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Ben Chananja · 1863-05-20 · 21 (20.5.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
21 (20.5.1863)
Date
1863-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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369 370 Ihr, ethnographischen Mittheilungen über Gegenden und Völker» kchasten. deren Nomen vor Ihnen kaum bekannt gewesen, haben Ihnen bei unfern Gekehrten große Hochachtung erworben und so spreche Ich Ihnen in deren Namen sowohl, wie in Meinem eigenen Meinen Dank au» für Ihre Werke, welche jetzt meine Bibliothek zieren. Ich hoffe, daß Sie von Schweden nnd Ihren hiesigen Glauben«- genossen nur angenehme Erinnerungen mitgenommen haben und wünsche Ihnen für die neuen Wankkrschasten. welche Sir zu dem lobenSwerthe« flen Zwecke zu nnternehmeo beabsichtigen, eben so viel Glück wie Erfolg. um hernach in Ruhe und mit Befriedigung die rcichci, Erinne. rnngen genießen zu können, an Alle», wa« sie überstandeu haben und wa« Sie redlich ersireben wollten. Ich verbleibe Stockholm. 11. April 1863. Ihr wohlgeneigter s Hann. Tbl.) Charles." S. O. Vreslatt, 4. Mai. In der großen Synanoge wurde gesicrn für den am 22. April verstorbenen Bizepräsidenten de« dcuischen Naiioual-Parlanieiit. wie auch langjährigen Bcrlrelcr der Hamburger Bürgers^as», ObrrgerichlSrath De. Gabriel Rieffer ein TraiiergotteSdienst abgclialtr». Herr Dr. Geiger schilderte in fast zweistündiger Rede die t^ulüirznstäiide der Juden vor einem halben Jahrhundert, welchen ungekeuereu Ausichwuiig »aiuentlich die BilduugSaiistallcn der Jugend seit jrim Zeit genoiiiineu. der zu», größten Tbeile einem erst kürzlich dahingesibicdencn Lehrer der ArzneiluilLc. dem berühmten Professor Dr. Hainder! zu verdanke» sei, indem er das große israelitische Seminar in Münster gegründet habe. De» Schule» zunächst habe der Gottesdienst in den »,eisten jüdische» Genicinde» D.u'ichlandS eine edlere Gestaltung tu den letzten vier Dccennirn erhallen, daran habe der ebenfalls erst Hingst hciingegangeue Prediger der jüdische» Gemeiiidc in Haniburg Dr. Oloilholc Salomo» den überwiegendsten Anti,eil. Aber die innere Rege» ״tratin, iübrte das Bestreben »ach einer besser» Gestaltung auch der änßcru Perliällnissc der deutschen Indcnhcit mit sich, und da suhlte der für Wahrheit und Recht glühende Rieffer sich berufen, diesen, Be- »rel',11 Weite zu verleihen: durch seine mit lelteiiem ManiieSiiiuih ge- > alieiien Rede» schlug er die Gegner aus dem Zelte und errang für ieine GlaubcnSbrüder. wornach sie lange vergeblich geseufzt. Der Nncr» ichreckenbeit dieses Käuipser» Ni» die nnveräußcrlichr» Meuschciirechlc »׳erde» sich spate Enkel »och criniicr» und sein Andenken wird in der Geschichte bewahrt werden. Nachdem noch des verstorbene» Dr. B. Beer Erivähiinug gelhan wurde, schloß der Redner, und die erhebende Feier ciideie. wie sie begonnen, mit Absiugung eines EhoralS unter der lreff» lichcn Leitung des EantorS Deutsch. Seit einigen Tagen hefindet sich eine Dcpulatio» der jüdischen Ge,neinde au« Prag hier, die den beliebte» .kkaiizelredner. Lehrer am >>1d. ihevl. Seminar. Herrn Dr. Ioi'l, für die dortige Prrdigerstclle zn gewinnen such,. Gleichzeitig soll derselbe das Direktorat des dort zu errichtende» Rabbiner - Seminars übernehmen. Wie wir nachträglich hören, wurde die Deputation abschlägig bcschiedcn und da« hiesige Semiliar kann sich Glück wünsche», den ausgezeichneten Rhetoriker, sowie ciiie seiner besten Lehrkräfte sich erhalte» zu sehen. Inland. Prager Briefe II. 12. Mai. ,,Officium, moniorcin in beno!ucritos nnimmn ptucalarc. Cicero. Dr. Rieffer« frühes Hinscheide» hat hier um so schmerzlicher berührt, al« hier so manche Persönlichkeit lebt, die mit dem Verewigten nahe und innig besreundcl war. —Letzten Eabbaik s.irrte Dr Hübsch da« '.