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Ben Chananja · 1863-06-04 · 23 (4.6.1863) · page 7

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
23 (4.6.1863)
Date
1863-06-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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391 392 und andere Grabzerälhe angeschafft. Die 8H. St.. die vom Beginne au entschlossen war. im Wesen der Sache nachzugeben, um den ärgerlichen Zwiespalt zu beseitigen, will jedoch die Form aufrecht erhalten, und na« terwirst lieber ibre Statuten einer Revision durch rin dazu berufene-!tiabbinatskollegium, al» daß fle dieselbet, einem Einzelwisten gegenüber sii-pendiren sollte. Zn welchem Geisse diese Revision auSfallen wird׳ bleibt der Zukunft anheimgessellt, doch spricht sich daassgemeine Derirauen dahin au«, daß e« den Nabbinen, die in etwa drei Wochen ihre Sitzungen beginnen sollen, gelingeu werde, diese Angelegenheit im Sinne de» jüdischen Rituellaber auch mit Rücksicht auf die Zeiiforderungru zu erledigen. Wir unsererseits setzen außerdem ein nicht geringe- Deriraneu ui die Energie, mit welcher der hochverehrte Rabbi zu Szt. Ujt>clx> für di« Wahrhkil und da- Recht zn kämpfen, nnd dir Anmaßun« gen de- Ehaffidi-mnrntgegenzutreten, den Mulh hat; — ferner in la« au-gebreitete profane Wissen, dessen Besitzesich der PecS-Njfaiuer Rabbi zu erfrenen hat, und hoffen. daß wie in diesen Blätter» ein solche- Resultat der Verhandlungen zu regissrtren haben werden» damit der Tendenz derselben nicht im Widerspruche ssehen soll. M. N. Rottenberg. Literarische Anzeige. Zur Würdigung des Verfahrens von Grätz bei der Bearbeitung seiner Geschichte der Juden. Don Dr. M. Wiener. (Schluß.) Der jüngste Jahrgang de- Werlheimerische» Jahrbuches enthält nämlich einen sich zumeist aus Hvpolhescn und Eonjccluren stützenden Aufsatz auder Feder de- Herrn Gr. unter der Ueberschrift. Der jütische SlaatSmaiiu Saob-Addaula und der Rabbiner Mair von Rothenbürg, in welchem aus eine höchst willkürliche Weise nachzuweiscn versucht wird, daß die Auswanderung des letzter» aus Deulschlatid lediglick in Folge der durch den Einstnß des genaniiten jüdischen StaatsiiianncS so günssigei, Lage der Juden im Morgenlande erfolgt sei. Von dem Anstrctcu eines Messias aber und der möglicherweise hierdurch veratilaßten Auswanderung vieler Juden aus Süddeutschland findet sich daselbst auch nicht die entsernteste Andeutung. Nachdem ich jedoch in dem Vorworte zu meinen Regesten diesen Nmstand besonderhervorgehoben und ihn bei den vielen Leiden, von denen die Jude» in Südteutschlaud damals heimgrsucht wurden, al» wahrscheinliche Veranlassung der heimlichen Entfernung so vieler Familien nach Palästina nachgewiesen hatte, sagte Herr Gr. mit einem Male (S. 202). R Mcir sei mit seiner ganzen Familie auSgcwandrrt, um nach Palästina zn gehen. ״Es hieß, eiu Messias sei dort ausgetreten, welcher daunglückliche Israel erlösen wolle. Haben die Juden diese» geltend gemacht? Sollte der kabbalistische Schwärnicr Abr. Abulafia, welcher in dieser Zeit in Sicilien al» Prophet und Messias austrat, eine» messianischrn Wieterhall io den Herzen der deutschen Juden erweckt haben?- In tem Jahrbucht wird ferner angegeben, daß R. Meir in ״Jsenheim oder Geisenheim ober Mainz unter Aussichl des ErzkanzlerS und Erzbischofs von Mainzin Hast gehalten wurde; jetzt aber, nachdem ich a. a. O. »achgewtesen habe, daß der Ort feiner Hast da- Schloß Enfisheim in Oberelsaß war, stimmt Herr Gr. (S. 203) mir bei und schreibt: Rulolph ließ ihn in deu Thurm von Enfisheim (in Elsaß) in Haft bringen. Auch der Tag der Haft ist, obgrsthen von der Flüchtigkeit, in Folge deren Gr. den Rabbi schon am 4. Tantmu» dem Kaiser auSliefern und in Enfisheim in Hast bringen läßt. während ihn au jenem Tage erst Graf Meinhard gefangen nahm, im Jahrbuche und daran« in der Geschichte S. 203 falsch alder >S. Jaui und erst a. a. O- Note g S. 478 nach meiner Angabe richtig