Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 21 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5MÜM, tm 20. JITai 1863. $edj)let Ja^rflang. m ri. Jeden Mittwoch erscheint ei, Präaomnallovrprrt»: Ganzjährig 7 st., balbj. 3 fl. 50 kr., vierlrij. 2 fl. oft. W. Mau abovnir« bei alle» Post» ämtern u. Duchhandtungeudr« 20׳ »nd Ausland««. 4׳ Mochenktalt für jüdische Theofogie. Hcr.V'/^' ^nd Redakteur: o \ U* -ץ »-*2' Obfu■; ,׳'־nty ja Szrgedia. Knd and. Redaktion in Gzegedt» oder au Hra. /ran! Vista» ii tnjriig ju frntrn. Dir rlpaltig, Ptttijkil« wird mit 10 Rkr. -- S Lgr. bkrrchn«». ttctaklfa■: J .«krönen.Gaffe. Politzer'schr« IuHalt. Montefiore Mitglied ItS ung. isr. Deeein«. — Korrc.^ .:Venz. Ausland. Paris (Notizen rinr« Pflastertreter« 1.) Hamburg (Tod,«nfticr für Riester). Inland. Tarnokel (Tod dr« Rabbiners Echleta). — Zu f«rat,. Inhalt der Vellage. Eid »ore judaico. Adresse aus Steivainan^er. Nus «iiirm Gutachten Oberrabb. Dr. Z. Frankels. Stu« einem GulachtkN Obrrrab. Kahn'S. Löw'S Gutachten im 2- 1853. Josefinische Ctaluien für die jüdischen Gemeinden io Ungarn nad den Nebenländern. Mitge» «heilt von Oberrabb. Dr. Zipser. ]tfonteftöfc Mlgtied des ungarifdjnfraffil. Ucrciucs. Für den ungarisch-israelitischen Verein, welchen in diesem Augenblicke bei weitem nicht die Theilnahmc umgibt, die allein geeignet wäre, dessen Programm einer nahen Ver, wirklichung entgegenzuführen, ist eS höchst erfreulich, einen von der ganzen Judenheit so hochverehrten Mann, wie MoscS Montefiore, zu seinen Mitgliedern zählen zu dürfen. Der gewiegte englische Gentleman ließ sich ohne Zweifel über Ausgabe, Richtung und Tendenz dcS Vereins unterrichten, bevor er die Deputation desselben empfing. Doch hat, wie unö von «nehreren Mitgliedern der Deputation ge» meldet wird, auch die Ansprache deö geistvollen Vereins- Vizepräsidenten, Med. DrS. Heinrich Pollak, einen sehr gewinnenden Eindruck auf den edlen, für die Interessen seines CtanimeS und Glaubens mit jugendlicher Glut begeistcrteu Greis gemacht. Die Ansprache lautete: ״Herr Baron! Die glorreichen Thatcn, welche Ihren Namen seil einem Menschenalter verherrlichen, hatten ein doppeltes Ziel: Die siegreiche Vertheidnng unserer heiligen Religion gegen blindeS Vorurtheil und die Befreiung unterdrückter, gebeugter, unter dem Joche eines rohen Fanatismus seufzender Glaubcnöbrüder. Diese Ihre ruhmvollen Thaten sind mit unauslöschlichen Zügen in den Tafeln der neuern Geschichte der Juden eingegraben. Und selbst die späteste Nachwelt wird nicht vergessen, daß wie ln den Tagen der Vorzeit, so auch im neunzehnten Jahrhundert ein Mosche für seine ge» knechteten Brüder in die Schranken trat; auch künslige Geschlech,er werden in dankbarer Erinnerung an Ihre edle Hin» gedung für unser Volk an Ihnen bewährt finden den alten Spruch: בי לא אלמן ישראל! Herr Baron! Ihr klangvoller Name, dem die Herzen aller Israeliten auf dem ganzen Erdeurunde dankbar ent» genschlagea, hat auch in dem Herzen aller ungarischen Jsrae» Uten einen mächtigen Widerhall gesunden, und wir preisen unS glücklich, Ihnen, hochverehrter GlaubenSbruder, mit Ihrer gütigen Erlaubniß unsere Verehrung für Sie von Angesicht zu Angesicht kundgeben zu dürfen. Herr Baron! Die englische Sprache ist nicht meine Muttersprache. Ich fürchte daher, dem Glanze, der Ihre erhabenen Verdienste umstrahlt, Abbruch zu thun, wenn ich länger bei dem Preisen dieser Verdienste verweile. Deshalb beeile ich niich, unS Ihnen als die Vertreter deS israelitischungarischen Vereins — magyar izraelita egylet — vor« zustellea. Nach der Lehre Jeremia'S, eines unserer göttlichen Pro» feten, ist jeder Jsraelue verpflichtet, die Wohlfahrt desjenigen Staates zu fordern, in welchem ihn GotteS Vorsehung eine Heimat hat finden lassen. Diese Lehre beherzigend, halten wir eS für unsere heilige Pflicht, die Sprache der edlen und ritterlichen Ungarn, in deren Mitte wir leben, zu erlernen, und die Kennrniß derselben unter unseren Glaubensgenossen zu verbreiten, ohne jedoch unseres Stammes heilige Vergangenheil und dessen große Geschichte zu vergessen. Vielmehr bestreben wir unS, unsere Pflichten als ungarische Bürger mit der Erfüllung der Gebote unserer erhabenen Religion in Einklang zu bringen. Br: drr Geringfügigkeit der Mittel, die unserem Vereine zu Gebote stehen, konnte derselbe bis zur Stunde noch nicht alle ihm vorfchivebenden Ztvecke erreichen. Doch haben wir bereits in hiesiger Stadt eine Freischule für ungarischen Sprachunterricht gegründet. Im Winter werden iin Verein-lokale Vorträge religiösen, geschichtlichen, naturwissenschaftlichen und belletristischen Inhaltegehalten, urn junge Talente zu literarischen Schöpfungen aufzuinuvtern. Vorzügliche Schüler unserer Sprachschule und hiesiger jüdi» scher Volksschulen werden mit nützlichen, religiös-moralischen Büchern oder Geldprämien bedacht. Jüdische Schriftsteller sollen zum Dehufe der Herausgabe wissenschaftlicher Werk« mit entsprechenden Summen unterstützt werden. Der Verein selbst hat ein ungarisches blementarbuch für die jüdische Ja-