׳.:,denken de« große״ Hingeschic lene» in einer entsprechenden Grdächlnißredc. deren Skizze ich miltheile. weil dem edlrn B. Eh., der selber zu den Vcrkämpsern de« Lichtes und der poli« Elchen Iiilercsse» >e»1rr GlaubcnSbrüder gcbört. Alles intreessiren muß, was deu relr» Rieffer beiitff,'. — Aakuüpfend au d. D. au« dem Wochea-Abscho. Z Mos. 2L. 10 nahm Redner Gelegenheit zur Beantwortung der Frage: Welche« dir rechte Saat für dir rechte Ernte im Leben sei? — Er führte dir de» Ter» erläuternde Midraschstelle an: זהבאחם אח עמר ראשיח קצירכם:הדי״ד - מה יתרון לאדם בכל עמלו שיעמל חחת השמש ״Ihr sollt bringen ein Omer der Erstlinge eurer Ernte: Da« ist r«, wa» geschrieben steht: Welchen Dortheil hat der Mensch von all seiner Arbeit, mit der er sich mühet unter der Sonne" (Wajjik Rabb. e. 28 Ans.) Redner macht aus die Schwierigkeit dieser Stelle aufmerksam, da der Teurer« zu dem au« Kohclet angeführten den reinen Gegensatz bildet: die Thora nämlich ermahnt un« durch dieses die Ernte brtref» sende Gebot zum fleißigen AnSstrenen der Saaten hieniedrn, sie wist uo« gleichsam sagen: ״Heilig ist der Schweiß des Menschen und geweiht ist die Arbeit seiner Hände, darum muß auch der Ertrag geweiht und geheiligt werden durch das Omer, das du deinem Gotte bringst!" Der Spruch de« bibl. Pred.'S hingegen, durch den da« Tcrtwort umschriebe» wird, ist der niederschlagende, entmuthigcnde Ausdruck einethatenscheue». trägen, lebensmüden Ucberdruffcs! — Durch die homiletische Beleuchtung des (Midr. I. c) folgenden בקשי לגנוז ס׳ ק׳ gewinnt Red», da« 'Resultat, daß Salomo mit der Thora nie im Widrrsprnche steht. daß er vielmehr baS Wort der letzteren erkläre und ergänze. Es birgt da« Trrtwort ein moralisches Moment, welches wir nicht so schucll herau«- gefunden hätten, wären wir nicht vom Midraschweisen durch das Zitat au« Rohel. aufmerksam gemacht worden. Redner beschreibt nnn da« Leben als ein weites Feld, ans dem dir beiden Elemente im Menschen — das niedere, das leibliche und das höhere. das geistige — ihre Saaten ausstreuen: er schildert die Lbätigkeit nach beide» Richtungen — bis es endlich zur Ernte kömmt-, da zeigt es sich durch die rechte Ernte, welches die rechte Saat gewesen: was der Mensch für sein niedere« Interesse gesäet ני קציר ביום נהל׳! es schlägt einst eine Stunde, wo er zur traurige» ttebrrzengnng kömmt, daß die Ernte seiner Saat nicht seine, daß sie vielmehr die Ernte des Boden«, de- Staubesei! Das bessere Streben dcS Mcuschcn aber, das dem Edle» nnd Höheren zu sei», Richtung niiiiuit. das mach» jene rechte Saat aus. von der der Säcmaun sich getrost sagen kann: '״ אני נמתי מלמעלDie Erute meiner Saat ist mein, den» sic bleibt mir für die Ewigkeit!" — Redner macht nnn ausmcrksam. wie im Tenworlc dir Ernte einmal יצירה ״die Ernte de- Bodens״ daandere Mal aber ״ קצירבםeuere — die de« Mensche»" genannt wird: beide Ausdrücke wählt dir Schrift mit! Bedacht, sic will den Israeliten daran mahnen, über Lie Sorge für die J Ernte ״des Bodens״ nicht zu vergessen an seine, an die rechte Ernte, eine solche aber wird sie erst dann, wenn ein Tbeil davon auch! dem Herr» geweiht wird! Die gleiche moralische Mahnung finde« nun der Weise in Salomo'« מה יחרון לארם er denkt an die rabdiuische; Auslegung: ״למטה מן השמש אין לו יהרון״! Was nur für de» Genuß hiciiiedeo berechne« ist. da« heißt קצירה, ist de« Boden« und nicht de« Menschen Ernte; למעלהמן השמש יש לו die Frucht de« höher» Strebenober heißt קצירכם sie ist die eigentliche, di, rechte l Nachdem Redner so >m ersten Thrile die Antwort seiner Frage au« dem Tcrtr ermittelt, übergebt er im zweiten zur Anwendung der gewonnene» Antwort. .״Da« ist die rechte Saat für die rechte Erute!"" so ruseu wir. weuu wir durchwandernd da« Gebiet der Vergangenheit, vo» andäch. tigrr Eriuiieruug gefesselt. stehe» bleiben an den Gräbern der treuen Söhne ihre« Glauben« ״הלוך יל{" ובכה״ die oft unter Mühen und Beschwerde», unter Seufzer» und Thränen dahingegangen stad auf trau« rigem Lebcnswege ..״משא משך הזרע und di, doch in der heiligen Glu« der Begkisteiung für tfucn Glauben, in der innige» Liebe und

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