al« der 28.. Juni auzrgr» ben. Nach diesem Nachweise wird man r« Herrn Gr. sicher nicht glaube«, daß er seine Untersuchungen längst niedergeschriebea hatte, al« meise Regesten erschienen. Aber auch auseiner Darstestnng selbst erbrstet die Unwahrheit seiner Behauptung nur zu deutlich und man erkennt leicht, daß jene nur möglich war. nachdem er meine A-beit eingrsehe» battr. da er sämmtliche Quellen ansührt, die ich vor ihm beigebracht und auf alle Punkte eingeht. auf die ich zuerst dir Aufmerksamkeit gelenkt habe, und schon die Rabbinen bemerken für solche Fälle אין שני נביאיש מהנבאים בסגנון אהד• Niemand hatte nämlich vor mir über den Ort Rothenburg, nach welchem R. Meir genannt wird, eine Unlersuchung angrstellt, überall ist er an» Rothenburg schlechtweg, oder au- Rothenburg an der Tauber genannt und auch Herr Gr. nennt ihn iw Jahrbuche einfach R. M. an- R. Erst a. a. O. sprach ich die Dermatbung au-, daß vielleicht Nothenb. am Neckar gemeint sein könnte. Grätz weist nun S. 183 — was auch ich tn meiner demnächst unter die Presse kommetiteit, wie ich jedoch glaubwürdig nachzuweisea vermag, bereits im September v. I. druckfcrtig gewesenen Geschichte der Juden in Speyer zitgleich unter Anführung einer von Gr. nicht beachteten Stelle in dem NGA. des R. Jakob Bär gcthan — au» Jssrrleta nach, daß Roth. a. d. Tauber das richtige sei. Geht hierannicht wieder deutlich hervor, daß Gr. meine Arbeit bereitgekannt hat? Ich habe ferner die Behauptung Jost's, daß R. Meir Oberrabbiner de- Reichgewesen, bestritte»: Gr. meint nun, daß er wohl der erste Grcßrabdiner detcutschcii Reiche» gewesen sei, vielleicht gar vom Kaiser Rudolph als solcher ernannt. Daß die» jedoch falsch sei, werde ich später zetgrn. Da- Eitat aus BcehmerS Fontes S. 163. Anm. 5 ist aumeinen Regrsten S. 13 abgcschriebcn und nur die falsche Seitenangabe wie die Parenthese rex, da in den Annales Colmar., wir bei mir, deutlich Ile* Rudolphus sicht, gehört Hrn. Grätz. Daß mit Rotwilre hier Rothenburg und mit dem Juden-, Len Rudolph gefangen nehmen ließ, R. Meir bezeichnet werde, habe ich als Vcrmnthung ausgesprochen und al« Der- Wechslung von Weiler und Burg wahrscheinlich zu machen versucht; Herr Gr. in seiner bekannten Manier. Eonjectnrcn für Wahrheit au-- zugeben, eignet sich meine Angaben, ohne mich zu nennen, an, und schreibt a. a. O. ohne Weiteres: ״Rotwilre steht hier für Rothenburg- und S. 477 ״Daß hier von der Gefangennahme de« R. Mcir von R. die Rede ist und daß Rotwilre für Rothenburg steht, braucht ntchi bewiesen zu werden." So meint Herr Grätz. Ich aber, der ich vc« der historischen Wissenschaft eine andere Vorstellung habe, aler. und der Meinuitg bin, daß c» einem Geschichtsschreiber, wenn er keinen bloßen Roman schreiben will, um die Ermittlung der puren Wahrheit zu thun sein müsse, vermag eine der Wahrscheinlichkeit nach s» nahe kommende Eonjekiur noch immer nicht als unumstößliche Gewißheit anzusehcn und habe daher meine Bermuthnngen durch Beweise unterstütze» zu müssen geglaubt. WaS dann S. 203 ff. über R. Meir weiter derichtet wird, ist wiederum aus dem Vorworte zu meinen Regesten groß» teulhrilS abgeschricben. wie ein Vergleich beider Slesten leicht darthu». Dasselbe ist mit dem größten Theil der Note S der Fall, wo Herr Gr. schlau genug ist. den von mir mitgetheilten Abschnitt de» Passuau« dem Cltroo. Colmar, und die von mir (Regesten S- 12) nachgrwiesrae Urkunde bei Schunk ganz, aber mehrfach korrumplrt, au-juschreibe». — WaS aber in den R. Meir gewidmeten Blättern nicht Plagiat ist, ent« hält so viele Fehler, daß dieselben allein schon hinreichen. die Mangel, Hastigkeit deS gauzeu Werke» erkennen zu lassen. Al- Beleg seien hier nur einige terselbeu angeführt. S. 130 spricht er von dem Lehrer de« R. Meir, Samuel ben Salomo, und sagt uutrr Berufung auf RGA. Nr. 250. daß derselbe keine Thalmnderemplare besaß, weil e« (sic) ih»

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