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Ben Chananja · 1863-05-20 · 21 (20.5.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
21 (20.5.1863)
Date
1863-05-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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367 368 EndeSgefertigter hatte die Ehre, noch vor 1860 als ein von dem damaligen, heute h. OrtS wieder eingesetztem Vorstände ernanntes Mitglied der Spitalkommission zu fuugiren. — Derselbe erlaubt sich mit Berufung auf den Herrn Vorsteher M. A. Weiß daraus hinzuweisen, daß er schon damals die faulen Zustände des hiesigen JsraelitcnspitalS und der Armenordination schonungslos ansgedeckt. Allein we, der Unterzeichneter, noch die gesammte Spilalökommission vermochte damals irgend einen Mißbrauch abzustellen, oder überhaupt einen ihrer Beschlüsse zur Geltung zu bringen. — DaS damalige DerwaltungSsnstem, das sich heule wieder erneuern dürfte, brachte eS dahin, daß die gesammte ärztliche Kommission, aus den ältesten und geachtetstcn Aerzten bestehend, einstimmig, Herrn Dr. Oestreicher nicht auSgenom« men, sich dahin entschloß, in coii.vrü abzudanken. — Und so schwankte daS ohnehin schon kranke Jsraelitenspital jenem jämmerlichen Zustande entgegen, in dem es 1661, entblößt von Wäsche und Utensilien, vernachlässigt und verwahrlost in allen seinen Zweigen, von der neuen Vcrtrernng übernommcn wurde. — Diese und ähnliche traurige Erfahrungen leben zu frisch im Gedächtnisse des Unterfertigten, als daß er nickt auS ihnen eine heilsame Lehre für sein Vorgehen ziehen sollte. Einer kurzen aber angestrengten Thäligkcit der nachfolgenden Verwaltung gelang eö, den drohenden Verfall eines so herrlichen Institutes abzuwenden und diese Heilanstalt in eine so blühende Lage zu versetzen, daß sie heute beinahe zur Musteranstalt geworden, und daß der jetzige hohen OnS wieder eingesetzte Vorstand — wie obengedachtes Amtsschreiben besagt — ״mit wahrer Bewunderung die wesentliche Umgestaltung und j heilsame Verbesserungen" bespricht. — Woher aber | diese verhältnißinäßig schnellen, fast zanberähnliche» Wirkuni gen? — Die Persönlichkeiten der SpitalSverwaltung allein brachten dieselben nicht hervor; denn die SpitalSkommission von 1862 bestand zumeist aus den Mitgliedern der Kom» Mission von 1860. — Ohne die großen nicht genug anzucrkennenden Verdirnste dcS Herrn städt. Primarius Dr. Jos. Rozsav um die Neorganisirung, Investirung und die deS prov. Primariuö Dr. Phil. Groß auch nur im Geringsten unterschätzen zu wollen, wagt Gefertigter dennoch zu behaupten, daß trotz ihrcö seltenen EiserS, ihrer großen Fachkcnntniß und unvergleichlichen Uneigennützigkeil auch diese Ehrenmänner zur Erzielung so glänzender Resultate nicht zugänglich gewesen wären. Ja EndeSgefertigter will nicht im geringsten bezweifeln, daß der löbl. heule wieder eingesetzte Vorstand wie im Jahre 1860, so auch jetzt, vom besten Willerr zur Anstrebung der heilsamsten Zwecke beseelt ist. Aber wenn auch der löbl. Vorstand auS den intelligentesten, ehrenhaslesten und srömmsten Männern besteht, so ist seine Thätigkeit in so lange gelähmt, als er seine HilsSquellen nicht auö dem Born allgemeiner Mitwirkung und allgemeinen VerlraueuS schöpft. — DaS isr. Gemeindespital ist ein wichtiges Glied deS GcmeindeorganiömuS und dessen Zustand ein Spiegelbild deS jeweiligen GemeindelebcuS. Die Gemeindevorstehung im Jahre 1662 