Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 21 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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371 37S Anhänglichkeit für ihre GlaubenSbrüder £raft und Math fanden, au«- zustreueo die heilige Saat, an« der da« Heil der Brüder keimen, emporwachseo und endlich — wenn auch erst nach Jahrhunderten — zur Reise sich entwickeln soll«»! — Dum Schauer der Ehrfurcht durchrieselt, von heiliger Ahnung ergriffen rufen wir dem unsterblichen Geiste dieser «dein nach ״! בא יבוא ברנה נושא אלמהIn Jubel seid ihr eingegangen, ihr wackern Arbeiter, um nach dem ehrlich vollbrachten Tagewerke zu emvfangen au« der Hand de- Herrn, für die rechte Saat die rechte Ernte!" ״Heute nun, meine Brüder, wosten wir nicht erst in die ferne Vergangenheit zurückgrhen. nicht an den Gräbern der Vorzeit wollen wir au« verfallenen, halbverwischten Monumenten vergessene Namen entziffern und enträthseln. um sie dem Getächlniffe der Brücer iviederzugeben; jung noch ist da« Grab, aus welche« wir den כהר שם טיב den Kranz der weihevolle» Erinnerung in frommer Andacht legen wollen, noch hat der Mond inchl gewechselt, seitdem sich diese« Grab geschlossen hat! — Wie könnten wir auch in dieser heiligen Stunde. indem wir von der rechten Saat und von der rechten Ernte sprechen, wir lönnteo wir diese geweihte Stätte verlasse», ohne die Tugenden, die Verdienste jene« Manne« zu feiern, der so eifrig und so unermüdct au«- gestreut hat die segensreiche Saat, und den Gott der Herr viel zu früh für seine Zeitgenossen hat heimbernte» zur reichen, zur rechten Ernte!" — Redner meint, der Name de« Gefeierten sei zu enge verknüpft mit der Geschichte de« deutsche» Israel« in dem letzten halben Jahrhundert, als daß ma» ilm »eiinen könnte. ohne in den Erinneriingen um 50 Jahre zurückzngchcn. Er schildert den politischen Zustand der Israeliten diesseits de« Rhein« zu Ansang de« lansendc» Jahrhundert«; dieser Zustand ward um so schmerzlicher cinpfunde», al« für die Glaubensgenossen jenseit« de« 'Rheins bereit« der Helle Morgen einer ehrenvolle» Stellung in der Heimat anfgrgangcn war ׳, da ward im I. d. W- 5566 Gabriel Niesser geboren, und stehe da. bald glänzte der Stern, der die Ankunft der Tagcöhcllc verkündete! Niesser machte da« Recht zu seine», Berufe und frühe erwählte er den Weg de« Rechten: die Rechte seiner Brüder erläiiipscii. da« war ihm die höchste heiligste Ausgabe seilte« Lebens Redner gebt »in! näher eu, aus die Verdienste de« Gefeierten al« Wortsührer der heiligen Sache der Enianzipatio». er betont Niesser« Bedentung für die deul'che Nation, aber ״vergaß er es nie, daher Denlscher sei. so dachte er doch vor Allem daran, daß er deutscher Jude sei!" Redner vergleicht Ricsscr mit dem Patriarchen Jakob: im Schatte» der Nacht begann er seinen Kamps gegen ein stnstrre« gespenstige« Wesen — den Judenhaß — die Macht wich, die Schatte» zerstosscn, der Morgen brach an — Riesscr halte gesiegt! — Redner empsichlt mir tiesgrfühlten, Worten den Verewigten al« Muster und Vorbild: ״Riesscr ist eine« DciikmalS Werth, stelle ihm jeglicher von Euch ein solches in den Tiefen seine- Herzen« auf! Ihr Jünglinge, die Ihr euch vorbereitet zu betrete» da« Saatfeld de« Leben«, ihr Männer, die ihr bereits kräftig auSstr uet euere Saaten, von ihm lernt e« über die Ernte ״de« Bodens" nicht zu vergesse» die eigene Ernte, von ihm lernt e«, welche« die rechte Saat >st für die rechte Ernte!" Redner schließt mit einer poetischen Apostrophe an Niesser« Geist. Die Rede machte eine» unverkennbar tiefen Eindruck auf die Zu- Hörer, u.»d so manche Thräar. die da dem Gedächtnisse Niesser« floß, war vielleicht die edle Saat für heilsame Früchte der Zukunft! Wir schließen mit der Hoffnung. ״B- Eh ", der gewiß in dem Hingeschiedenen eine» theurrn Freund betrauert, werde nicht anstehen, auch au« andern Gemeiuden umständliche Berichte über die Gedächtnißfeier de« unsterb- Uchen Niesser seiueo Lesern zu bringen. — Prag, Lv. Mai. Der vielbrliebte illustrirtt israelitische Kalender von Jakob Wolf Paschele« für