prinzen Eugen auSgchändigt worden seien, auf Wahrheit beruht, steht dahin; dagegen ist eS glaubhaft bezeugt, daß nur durch seine Mu׳ nifizenz Las Erscheinen vieler hebräischer Werke möglich wurde, wie die»E z. B. mit den zu Dessau >698 und 1699 krschienenen Büchern בית יהירה und ויקהל משה nach den Vorworten dazu der Fall war. Daß er trotz seines großen« Ansehens und seiner außerordeulllchen Ver׳k dienste um den Stal (vgl. Wolf. Vom ersten bis zum zwritrn Tempels S. 160). mit vielen Plackereien zu kämpfen hatte, beweist nicht al>! lein die im Jahre 1700 (in Welfs Judentaufen S. 28 steh, wol nur» durch Druckfehler: 1721) stallgehabte Plünderung seines Hause-, so»׳ß der» auch der Umstand, daß er. wie Sckut» Jüd. Merkw. Th. IV. Contf II, 97 berichtet, gleich srinen übrigen Glaubensgenossen in Rechtssache,^ die doppelte Tare zahlen mußte. — Auch über 91. Samson Wertheiad ließe fich noch Vielebericht:», wenn eS darauf ankämr, ausführlichero in das Detail einzugehen und bemerken wir hier nur ergänzend, das«' seine Freigebigkeit, un» die Herausgabe hebräischer Werke zn <rmig>| lichen, auch in dem Vorworte zu den bereit« erwähnten Büchern (?ויקהל משה und השארת הנרשוני gerühmt wird. § Ad IV. Wahier über Naßi Akiba in Ofen beigrbracht wird, ) findet fich außer der Stelle bei Abraham Troyr«, bereit« bei Hock l»j| Gal Ed Nr. 77, nur richtiger. Es heiß« dort nämlich, daß Jesai«?! Horwitz der Schwiegersohn de« Naffi Akiba gewesen sei, nicht jenrl - Sohn Schabtai. Carmoly hat in de« letztern Grabschrift auch die Wort« כן השתדלן והתנא הנשיאה עקיכא mißverstanden, wenn er dikseldri j übersetzt: ״daß er (nämlich Schabtai) ein Schwiegersohn de« Naßs Aklba gewesen sei', da והתנא zu השהרלן gehört und muß es heißt,!!

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