Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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— 12 — einmal Aristee. Der Vater ist unglücklich über den Starrsinn des Sohnes und befragt das •Orakel. Er erhält folgende unverständliche Antwort: . „Ton fils t'obeira, c'est le vouloir des dieux, Qiul perde l'usage des yeux; Pour epouser apres pour une loi secrete La vertueuse et la muette. Par un exces d'amour on m'ötera mon bien, Mais je ne perdrai rieil, Donc que de cet espoir ton äme se console, Je lern* redonnerai la vue et la parole"1). Der* Magier Amech bedeutet ihm, er könne nichts gegen die Liebe Philarque's thun, wohl aber ihn blenden und so die Wirkung des Reizes, der ihn zu töten drohe, vermindern. Gefahr sei nicht vorhanden, denn er besitze das Gegenmittel, ihm das Augenlicht wiederzugeben. Der Vater geht darauf ein, er hofft, Philarque werde endlich den Makel, der an Aristee haftet, erkennen, oder von ihr wegen seiner Blindheit verachtet werden. Philarque erblindet, indem er den Namen Aristee in der Unterschrift eines Briefes, den der Vater geschrieben, küsst (!). Die Wirkung ist eine entgegengesetzte. Philarque betrachtet seine Blindheit als eine Strafe dafür, dass er Aristee für untreu gehalten. Er verzeiht seinem Vater und bittet die Götter, diesem und Aristee langes Leben zu schenken. Dadurch wird der Vater gerührt. Philarque soll Aristee erhalten und wieder sehend werden. Aber der Magier ist verreist, und so ist die Angst gross. Da erscheint Aristee. Sie ist aus dem" Tempel entlassen worden, weil sie nicht diejstumme Schwester ist, und will zu Philarque eilen, der, . wie man ihr gemeldet habe, ihretwegen erblindet sei. Durch die Küsse, welche die Liebenden austauschen, und die Thränen, welche sie vergiessen, erhalt Philarque das Augenlicht wieder. Das Orakel hat sich also erfüllt. Um die Göttin für Aristee zu entschädigen, wird Eliane Priesterin, und ebenso weiht sich Philiste, welcher der eigentlich Schuldige ist, der Göttin. Im Hinblick auf diese beiden Dramen, die „Comedie des Tuiieriesu und den „Aveugle de Smyrne", bedauern wir es nicht allzusehr, dass das dritte, „la Grande Pastorale1* verloren ist. Wir sahen oben2), dass es nicht einmal gedruckt wurde. Kurz nachher verabschiedete Richelieu die vier Dichter; es traf ein, was Corneille weise vorausgefühlt hatte. Richelieu erkannte wohl den Missgriff, den er gethan, wurde aber vor einem zweiten, wenn auch kleineren, nicht bewahrt. Anstatt mehrerer schaffte er sich einen Leibpoetea an, der seine Gedanken ausarbeiten und seine Lust an neuen Dramen befriedigen sollte. Der erste Kanzler der jungen Akademie, Desmarets3), war es, der durch einige gelungene Verse die Aufmerksamkeit Richeliens erregt hatte. Er erhielt, die Aufforderung, seinem Gönner verschiedene Stoffe für Dramen vorzulegen. Richelieu prüfte sie und äusserte, er kenne keinen Dichter ausser Desmarets, welcher diese Skizzen auszuarbeiten fähig wäre. Wollte sich Desmarets nicht in Ungnade IV, 1. 2) pag. 9. 3) Jean Desinarets de Saint-Sorlin wurde in Paris 1595 geboren und starb 1676. Er war Controleur General de PExtraordinaire des Guerres und Secretaire General de la marine de Leyant.