war daS Ergcbniß von U r w a h l e n. — Die Oeffentlichkeit der Derwaltung und Eontrolle durch eine sreigcwählre Generalversammlung und die Selbstbestimmung trugen mächtig dazu bei, daß der Vorstand in allen seinen Plänen allseitig unterstützt wurde. Geistige und materielle Kräfte strömten freiwillig herbei, nm alle edeln Gemeiudezwecke za fördern. Kaum ertönte der Klageruf deS verwahrlosten SpitalS, der an Kleidung, Wäsche und nöthigeu Pflege Mangel leidendes Kranken, als auch die gesammte Gemeinde herbeieilte, ihre Pfennige auf den Altar der Humanität niederznlegea, und ohne daß die Gemeindekasse in Anspruch genommen wurde, erwuchs in kürzester Zeit eine Investirung im Werthe von 10,000 fl. — Im Jahre 1860 mag auch der beste Wille, den schreienden Mängeln abzuhelfen, vorhanden gewesen sein, aber die große Gemeinde vernahm ihn nicht, sie stand regungSloö; denn eS fehlte der Moseöstab, die befruchtenden Quellen zu erschließen. Demgemäß erlaubt sich EndeSgefertigter einem löbl. Gemeindevorstand nochmals zu versichern, daß nicht kleinlicher Trotz oder eitle OppositionSspiclcrei seinen Entschluß beeinflußen. ES sind vielmehr die Lehren der letzten Jahre, ja der jüngsten Tage unseres Gemeindelebens, die eS zur Genüge dargethan, daß nur jene Verwaltung, sei eö einer Gesammtgcmeinde, sei eS einer einzelnen Anstalt — zur Ehre deö JndenthnmS gereichen könne, die im Boden deS allgemeinen Vertrauens tvurzelt, beschienen von dem Lichte der Oeffentlichkeit. Die Selbstständigkeit der Gemeindeverwaltung war — um mit dem gelehrten Dr. Jellinek zu reden — jenes kostbare Gut, dessen sich schon unsere Väter im finstern Mittelalter erfreuten. — Im 12. Jahrhundert — so erzählt jener berühmte GotteSgclehrte — sprachen 150 Rabbinen den strengsten Bann aus über alle diejenigen, die sich an diesem heiligen Kleinod vergriffen. Und eine Großgemeinde, daS Her; dcS ungarischen Israels, inmitten eines durch 1000jährige Selbstverwaltung historisch berühmten Landes, sollte im 19. Jahrhundert nicht seinen Stolz darein setzen, daS von seinen frommen Urahnen ererbte Gut zu pflegen und zu behüten? — Eines löbl. GemeindevorstandeS Pest, 20. Mai 1863. ergebenster Diener., Tr. Heinrich Pollak Korrespondenz. Ausland. 8 Hannover» 15. Mai. Dcm gegenwärtig wirdrr hier auwesenden Reisenden 3.3. Benjamin, welcher unlängst Schweden und Norwegen dnrchwauderte. um sei» neuestes Werk über ,Nordamerika" zu betreiben, ist von des Königs von Schwedrn Majestät al« eia Zeichen besonderer Veachtiiuz seiner Forschungen und wiffenschajtlichen Tat» deckungen die goldene Medaille für Kunst und Wiffenschaf» verliehe» Worten. Mit dieser Auszeichnung ist zugleich folgendes Allerhöchste« Handschreiben eingetroffen: ,Herr Benjamin in Hannover. Nachdem Sie wiederum eine lauge und bedeutende Reise zurückgelegt haben, hatten Sie die Gefälligkeit, Mir 3bre auf dersrlben ge« sammelten reichhaltigen Erinnerungen und Erfahrungen zokommen z» lassen. 3bre Ansichten über die Lebensweise, die Siltrn und Best»- dünge» der Nvrdamcrikanrr scheinen mir in hohem Grade die Beach» »ung aller Grbildrtrn zu verdienen, weil sie in vielfacher Hinsicht und namentlich durch ihre Frrimüthigkeit sich von drnru untrrschriten, welche man bi« jetzt über Liesen Staat. welchem gegenwärtig riue so aklgr» meine Auswerksamkeit zugewendet wird, erhalten hat.

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