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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1890-01-01 · 1890 · page 50

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1890
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580808--0889-3522357
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„Le Soleil.qui voit tont, voyant nue saus etfort Je dompterais le Ciel, entreprend uotre accord; De Mars en faveur la puissanee il resserre, Et le fait Mars du Ciel, moi celui de la Terre." Dass aber keins der Mädchen nach Lotheisen „lebensvoll14 ist, möchte ich nicht behaupten. Führt jms doch sogar noch Moliere in seinen „Femmes Savantes^ in seiner Belise einen ähnlichen Charakter wie den Hesperie's vor. Ja höchstwahrscheinlich hat ihn Moliere dem Stücke Desmarets' entnommen1)» — Die „Visionnaires" enthalten manche echt komische Scenen und zum ersten Male, wie sich Parfait2) ausdrückt, „une critique de ditferents ridicules." — „Sie bekämpfen die mit Corneille hereinbrechende Litteraturrichtung und ebenso einzelne Erscheinungen der früheren Dichtung"3). Die „Histoire du Theätre Frangais" weist auch auf ihre Verwandtschaft mit den Moliere'schen „Fächeux" hin, und es ist erklärlich, dass ihr Wert dann sinkt; Desmarets besass nicht die satirische Kraft eines Moliere und darf nur im Verhältniss zu seinen Zeitgenossen beurteilt werden. Unter den damaligen JDichtern zeichnete er sich jedenfalls vorteilhaft aus. Übrigens sind die Beziehungen zwischen den „Visionnaires"4 und den „Fächeux" sehr lose. Bei Moliere wird Erastc durch mannigfache Arten von Fächeux in seiner Unterredung mit Orphise gehindert, „sie quälen ihn, der etwas Wichtiges und Eiliges vorhat, zu Tode" 4). Die Haupthandlung dreht sich um Eraste und Orphise, um sie herum gruppieren sich die einzelnen Fächeux, die, sobald sie ihren Zweck erreicht haben, -verschwinden. Bei Desmarets stehen die Visionnaires im Mittelpunkte, sie sind die Träger der Handlung und zeigen uns, wozu es lührt, wenn man Chimären folgt, „originell" sein will und sich nicht natürlich giebt. Zudem bezeichnen die Begriffe „fächeux" und „visionnaires" etwas ganz Verschiedenes5). Wenn wir auf die eben besprochenen Stücke, sowohl die der Cinq Auteurs als die Desmarets', einen Rückblick werfen, so müssen wir zusammenfassend sagen, dass sie auf die Entwicklung des französischen Theaters keinen Einfluss ausübten, auch nicht ausüben konnten. Es waren, mit Ausnahme der „Visionnaires", ephemäre Erscheinungen, die von der Gunst Richelieus getragen, einen einmaligen. Beifall davontrugen, dann aber der Vergessenheit anheimfielen. Bemerkenswert für die Stellungnahme Kichelieus zur damaligen dramatischen^Litteratur „Et durant ces qnatres ans II ne s'est fait combat», ni sieges importants, Nos armes n'ont jamais remporte de victoire, Que cette main n'aifc eu honne part ä la gloire; lies faits par la gazette en tous lienx sonvent divulguea .... (1,3). ') cf. Mahrenholtz, Molieres Leben und Werke (Franz. St. IV, 271) und Moliere ed. Moland VIII, 212. *)' Parfait a. a. 0. V, 384. ' *) Mahrenholtz a. a. 0. pag. Ii. *) Mahrenholtz a. a. 0. pag. 120. Ä) Richelieu hatte, wie aus den Segraisiana pag. 179 (cf. auch Parfait V, 388 Anui.) hervorgeht, ganz bestimmte Personen im Auge, als er Desmarets den Stoff zu dem Lustspiele skizzierte. Mit Melisse ist Madame de Sable gemeint, welche ihn verschmäht hatte. Madame de Savigny ist die Coquette, und Madame de ßar.ibouillet diejenige, welche gern das Theater bezieht.

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