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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1890-01-01 · 1890 · page 49

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1890
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
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— 16 — um solche Thorheiten, für die man niemanden einkerkere, „et tous les jours nous voyons parmi nous des esprits semblables qui pensent pouv le moins d'aussi grandes extravagances, s'ils ne les disent." Der Inhalt ist folgender: Lysandre, ein Verwandter Alcidon's, die einzige Person im ganzen Stücke, welche frei von jeder phantastischen Idee ist und sich den gesunden Menschenverstand "bewahrt hat. ermahnt Alcidon .seine Töchter zu verheiraten, bevor es zu spät sei. Der Vater ist jedoch unentschlossen. Die Wahl der Schwiegersöhne wird ihm schwer gemacht, erstens durch die grosse Zahl der Bewerber, von denen ihm der letzte stets am besten gefällt, und zweitens durch das Benehmen seiner Tochter. Die älteste von ihnen, Melisse, liebt Alexander den Grossen und will nur einen Mann heiraten, welcher ein ebenso grosser Held wie Alexander ist. Ihre Neigung schenkt sie dem capitan Artabaze, welchen sie sogar wegen seiner Rodomontaden und seines fürchterlichen Aussehens höher als Alexander stellt. Sie selbst hingegen wird von dem angeblich reichen Phalante geliebt, und Ihm giebt der Vater Alcidon, eben infolge seines Vermögens, den Vorzug vor den andern Bewerbern. — Die zweite Tochter Hesperie, welche glaubt, dass jeder sie lieben müsse, denkt, dass der capitan nicht die ältere Schwester, sondern sie liebe. Ihr wirklicher Liebhaber ist aber Filidan, „ein amoureux en id£eu; denn er hat sie nie gesehen, sondern kennt sie nur aus den Schilderungen des poete extravagant Amidor, und obwohl dieser auch keine wirkliche, sondern nur eine imaginäre Person schildert, will Filidan Hesperie heiraten. — Endlich die dritte Tochter Sestiane, „amoureuse de la comedie", wird Amidor bestimmt. — Um die Verwirrung zu vergrössern, ist der Bramarbas, welcher vorgiebt auch das Herz der zweiten Tochter zu besitzen, in seiner Grossmut bereit, zu Gunsten Filidan's auf sie zu verzichten. Der Vater, welcher jedem Bewerber eine Tochter versprochen hat, ist schliesslich in Verlegenheit und fordert seine Töchter auf, ihre Gatten zu bestimmen. Aber die älteste weigert sich, Artabaze zu nehmen, weil sie sich von seiner Feigheit überzeugt habe. Die zweite will sich nicht verheiraten, um nicht ihre anderen Liebhaber unglücklich zu machen; und die dritte verschmäht es eine Wahl zu treffen, weil sie durch eine Heirat verhindert werde, so oft sie wolle, das Theater zu besuchen. — Andrerseits kann Filidan, welcher die Mädchen nur aus der Beschreibung des Dichters kennt, sich nicht zu einer von ihnen entschliessen, er möchte fortfahren die Idee zu lieben. Der Dichter liebt nur die Natur und die Poesie wirklich, aber nicht Menschen. Der angeblich reiche Phalante besitzt noch nicht das Schloss, für dessen Eigentümer er gehalten wird, sondern hofft esf einst von Verwandten zu erben. Der capitan zieht sich aus der Alfaire mit den Worten: „De vos Iii les jamais je ne fus amoureux j Car je £uis seülement amoureux de moi-meme.ttI) * Es ist nicht zu leugnen, und Lotheisen-) hat Recht, dass in diesem Lustspiele „eine Reihe von Zerrbildern vorgeführt wird, von »welchen einige damals schon veraltet waren.* . So gehört der renommierende capitan einer früheren Periode an. Dieser Typus ist auch etwas zu krass gezeichnet, und es ist nicht natürlich, wenn Artabaze von sich sagt:3) *) Les Visioimaircs V,9. *) a. a. 0. II, 463. *) Les Visionnaires I, 1. Wie ganz anders drückt sieh z. B. der trotz seines Lügen* anmutige Dorante in Corneille'« „Mentenr" aiis:

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