Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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— 11 — „Mais 1c fächeux mutier que celiii (Fun poete, Et qu'il faut bien avoir l'esprit fait de travers, Pour croire que saus peine on fasse de bcaux vers; II faut pour los polir donner cent. cou]>s de lime, Et chercher cent raisons pour trouver une rime." Viel verwickelter ist die Handlung im zweiten dieser von Richelieu veranlassten Dramen, dem „Aveugle de Örayrne"!). Hier müssen wir noch mehr Unwahrscheinlichkeiten in den Kauf nehmen, damit die Handlung zu Ende geführt werden kann. Verstellung, Zauberei, untergeschobene Briefe sind die Mittel, mit welchen die Verfasser operieren, und die empfehlenden Worte der Vorrede „Ce qui (d. Ii. der schöne Stoff und die Form, die ihm von vier berühmten Geistern gegeben worden ist) leur promet que cette tragicomedie aura l'approbation qu'clle merite, et qui se doit attendre en semblables pieces, du jugement qü'on en peut faire sur le papier, plutöt que du l'applaudissement du theätre" haben sich nicht bestätigt. Folgendes ist der Inhalt: Philarque aus Smyrna, der Sohn. Atlante's, liebt Aristee. Erst nach einer längeren Reise, die er unternommen hat, weil sein Vater ihn hat zwingen wollen, gegen seine Neigung eine andere zu heiraten, erhält er die Einwilligung zu seiner Vermählung mit Aristee. Vorher soll er jedoch seine Schwester Eliane, welche von seinem Freunde Philiste in ihrer Ehre gekränkt worden ist, rächen. Er glaubt zwar nicht an die Schuld des Freundes, will aber ihn und die •Schwester prüfen. Philiste und Aristee befinden sich — man sieht nicht recht, weshalb — getrennt in einem Kerker; letztere wird von Philarque für die Schwester gehalten, deren Stimme sich in einer Nacht geändert habe (!). Er fingiert nun, Freund und Schwester getötet zu haben. Da beide gegenseitig für einander eintreten, ist er von ihrer Schuldlosigkeit völlig überzeugt. Nun kommt aber die wirkliche Eliane, und die vermeintliche Schwester entpuppt sich als Aristee. Letztere wird, da sie sich mit Philiste unter einem Dache befunden, für treulos von Philarque gehalten, sucht sich aber dadurch zu rechtfertigen, dass sie angiebt auf seine (Philarque's) Einladung in sein Haus gekommen zu sein, auch habe sie ihm mehrere Briefe geschrieben, als Antwort auf seine Billets. Als Philarque nichts hiervon versteht und bei seiner Meinung beharrt, nimmt Aristee an, er verstelle sich und sei ihr in der Fremde untreu geworden, und flieht ihn voll Abscheu. Nach ihrem Weggang — würde sie bleiben, .dann wäre das Stück ja schon zu Ende — klärt Philiste die Intrigue auf; er habe Aristee durch einen Brief mit Philarque's Unterschrift in's Haus gelockt, sie so compromittieren und zwingen wollen, ihn zu heiraten; durch die Geschwätzigkeit eines Freundes sei Eliane verleumdet worden. Philarque glaubt jetzt an die Unschuld der Verlobten, einer Heirat widersetzt sich aber der Vater, der nicht so leicht überzeugt ist. Sein Sohn sei ein „fou aveugle qui ne reconnait pas les vices que ramöur cache sous tant d'appas"2). Er bewirkt, dass Aristee Priesterin der Diana werde, Philarque soll ihre zwar stumme, aber schöne Schwester heiraten. Da die Schwestern ähnlich sind, kann der Vater scheinbar die Bitte des Sohnes, den er täuschen will, erfüllen. Als aber Philarque den Betrug erfährt, begiebt er sich nach dem Tempel, vielleicht sehe er dort J) L'Aveugle de Smyrue. Tragicomedie par les Oinq Auteurs. Paris. Chez Angnstin Conrbe 1638. 4*. ') HI, 2. 2