da« kommende Syuazogenjahr hat bereit« die Presse verlassen. Derselbe steht seinen elf Borgängera nicht nach, und wird sich, gleich diesen, ohne Zweifel einer weiten Verbreitung erfreuen. Die ״muthmaßliche Witterung" sollte der Herausgeber in der Folge weglassen. Er «ritt seinem Publikum nahe, wenn er voraussetzt, dasselbe sei dem Glauben an die WitlerungSwei«. saguag noch nicht eutwachsea. H. B. Aus Mähren, im Mai. Ich habt ia Nr. 20. d. Bl. die Gründung einer Lehrerbildungsanstalt in Anregung gebracht. es aber unterlassen, in die Detail« cinzugehen; weil m,r die Ausführung eine« solchen Unleriiehmen« bei den gegenwärllgen Zeit- und Gemeiade« verhältiiiffen an das Unerreichbare zu gränzcn schien; eine im Laufe diese« Monats von der hohen k. k. mährischen Statthalterei au die Geuieiiidrn herabgelangte Zuschrift veranlaßt mich jedoch, auf mein Thema ziirückziikonimen und darüber ausführlicher zu sprechen. In dieser Zuschrift werden nämlich die Gemeindevorstände aufgefordert, der hohen Behörde ihre Ansichten und Wünsche mitzutheilen, welche Zwecke sic mie den, von dem mähr. jüd. LandeSmaffafonde entfallenden Zinsen zn verfolgen beabsichtigen. Die DorstauLSm itglieder sind demnach in den einzelnen Gemeinden znsaniinrngctreten . und die Dcrathungcn haben bereit« begonnen; doch so divergirend sonst die Au» sichten bei jüdischen Berathmigcn zu sein pflegen, so konvergireud find sic diesmal: Die hohe Behörde wolle, in Erwägung der durch die Freizügigkcit tagtäglich jusammrnschrumpsendcn Zahl der Gemeiudeglirder, die von dem mähr. jüd. LanteSuiaffasonde eiilsalleiiden Zinken den Ge« meinten zuwenig», da!!!" dieselben den Gehalt ihrer D o m e st ike n solle» crschwiiigeii können. Ob aber noch hie und da jemand an die Beffersteltung dieser Domestcken und an die Versorgung der hinlerlaffenen Wilwen lind Waisen gedacht habe. daran ist zu zweifeln; hat sich doch im vorigen Jahre da« in MassasondSaugclcgcnheitcn gewählte Eomits einem sehr hochgestellten Beamten gegenüber über die mährischen Nabbincn ans eine sehr unliebsame Art ausgesprochen, ja einer der Eoniitöhcrrcn behauptete sogar, er besitze mehr thaliuudische« Wissen, al« dir uiährischen Nabbinen. Doch die« sei nur vorübergehend rr»vä hut, da« Eomilü besteht nicht mehr, da dasselbe in der hcrabgelangten Zu« schrifl unter einem als illegal und für aufgelöst erklärt wurde. Ich komme wieder ans unsere Verathuugen zurück und frage: אולי ימצאון שם עשרה? vielleicht gibt es doch einige, die wohlthätizc und gcmciniiützigc Zwecke vor Augen hätten? allein vergeben«, überall ist da« Privaliniercffe vorherrschend. <S« geben sich wohl hie und da Mciiiungen zur Gründung eine« RabbinerseminarS kund, dech ko löblich solche Ideen sind, so »»ausführbar sind sie, da die Gründung ciiic« solche» Institut« nicht nur Sache der mährischen, sonder» der gesammtcn österreichischen Judenschast ist; »nd dazu ist e« Mähren am wenigsten, da« an Nabbinen Mangel hätte, ja e« versieht sogar mit einer ziemlich großen Anzahl von Eelebritätcn andere Länder. Aber an hebräisch-deutschen Lehrern wird tagtäglich der Mangel fühlbarer, und nur spärlich ist dir Anzahl derer, die in beiden Fächern eine gleiche Tüchtigkeit besitzen. Es wäre daher eine solche Anstalt »öthig, wo die sich zu Lehrern qualisizirenden nicht nur in der Präparandie, sondern gleich bei ihrem Uebertritte in die Realschulen einen ersprießlichen Un» terrichl im thalmurischeii, biblischen und grammatikalische» Fache ge- ,ließen würden. Mögen daher die Herren Vorstände bei ihren Berathuage» de» Spruch unserer Weisen ת״ח בער כלם vor Augen haben und ihre Wünsche dahin auSsprechen, daß ein großer Lheil drr von dem mähr, jüd. LandeSmaffafonde entfallenden Zinsen zur Gründuaz einer Lehrer - biltungSaustal« verwendet werde; mögen sie ferner dahin lauten, daß für die in ihrem Berufe ergrauten und durch da- Alter untauglich gewordenen Gemeiudebramlen gesorgt werde; mögen endlich und nach - drücklich ihre Wünsche dahin laute», daß deren Hiurerblicbenea nicht dem Kummer und Eiende preiSgegebea seien; solche fromme, von jede»