Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 6 (8.2.1865)
- Date
- 1865-02-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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10S 104 munb Stein, getreulich zur S׳i«r stand.'.Außerdem floß von erster,m und feiner «rleo und frommen Gattin, der Frau Henriette Stein, der Synagoge manche schöne Spende zu. Don andern Spendern nenne ich: Herrn Karl und Frau Jda Stein au« Wien, welche die heilige Lade in Wien von Meisterhand verferligea ließen. Herr Sigmund und Frau Louise Stein geb. KarpeleS schenkt,n ein prachtvolle« Pa. rochelh.Dr. Spitzer, ein in hiesiger Stadt beliebter und sehr gesuchter Arzt, ließ aus seine Kosten die Glaserarbeiten anfertigeo. Der Maler Goldfahn walte die Synagoge auf eine sehr geschmackvolle Weise au«. Di« übrigen Gemeindeglieder betheiliglen sich durch Ankauf von Sitzen, und der gegenwärtige Gemeindevorsteher, Herr Bachrach, führte da- Geschäft eine- Daukassier« mit musterhafter Ordnung und Pünktlichkeit. Die Einweihung ging vorgrstern in herzkrhebender Weise und unter wahrhaft brüderlicher Th,i'lnahme der hiesigen christlichen Bevölkerung vor sich. Der Stadtmagistlat mit dem Bürgermeister. Herrn Maschiro» vit«. der KomilatSmagistrat mit dem Obergcspan, Herrn PiokovitS an der Spitze und da- OsfijicrSkorpS verherrlichten die Feier durch ihre Gegenwart. Dieselbe Theilnahme legte aber. wabesondere Anerkennnng verdient, auch der hiesige katholische und orientalisch-orthodore Klerus an den Tag. Dem Festredner, Herrn Oberradbiner Low au- Szegedin, dem es. wie er in der Ansprache an eine Deputation äußerte, durch dafreie Dirlraucn seiner Brüder gegönnt war, bereitacht Svnagogen in Ungarn rinzuwcihen, konnte die Begeisterung seiner zahl« reichen Zuhörerschaft beweisen, daß er die ihm gewordene Aufgabe zur Verherrlichung der Lehre und Ehre Israels gelöst Hab,. Sehr gelungen war auch dir Ansprache unseres Rabbiners Ko hu bei der Uebergabe, und vom Geiste edler Toleranz durchweht die Red, des Herrn Bürger- Meisters MaschirovitS bei der Uebcrnahme de- Schlüssels. Der Chor der Synagoge zu Baja führte die Gesänge in sehr trefflicher Weise ans. Da« Fest wird Allen, die daran Theil nahmen, unvergeßlich bleiben. ל. Stuhlwcißcnburg, im- Jänner. Von dem hiesigen Rab. binatSverwcser, Herrn Nattanek, erscheint nächstens eine Sammlung hebräischer Gedichte; der Verfasser hat in die Sammlung auch die hebräischen Gtdichichen aufgenommen, welche von Zeit zu Zeit vom Redakteur des ״Brn Chananja" in diesem Blatte erschienen sind. Wir gestatten »ns, die Freunde ileuhebräischcr Poesie auf da« Werkchcn auf. merksam zu machen. J. W. Gran, 20. Jänner. Nachdem der frühere Vorstand sein Amt nicdergelegt hatte, wurde Herr S. L. Walisisch zum ersten Vorsteher, die Herren: S.Paul, Jg. Löwy 80»., M. Mellingcr, W. Fallsisch, H. Großmann und I. Schwarz zu Vorstehern gewählt, Männer von Einsicht und Thatlrast, von denen mit aller Zuversicht eine gedeihliche Verwaltung und Leitung unserer GtmeinLrangelegeiihkjtcn zu erwarten ist. Zusätze und Berichtigungen zu Carmoly's Beiträgen: Zur Geschichte der Juden in Oesterreich. Don Dr. M. Wi euer. Jo Nr. 51 de« ״Ben Chanauja" v. I. theilt Herr Dr. Carmoly in sechs Nummern Nachrichten über einige thcils durch Gelebr, samkeit, theil« durch Slestung und Einfluß hervorragende Israeliten in Oesterreich mit, von denen uns nicht recht klar grwordru. was der Verfasscr mit denselben bezwecken wollte. Sollten es nova sein, so war Herr Dr. Carmoly srhr im Jrrthume, wenn er sein, Miitbrilungen für solche hielt, da, wie wir Larthun werden, abgesehen von den man» cherlei Unrichtigkeiten, die er vorbringi. bei weitem das Meiste schon in anderen, leicht zugäuzlicheu Schristen sich findet, nud glaubt er für seine Arbeit wenigstens das Verdienst in Anspruch nehmen zu dürfen, in derselben alle oder Mindestendie meisten auderwärtS zerstreut vorkommrndea Daten in Betreff der von ihm besprochrnen Personen gesam׳ mett zu haben, so müssen wir ihm zu unserm Bedauern auch diese- Verdienst absprecheu. da er. wie wir zu zrigen Gelegruheit Hab,» werden, nicht einmal dir Arbeiten derjenigen Männer, welch, ״ach seiner rigeneu Angabe an der Spitzt seiner Bemerkungen ״in den neuern Zeiten lehrreiche Blätter über die österreichischen Juten geschrieben haben", keon«, oder sie au« Flüchtigkeit zu benutzen versäumt. Wir wollen die» an den einzelnen Nummern