Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 21 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542940--3127-3522466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
376 376 auf Sephardim S. 327 genommen und fo ist da« über Don Zag de Malea (S. 165 f.) Gesagt, ,io Plagiat andessen Geschichte der Zu» den in Spanien und Portugal (S. 117 ff.), der Bericht über den Hirtenkrruzzug (S. 206) und die Zud,»Metzelei in Navarra (S. 332) eine mehr al« ohne Quellenbezeichnung erlaubte Benutzung desselben a. a. O. S. 3b f. -10 und 141 ff. und die Mitthrilung über Don Samuel Abulafia (S. 411 ff) vielfach an« dessen Abhandlung in Frankel-Mo« natSschrist 1857, 385 ff entlehnt. Eine solche Ungezogenheit und litera« rikchr Unehrlichkeit verdient aber wahrlich einmal öffentlich gegeißelt zu werden. Eine andere, vom wiffeuschastlichen Standpunkte au« nicht minder zu verwerfende Ungebührlichleit ist »S, wenn er S. Cassel nicht nennt, ihn aber dafür um so häufiger anSschreibt. Die« geschah z. B. S. 131. wo er das von letzterem erst nach vielem Nachtwachen ermittelte Touque« in der Normandie für טוך (f. historische Versuche S. 28) ohne Weiirres adoptirt, obgleich Z״nz (Ritus 214) dieser Deutung nicht bcizustimmen scheint, ferner S. 333 ff bri trr Schilderung der beiden jüdi« scheu Günstlinge Alphons XI., des Don Joseph de Ecija und Samuel Zbn-Wakar, wo Cassels Artikel Zuden S. 217 und bei der Erzählung rcS Kampfes zwischen Don Pedro und seinem Bruder Heinrich von!rastamare, wo derselbe a. a. O. S. 218 ff geplündert ist. Dafür be. günstigt er Andere wiederum um so mehr, und erwähnt, wo fich nur irgend Gelegenheit dazu bietet, nicht allein ihre Werke, sondern auch ihre Namen, so besonder- CarmolyS 1,»d PcrleS; jenen, wenn nicht aus anderen Grünten, so doch sicher ans Dankbarkeit für die ihm gestaltete Benutzung seiner Manuskripte und diesen als seinen ehemaligen Schüler, der ihm seine unlängst erschienene Schrift über Sal. den Aderet gewidmet hat. Aber selbst Carmoly ist mehrmals nicht erwähnt, wo seiner Kälte gedacht werden müssen, wie z. B. S. 161 und 401. wo von dem Gemetzel zu Weißcnbnrg und zu Lauda die Rede ist und aus zwei Irrlkümer von Zuuz ausmcrkiam gemacht wird, die bereits Carmoly in Steins israel. Bclkslehrcr 1857, 18 und 23 berichtigt hat und S. 200 wo über die Leiden von Bacherach und anderen Orlen berichtet wird, über welche derselbe a. a. O. S. 20 haiidcll. woraus Herr Grätz zu» gleich hätte lernen könne», daß in dem Mainzer Mcmorbuchc nicht von Brülkcnhauien und Mulrichsstadt, sondern von Rocketlhause» . wo nbngeuS »ach Carnioly nur 13 Zuden erschlagen wurden, und Meirichstad! die Rede ist. Um indeß gerecht zu sein, habe ich bei dieser Gelegcnhcit auch eine Unikehr zum Besser» bei Grätz iusoscri, zu rcgistrircn, als er ui dicicni Bande Znnz Gerechtigkeit widersahren läßt, indem er ihn nicht allein häufig zilirt, sondern auch dessen Arbeiten das ihucn gebührende, freilich durch seine früheren Ausfälle bei keitieiir Sachkun« diaen erschütterte Lob zollt. Ja. er wird sogar zu Znnz'S Pancgyristen und man gewinnt einen Maßstab für dir Urtheilssähigkeit de« Herrn Grätz. wenn man bedenkt, daß er Znnz, dem er früher nur mehr einen verwirrcuden al« aushelleuden Nolizenkram und nur wenig fördernde Nomciiklalure» beizulcgen die Dreistigkeit hatte und der (VI. 302 Anm.) sehr viel Bücherstaub aufgewühlt, aber auch nicht ein Stäubchen Brauch» bare« zu Tage gefördert haben sollte, nunmehr nachrühmt (VII Note 4). daß er fich so schön auSzudrücken verstehe, daß seine martyrologischen Annalen ihrer Genauigkeit und Geschichtllchkeit wegen werthvoll seien; daß Zunz sogar Gelehrsamkeit besitze, die man aus diesem Gebiete nicht vermisse und daß selbst einzelne Mißgriffe da« Verdienst jener großar» tigen Zusammenstellung, der eine nur allzngerechte Anerkennung gebühre, keineswegs schmälern könnten. Zu der That. man muß Herrn Grätz für Liesen so häufigen und raschen Wechsel der Ansichten bewundern, und zwar um so mehr, al« fein neueste» Urtheil über Zunz'S martyrologische Annalen mit dem seines Freunde» Carmoly im israelitischen Bolkslchrer a. a. O. in diametralem Widerspruche steht und Herr Grätz mag fich nur daraus gefaßt machen, demnächst