Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 26 (2.4.1903)
- Date
- 1903-04-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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7 resselben. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Zerr Bez.-Rabb. Dr. Landau hielt die Festrede. Zn kurzen, kernigen Worten, hob derselbe den Zweck des gereins hervor und betonte, wie bis jetzt der Verein einer Aufgabe vollkommen gerecht wmcke. Daß bei iner Suvas Mizwoh auch wirklich Mizwoth gechehen, bekundeten die Mitglieder dadurch, daß sie auch »er Armen gedachten. Durch eine Sammlung und;cn Erlös der Versteigerung des Tischgebetes wurden >ie Mittel aufgebracht, einer armen Familie unserer. Gemeinde auf Peßach Mazzos und Fleisch zu bechaffen. An dieser Stelle sei Herr und Frau Lehrer!ehmann für das Zustandekommen der schönen Feier »er Dank ausgesprochen. Möge das innige Verhältilß zwischen Lehrer und Gemeinde sich noch recht lange rhalten. Ebenso möge in unserer Gemeinde auch erner der Sinn für das religiöse Leben rege bleiben. ' Nürnberg, 1. April. mH pwjn nVi2tz nm vp nnx. „Ihr Gewand ist Macht und Pracht, lnd des letzten Tags sie lacht." Welcher Pinsel Verlag das Bild einer tzn r>«m vom Anfang bis zum Schlüsse ihrer Schaffenskraft in satterem Kolorit zu raten, als dieser eine Salomonische Satz in seinem oappen Wortmaße? Dafür ist derselbe aber auch berufen, seine Farben dem höchsten Ideal jüdischer Leiblichkeit zu leihen, — und zu den wenigen erlesenen trauen, welche den Ruhm dieses Satzes für sich in ollsten Anspruch zu nehmen, verdient haben, gehört cher die, deren Hintritt in den jüngsten Tagen den Kreis ihrer Freunde und Verehrer auf's erschüttert hat, Frau Amalie Goldberger w Nürnberg. . . Entstammend einem in allen Tugenden des Ju- ^cnthums ausgezeichneten Hause, blühend an der Seite nes für die Heiligthümer unseres Glaubens mit bei- \ »ielgebender Entschiedenheit und Qpferkraft eintretenjm Gatten — ist doch Herr Jakob Goldberge.r 'vv ''N' ein mit dem ganzen Rllstzeuge des nnrnVc : T»rj V bewährter Führer der Gesetzestreuen dort —- . .it sie in buchstäblichem Sinne das Wort unserer ' Seifen bewahrheitet: vn p'n «3 cw:. Ihre für- »rgende Thätigkeit im Hause und nicht minder in den lusgedehnten Räumen des Geschäftes verstattete dem! latten und den Söhnen Zeit und Möglichkeit, sich \ lalich dem Studium der Thora hinzugeben und für v.t Interessen unseres Glauben inmitten Gleichgennter vorbildlich zu wirken. Und doch, wie wußte sie. ihre ausgebreitete THLgkeit in dem nicht zum wenigsten durch ihre Mit- ,:beit eine reiche Pflanz- und Pfleaestätte jüdischen ^eiligthums bildenden Hause so mit Anmuth und artsinn zu paaren, daß die Traulichkeit und Behaguhkeit in demselben Jedermann mit Macht in ihren ohlthuenden Bannkreis zogen! So war sie — inwx n — die Säule und Seele ihres Hauses, ein. 570 echter iw ihrem Gatten in idealer und praktischer, in religiös erhabener und weltlicher Beziehung, und da-, bei — und diese Tugend loar das prangendste Juwel in der Ruhmeskrone ihres Hauptes — bewegte sich all ihr Schaffen in den Bahnen so keuscher Bescheidenheit, so anspruchsloser Stille, so bewunderungswürdiger . Selbstverleugnung, daß das 02b in ihr feine ausgeprägteste Verkörperung fand. Diese Tugend räumte ihr auch^ in den denkbar weitesten Kreisen Andersgläubiger einen Ehrenplatz ein, so daß die Zahl ihrer - Freunde, die es sich nicht versagten, ihr das letzte Traucrgeleit zu geben oder in anderer Form ihrem Schmerze Ausdruck zu verleihen, eine Legion bildete. Möge n'DN die Hinterbliebenen mit. der ' Fülle seiner Tröstungen segnen! .rrasün Wenkheim (Baden), 30. März. Am 21. d. Mts. fand in der hiesigen israelitischen Gemeinde eine Purimfeier statt, welche alle Theilnehm'er in hohem Maße befriedigte. Theater, Gesänge und Vorträge machten den Abend zu einem sehr vergnügten. Das Erfreuendste an dieser Feier aber ist, daß sowohl Protestanten, als auch Katholiken, insbesondere _bie Herren ' Lehrer beider Konfessionen stch um das Gelingen der Feier sehr verdient gemacht haben. Es ist dies ein Beweis des guten, gesunden Geistes, der in der Gemeinde herrscht. . O e st e r r e i ck. " " Wien, 31. März. (Abgeordnetenhaus.) Der Unterrichtsminister Härtel beantwortet die Interpellation P a t t a i betreffend die Verleihung des . Bauernfeldpreises an Arthur Schnitzler. Der Minister sagt: Wiewohl er im Kuratorium nur als - Privatmann sitze, wolle er antworten. Unter seiner Theilnahme seien Gerechte und Sünder, Christen und - Juden, Ausländer und Inländer durch Ehrengaben und Preise ausgezeichnet worden. Nicht der Taufschein, sondern die litterdrische Leistung war immer maßgebend. . Allerdings wäre es dem Kuratorium leichter, feine undankbare Aufgabe zu erfüllen, wenn einizig und allein der Taufschein vder die Stammesangehörigkeit seine Entscheidungen bestimmen könnte. Gegen den Vorwurf, einen Litteraten mißliebigen Ursprungs vor anderen zu begünstigen, schütze das Kuratorium die Thatsache, daß den fünf in der Interpellation angeführten jüdischen Litteraten 19 christlicher Konfession mit dem Betrage von 30,000 Kronen, entgegenstehen. ■■■'.■ Frankreick Paris, 30. Marz. Die drei Stichwahlen zur Stadtverordnetenversammlung, die gestern stattgefunden. haben, wie übrigens vorauszusehen war, den Antisemiten eine schmähliche Niederlage bereitet. In . allen drei Wahlkreisen sind die von Herrn Drümont protegirten Kandidaten unterlegen. Der Kampf war . durchaus klar: Die Wähler hatten sich für Fortschritt r.