Nachweise«. Ad I. Mordrchai (nicht Mardechai) Jaffeh der Arltrre. Hier beginnt Herr Dr. C. sogleich mit einer falschen Mitthri« lung, indem er sagt, daß jener Mordechai von der aflgemeioen Verbaunnng der Israeli»,» au« Wien im Jahre 1670 allrin ausgenommen worden fei. C. schreibt diese Angabe Frankl nach, der sie in feinen jüdischeu Inschriften dr« alten jüdischen Friedhofes in Wien S. 20 hat; sie ist aber unrichtig. Diefolg» schon auder Erwägung der Derhand« lungrn, welche der Ausweisung der Juden an« Wien vorangegangen waren und dieselbe zur Folge gehabt hatten, nach welchen persönliche Verdienste schwerlich dem verhängnißvollen Beschlüsse gegenüber zu einer Ausnahme Bcranlaffung gegeben haben konnten. Abgesehen von dieser Erwägung abrr weist Wolf an verschiedenen Stelle» auf die Unrichtigkeit jener Miltheilunz hin, indem er mit Recht bemerkt, daß weder in de» AuSweisungSdekreten irgend eine Ausnahme grmacht wird, noch sich für den Vorsteher Markus Schlesinger ein besondere« Privilegium vorfindct und daß, wenn letzterer in Wien geblieben wäre, weder dir drei Jahre später zum Abschlüsse der Derhantlungen wegen Wiederausnähme tcr Vertriebene» aus Mähren nach Wien berufe neu Jndrn in dem Garten des Hoskammcrpräsidenten hätten versteckt gehalten zu werden, noch er selbst im Jahre 1675 die Vorschläge der Bevollmächtigten der ehemaligen Wiener Juden in Nikolsburg als bindend hätte zu nnterschrriben brauchen, (cf. das hundertlährige, Jubiläum der israelititischen KultuSgemeiiid, zu Wie» S. 4 und die Juden in der Leopoldfladt S. 03.) Wir füge» hierzu noch einen ander» Beweis, au« welchem aus« schlagendste zu ersehen ist. daß in Rücksicht aus Mordechai durchau« keine Ausnahme gemacht wurde. DaS von un« in der Beilage znm ״Ben Chananja* Nr. 45 v. I. aus Ohrl Jakob mitgriheilke Schreiben nämlich, welches die Gemciudc zu Wien »ach dem Erlasst des VerbaunuiigSdekrctcS in ihrer Noih an den Residente» Jsak Senior Teireira richtete, ist auch von □מרדכי כרזיליו unlcrschritben. und dieser ist kein anderer, als Mordechai Schlesinger, der auch, wie sein Enkel, den Beinamen Margaliot Jafe führte (es. Frankl a. a. O. Nr. 430 und Wolf die Juden in der Lcopoltstadt a. a. O.), so daß der Name מדזיליוס nur verdruckt ist für מדגליחה. Wenn wir demnach sehen, daß Mordechai selbst dem Residenten s.in Leid wegen der bevorstehenden Verbannung klagt, so wäre es ja lächerlich, »och ferner behaupten zu wollen, es habe in Rücksicht auf ihn eine Ausnahme stattgefunden. Wir benutzen diese Gelrgenheit. auch einige Data über die anderen sechs Personen mitzuiheilc», welche außer dem bekannten Rabbiuer Gcrson Aschkenasi Las gedachte Schreibe» der Wiener Gemeinde unterzeichnet haben. Unmittelbar nach der Unterschrift de« Rabbiners folgt die des Jehuda Lob Rose. Ob derselbe, wie man aus seinem Beinamen zu schließen berechtigt wäre, wirklich Arzt war. oder, wie UNS wahrscheinlicher ist, blos den Beinamen Rose oder Doktor von seinen Ahnen angenommen hat. steht noch dahin. Srin Enkel, der Krotoschiner Rabbiner Menachrm Mendel ben Meschullem Salomon Auerbach, Verfasser de- □\üp) עטרת. gedenkt nämlich in seinem Vorworte, zu dem grdachtrn, 1692 zum ersten Male erschienenen Werke seines damals dereit« verstorbenen Großvater«, sagt, daß derselbe utehrere Bücher verfaßte, die jedoch nicht erschienen seien und daß er keine Söhne, sondern nur Töchter hinterlassen habe. Er zollt seiner talmudischen Gelehrsamkeit, von welchrr er eiiizelne Proben in seinem Werke mitlheilt, große Auerkennung, erwähnt jedoch nicht« davon, daß sein Großvater auch Arzt gewesen sei, wa« er sicher nicht verschwiegrn hätte. Dagegen berichtet er, was von großem Joleresse ist. daß er sich Maar Katon unltrzeichnet habe nud in Wirt, ר״מ ואב״ד gcwcsen sei. Da wir aber wissen, daß bi- 1070 Gcrson Aschlenafi diese Würde bekleidete, so darf man virlleicht vermnthen, daß rr zu den später wiederum nach Wien zurückkehreuten Verbannten gehörte und alsdann dabezeichuete Amt vrrsah. Wie dem aber auch sei. erscbe» wir aus der Bcmerlung seine- Eukel«, daß er der berühitilen Familie Maor Katon angrhörte, von welcher mehrett Glieder schon ftüher in Wie» lebten und wir Inda, wahrschein-!ich srin Großvater n»d testen Vater Mose« daselbst als Aerzte praktizirlrn. Die Leichensteiti, beider finden sich noch vor und deren Inschriften sind durch Frankl publizirt und zwar drr de- Mose« Maor Katon,- wie