Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 6 (8.2.1865)
- Date
- 1865-02-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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99 100 Geschäfte einstellte, bis das Leichenbegängniß vorüber war. Da dies jedoch im Laufe der Zeit Vielen sehr lästig fallen mußte, bildeten sich Vereine, welche die Todtenbestattung übernahmen, so daß nach dem Ableben eines Gemeindegenossen nur diese zu feiern hatten, und die übrigen Gemeinde, glieder ihren gewöhnlichen Geschäften nachgehen konnten. Auf welche Weise organisirten sich nun diese Vereine? Die TalmndauSleger stimmen darin überein, daß sich die ganze Gemeinde zum Behnfe der Todtenbestattung in Gruppen gethcilt hat; über die Wirksamkeit dieser Gruppen sind jedoch die Meinungen verschieden. Die Einen nehmen an, daß jeder Gruppe ein für allemal ihr Wirkungskreis angewiesen war; Andere meinen, daß die Gruppen sich nach einer Zeitfrist ablösten, so daß jede Gruppe, sohald die Reihe an sie kam, alle Leichcnbestattungcn zu besorgen hatten. (Fortsetzung folgt.) ״Die Xfi0run(j d 68 Einsame 11“ Von Leopold Duke«. (Fortsetzung.') Der Filosof will wissen, was der Krug enthält. Er will daS Wesen der Dinge erkennen, und auch daS w a r u m. Daß er — um mit dem begonnenen Bilde Jean Pauls fortzufahren — die harten Schalen knacken wollte, macht ihm die größie Ehre, daß er eö nicht konnte, ist durchaus nicht seine Schuld. Können und nicht wollen, ist zuweilen verwerflich. Wollen und nicht können, ist zuweilen bedauerlich. DaS ״wollen" und ״nicht können", ist nicht der unbeträchtlichste Theil der Geschichte der Filososie. ״DaS Buch ist offen." ') ES ist nur ״haben" ״sollen" darin. ES sind dies die Ufer, zwischen welchen der Strom menschlicher Thaligkeit fließt. Für ״wollen'" ist in den kausmännischeu Büchern kein Raum gelassen. In dem großen Buche der Geschichte ist auch für daö ״wollen" ein ehrenvoller Platz gelassen. Der Einsame (מתבודד) macht selbst Anspruch auf ein bescheidenes Plätzchen in diesem Buche. Wir haben denselben einen Augenblick verlassen, wir kehren zu ibm zurück. Einen Satz deS Aristoteles nehmen wir als Begleiter mit. ״Der Mensch ist ein geselliges Thier." Diese Worte deS Aristoteles, an die Spitze seiner Politik hingestellt, sind ans allen Seiten, und so auch gelegentlich von unserm Verfasser angeführt. °) Tie Anführung dieses Satzcö deutet im Allgemeinen an, daß in dieser Abhandlung nicht von der Einsamkeit eineö Einsiedlers die Rede ist, sondern von dem Zurückziehen in eine Gesellschaft, wo höhere Bestrebungen vorwaltend sind. Hören wir die Worte deS Verfassers selbst. - והנה ר«מת'חד(י אם כן טהור מבני נילו וני• אבל (י אמנם חובה שיתחבר עם אנשי החכמות משני שאנשי החכמות . עמו בקצת המקומות וירבו בקצתם ערן שינוע בקצתם שיעדרו על כן יהיה המתיחר חובה עליו בקצת המקומות *) ®. di, vorig, Nummer. י) «both (3. 10) ו״3 הסנקס סתוח ©orwort unser,« Sch,re Echte mo flutet sich auch matichro^üder tirse Phrasr. ') 2» Kap. 7. 33״ Munt S. 402. *) (50 ist dieses >d,»tisch mit מתבורר (vergl. auch weiter unten.) ') (50 »rinne.' diese« au Li, Wo׳«, der Mi sch na (Ado'h 4. 