von Herrn Carmoly ebrnsakl» ein offene» Sendschreiben zu erhalten, wie er een selche» an mich in dem» selbe« Blatte 1850, 50 wegen meiner, wir ihm schien, astzngroße» Ve» wunderung für Zunz gerichtet hat. Ganz an« der Art schlägt jedoch Herr Grätz auch Zunz gegenüber nicht und lassen fich gar manche Siel» len Nachweisen, wo er letzteren zwar benutzt, aber wahrscheinlich, vrU er nur au« primären Quelle« schöpft, nicht genannt hat. So anßer vielen anderen Orten, z. B. S. 20 Anm. 2, wo auf Zunz zur Ge» schichte S. 40: S. 112, wo auf denselben a. a. O. S. 167; E. 151 und 155, wo aus dessen lehrreiche Abhandlung on goographical literature of the Jcws in Ascher« Benjamin von Tudrla Nr. 48 (vrgl. Sachs die relig. Poesie S. 324 s.), woran« zugleich zu ersehe» war» daß ,s noch zweifelhaft ist, ob Nachmani« Gebeine in Chalfa beiges,tzt wurden: S. 377» wo in Betreff de« Verfasser« de« Srfer Aguda ans dessen Additaaenta ad cod. Lipa XXXVII. B. verwiesen werden sollte. Allein man kann von Herrn Grätz nicht verlangen, daß er auch nur einem Gelehrten gegenüber ganz ehrlich zu Werke gehen soll. Am vcrwcrstichstcn ist aber Herr Grätz in diesem Bande gegen mich verfahren. Nicht allriu verschweigt er meinen Namen an viele« Stellen, wo er. wenn literarische Ehrlichkeit ihm nicht ganz fremd wäre, ihn hätte nennen müssen »ud schreibt er an« meuien Schriften vielfach ab, wie er diese« schon in den früheren Bänden gclhan. indem er z. B. in Rücksicht aus den von mir in mcinem Emek habacha Anm. 46 rot« zifferten Ortsnamen Wevelinghoven (VI, 431) ohne Weitere« sagt: זויבלינק ר1ובא ist offenbar Wtvelinghoscn — ein Vergehen. dessen fich auch Auerbach in Borilh Abraham S. 27 schuldig machte — fen« dcrn er hat auch, nachdem ick im Borworlt meiner nunmehr seit fast anderthalb Zähren in den Händen de« Publikum« befindlichen Regesten selbstständige Forschungen über da« Leben de« R. Meir au« Rothen» borg, in Beziehung aus welche mir Zunz eiuräumt, daß sie neue« Licht über den berühmten deutschen Rabbiner verbreiten, publizirt batte, die Dreistigkeit, sich die von mir gewonnene» Resultate ohne Weitere« allzucigncn und zu erklären, daß seine Untersuchungen längst niederge» schrieben waren, al« meine Regesten erschienen! Al« ich dieselben ver» öffcnllichtc, wußte ich, daß diese Arbeit, in welcher der Inhalt von etwa 1400 Urkunden kurz mitzetkeilt und znglrich jcdeSmal genau der Ort angrgcbcu ist, an welchem die Urkunde fich vollständig findet, wie nicht leicht eine andere, den Plagiatoren bei ihrem sauberen Geschäfte Bor« schub leisten würde; an eine» so unredlichen Gebrauch aber, wie ihn Grätz von meiiiciu Buche gemacht, habe ich durchaus nicht gedacht. Ge» setzt es wäre wahr, was er angibt, daß cr nämlich durch srlbststä udige Untccsuchuugcn zu ähnlichen Ergrbniffen wie ich gelangt wäre, so mußte er, wen» er auch nur einen Funken von literarischer Ehrlichkeit hätte, nachdem meine Arbeit um so viel früher, als die ,einige erschien ea war, doch wenigsten» aus jrne verweisen. Aber seine Bemerkung ist völlig unwahr, wir ich gleich erhärten werde. Weit vor der S. 476 begio« »enden Note über die Gefangennahme de« R. Meir zitirt er schon de« später, als mrine Regesten erschienenen zweiten Theil von LandShuth'« Ainude haaboda, Lcbrechl'S Arbeit über die Handschriften de« Thalmud ״ud die noch später erschienene Schrift von PerleS über Sal. den Aderet und S. 435 führt cr eine Stelle au« einem zu Gunsten de« Maimuni verfaßten Gedichte an, nicht wie sie io seiner Blumrnlese fehlerhaft ab» gedruckt, weil unfiunig iulcrprelirt worden ist, sondern wie ihn über da« Berstäudiiiß erst Geiger in seiner neuen Zeitschrift belehrt hat; wir wäre dies möglich, wenn seine erst später folgend« Untersuchung über R. Mcir schon längst nitdergeichricben gewesen wäre . almein, Rege« stc» erichlkiien? Damit jedoch Herr Grätz diesen Bewei« nicht etwa durch dir kccke Behauptung zu eaikrästen versuche, daß gerade dieser von R. Meir handelnde Abschnitt schon früher und zwar längst vor der Publikation meinrr Regesten uiederzeschrieben war, will ich seine Un» Wahrheit sowohl au« jenem Abschnitte seine« Buche« selbst , al« auch au« einem Vergleiche diese« Abschnittemit einer noch im vorigen So»« Iss