Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 21 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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365 366 gewiß gerechtfertigten Sehnsucht nach endlicher Erlösung durch dcn zu erwartenden MeffiaS. Obschon der Thakmud') daS ״Berechnen deS Endes" aufs strengste verpönte, so blieb dennoch eine solche Berechnung eia trostvolles Spiel, dem sich säst alle Denker in den traurigen Tagen mittelalterlicher Bedrückung Hingabe». Wie Saadia das ״Ende" berechnete (Emunot 8, 1 — auf daS Jahr 964), a) ebenso berechnete dasselbe, obwohl zu andern Resultaten gelangend: Abraham ben Chija (in Megillat Ha-Megalle, zitirt von Abravanel im Majne ha. Jeschna p. 11, auf daS Jahr 1358), Raschi (Ende Daniel), Maimuni (Jgg. Temau auf daS Jahr 1216), 3) Nachmani (Comment. zur Sidra Bercschit, auf 1358 (Lewi ben Gerson (Ende Daniel), Leon de BanalaS (Comment. zu Daniel er schrieb auch ein eigenes Werk, Magen Jeschuot über diesen Gegenstand), Bachja ben Ascher (Pentat. Eonnnent. Erod. 12, 40), Abravanel (l. c.), Abraham Zanto und dessen Schwager Abraham Ha-Levi (in der Schrift ,משרא קסי־ין) Elieser Aschkenast (Maße Adonai), Lipmann Heller (Abot-Comment.). — Mordechai Dato, in der Schrift ״Migdal David", zitirt im Meor Enajim Absch. 43, brachte durch Eombinationen heraus, daß im Jahre 1575 die Wiedererbauung deS Tempels, 1608 die Rückkehr inö gelobte Land und 1648 die Auferstehung der Todten vor sich gehen werde. Zn weil sichcrern Resultaten jedoch, als auf dem Wege bloßer Eombination, glaubten hierin Andere auf dem Wege rer Astrologie gelangen zu können. Denn wie man einerseits die gedrückte Stellung Israels in einer Unglück verheißenden Konstellation angedeutet zu finden glaubte, so wollte man auch wieder anderseits die baldige Ankunft deS erlösenden MeffiaS ebenfalls auS den Sternen herausfinden und vor» auSverkünden. Unter dcn Vordermännern, die sich von einem derarti. gen Streben leiten ließen, glänzen die Namen Jbn-Gabirol und der hier wiedcrholcntlich schon genannte Abraham ben Chija — ein Streben, in dessen Mißbilligung nnd entschie» dener Verdammung die ertrcmsten Richtungen sich vereinigi n. Denn ebenso wie der erleuchtete Maimuni 4) der entschiedenste Gegner der Astrologie, ebenso scharf und tadelnd spricht der größte Verehrer der Astrologie, Jbn-Esra *) über kiuen derartigen astrologischen Mißbrauch sich auS. Diesen schloß sich hierin Jsak Arama an°). Selbst Rabbi Je hu da der Fromme verwarf ein derartiges Streben, wie auö dem Rcisewcrke deS im 12. Jahrhunderte blühenden Petachja auS RegcnSburg zu entnehmen ist. Sehr geistvoll ist in dieser Beziehung daS Wortspiel, daS Asnlai?) von einem jüdischen Astrologen, Abraham Medinah erzählt, lieber den Zeit- Punkt der MesiiaS-Ankunst befragt, soll dieser nämlich ge. antwortet haben: מי שאל יאל צפן וסתרי Nichtsdestoweniger hatte dieses Streben seine Nachtreter gefunden. Hat doch noch Don Jsak Abravanel dev glückli, chen Tag, in dem der er ösende Messias allen Leiden Israels eia Ende machen werde, auS den Sternen heraus verkünden wollen! (Schluß folgt.) Anmerkungen. ') Di« verschiedenen Stellen im Thalmud und Midrasch hierüber stellt «saria bei Roffi a. a. O. zusammen, zugleich aber auch die Stellen, nach denen schon die älteren Rabbinen da< ״Ende" zu berechnen suchten. *) Drgl. dagegen die Bemerkung deS KaräerS Jefet in Pin«- ker'S Likute, Beilage S. 81. ') Bei Maimuni erscheint diein der That um so auffälliger, als er im Mischna-Eommentar Ehelek und in hilch. Melachim XII. 2, sich ausdrücklich gegen jede wie immer geartete Vorausberechnung der MeffiaS-Aukuntt sich ausspricht. *) 3n 399• Tcmon sagt Maim. hierüber: בבר עכר אהד מן המהודרים בספרד והבר ספר בענין הקץ על דרך הכוכבים יאמר שהמשיח יגלה בשנת פלונית ואין אהד מחכמינו חסידינו .שלא ולול שם דבריו s) Drgl. 3bn-Esra Eommenk. zu Daniel Ende: בן היוצר הבר במיעד הקץ ואני נפצתי דבריו כבלי יוצר ffl« ift dieser?בן היוצר היוצר — entspricht dem arabischen אלפסרnun aber kennen wir bloß finen Abiaham und einen Juda Alrachar. die jedoch beide nach Ibn- CSfra gelebt. *) Akeda porta 56. ’) Schem Ha-Tcdolim i. v. אברהם- Nr. 47. Die Autonomie Der Gemeinde. Lchrcibkn -rs -Mrd. Drs. Heinrich pollak an den israelitischen Gemeindeoorliand in Pest. Löblicher Gemeindevorstand BerusSgeschäfle verhinderten EndeSgefcrtigten biö heute. daS ihm am 15. Mai zugegangene ämtliche Schreiben vom 11. Mai l. I., Z. 350, zu beantworten. In diesem Schriftstücke wird nebst der wärmsten Belobung der SpitalSverwaltnng von 1862 die Ernennung deS Herrn DrS. Eduard Oestreicher als künftigen Präses der SpitalSkommission, sowie die Bestätigung der bisherigen ärzt. lichen EommisslonSmitglteder in der Hoffnung kundgegeben, daß auch Unterzeichneter als CommissionSmitglied nach wie vor thätig sein werde. So gerne der Unterfertigte unter der abgetretenen Verwaltung seine geringen Kräfte dem öffentlichen Dienste der Humanität geweiht hat, und so schmerzlich eS ihm fallen mag, den Interessen jüdischer Spitalkranken seine bescheidene Thätigkeit entziehen zu müssen, ebenso gebielerisch drängen ihn dazu die Mahnungen der Ehre und deS Gewissens, die klare Erkenntniß seiner Pflichten als Jude und Gemeindeglied. — Derselbe kann nicht umhin, unter den obwaltenden Verhältnissen der Gemeindevertretung auf die Mitgliedschaft der israelitischen Spitalkommiffiou zu verzichten. —