14) הוי נולה למקום תירה ,Wand», dorthin. »v Wiffrnschas, (Thora) iß - r שישמור מהאנשים בכלל כל מד, שאפשר לו ולא יתערב עמם אלא בענינים ההכרחיים וזה ניב כסי ההכרה וישימם נפרדים ממנו וני. ״Der Einsame, welcher in moralischer Reinheit seine Genossen übertrifft 1c. 1c." eS ist dessen Pflicht, daß er sich mit den Männern der Wissenschaft verbinde. Da aber solche in manchen Ländern nur in geringer Anzahl, in manchen andern in größerer Anzahl vorhanden sind, in manchen aber gänzlich fehlen, so ist eö in manchen Plätzen die Pflicht deS Einsamen, daß er sich im Allgemeinen so weit als mög-!ich zurückziehe, sich nur unter nothwendigen Umständen in ihre Gesellschaft begebe, und anch dann nur unter Zwang, und halte sie entfernt von sich k. re." ״Das Leben ist kurz, der Arbeit ist viel",&) mochte dem Einsamen (מתבורר) beständig im Geiste gegenwärtig sein. Dem Wortlaute nach zwar etwas strenger, läßt sich auch Maimonideö°) vernehmen, im Allgemeinen jedoch' sind die Worte desselben mit denen unseres Autors zu vereinige». (Fortsetzung folgt.) Die älhilksate und AejlrebMlM der ismellWeu Gemeinde zu .kelhM. Ein Beitrag zur Geschichte der »»garischcu Israeliten im 17. und 18. Jahrhundert. Von Dr. M. Zipfer. Obcrrabbiner. (Fortsetzung. •) Der betreffende Vorladungöbrief, der mir im Originale vorliegt, lautet in der Uebersetzung, wie folgt: ״Nechnitz, im Monat Ab 540—1780. An die Gemeinde zu Körmend. ״Da seit einiger Zeit daö Gerücht zu unS gekommen, daß euer NeligionSweiscr, R. Mordechai auö Polen, ungesetzmaßige Elilscheidungen enheilt, und wie ihr zugleich aus dem Schreiben deS OberrabinerS auö Prag ersehen werdet, derselbe dahin eine Anfrage gestellt, worin er seine Unwissenheit zu erkennen gibt, in Folge dessen hat sich der erwähnte Prager Oberrabbiner veranlaßt gesehen, an unfern Rabbiner zu schreiben, daß er euer» Religionöweiser auS Rücksicht für dessen hohes Alter bloS auf drei Jahre für unfähig erkläre, Schcidebriese oder Ehalizoth vorzunehmen. Auch der Rabbiner zu Prcßburg schickte einen Brief• voll Bitterkeit gegen euer« NeligionSweiser hieher und äußert sich, denselben absetzen zu wollen, so eS in seiner Macht stünde. Da beide jedoch zu entfernt sind, so trugen sie unserm Rabbiner auf, der Sache nachzuforschen. Mithin fordern wir euch auf, cnern besagten NeligionSweiser binnen fünf Tagen herzuschicken, daß er sich vor unserem Rabbiner rechtfertige über Alles, waS ihm hier nächgewiesen werden wird, daß er gegen unser heiliges Gesetz gehandelt, und daß er sich allem unterwerfe, waS über ihn da verfügt werden wird. Sollte dies jedoch nicht geschehen, so wird ein feierlicher *) Abot h 2, 16 היום קצר וני E« ist dies,« mit dem Anfang der Aphorismen de« Hypokratr« zu vergleichen: ,Do« Leben!ft kurz, die Kunst ist lang" vergl. nianche Nachweisungea darüber in unserem Ben Ga birst S. 40. Im Kusari (V. 8- 2) sind die Worte: - והחיים קצרים והמלאכה מרובה. - *) Die hieher gehörigen Worte (More Newuchim Hl. 51) laut,«: - ומסני זה ירבה כל הסיר להסדר ולהתבודד ולא יתחבר עם אדם רק לצורך הכרחי. *) S. v. I. Nr. 17 20. 21. 23. 26. 27. 29. 30. 38. 39. 46י 47. 49. und oben 3. 4.