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Der Israelit · 1903-04-02 · Heft 26 (2.4.1903) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 26 (2.4.1903)
Date
1903-04-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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574 I | Nach Begrünung der Festversümmlung durch den Vorsitzenden u. eine die Bedeutung der Feier nochmals würdigenden Ansprache wechselten Gesänge und Theateraufführungen mit humoristischen Vortragen, die Wohl zur allgemeinen Heiterkeit beitrugen, worauf gegen 11 Uhr Abends der eigentliche Festball namentlich die Fügend in fröhlichster Stimmung bis in die frühen Morgenstunden zusammenhielt. Mt Genügthuung kann der Verein auf die ersten 25 Fahre seines Bestehens, sowie das glänzend verlaufend^ Fest zurückblicken. Dank hierfür gebührt vor allen Dingen dem unermüdlichen Schaffen des Vereinsvorsitzenden, sowie der Vergnügungskommission für ihre eifrigen Bemühungen zur Verschönerung der Feier. Dem Verein.eiw weiteres Vivat, ereseal, floreat!; - _; ■ E. L. , ‘ R u. ß l and. Petersburg, 31..März.' In der Ortschaft Tumanowo, Kreis Tiraspol, fand eine Judenhetze statt, doch wurde die Rühe wieder hergestellt. Dem Blatte „Füg" zufolge würde die Hetze durch Gerüchte über einen Riiuülmörd an einem Christenknaben in Dübossari veranlaßt. Die zweimalige Sektion der Leiche ergab die völlige Unrichtigkeit der Blättermeldung, daß ein Ritualmord vorliege. Wie man der „Frkf. Ztg." mittheilt, hatte der russische Justizminister den Odessaer Staatsanwalt Sacharewitsch nach Dubossari entsandt, um über die , von einem Theile der Bevölkerung den Juden zur' 'Last'' gelegte Ermordung des Bauernknaben Rhbalenko Bericht zu erstatten. Der Staatsanwalt, stellte fest, daß alle auf einen sogenannten Blutmörd . hindeütenden Angaben unwahr waren,-?. '7^ . e u r l l e i 0 n. .. . X von HöBerf ‘ J&äntetn. >»° Als st.H Abraham erhob, schlug der Kranke die Augen auf und rief Mit schwacher, leiser Stimme: „Abraham,' ich habe nicht geschlafen, ich habe jedes Deiner Worte gehört.; ■ Du hast mir die Gesundheit und diehleberzeugung wieder gebracht, daß Gott unS nicht verkästen hat.. - Meinen Dank hoffe ich Dir, so Gott will^-recht7bald in--gesunden Tagen .aussprechen zu können.." Fetzticrber säume nicht länger, habe Dank, lebe ««!'&.;j, Nach diesen Worten schloß der Kranke die müden Aügenwiedn,-.. ' . ' Abraham beugte sich über die welke Hand, küßte sie, und verließ den Krankensaal, um zu seiner jungen Frau zurückzukehren. 7 , xxl ‘ \ -/ Das junge Paar war von seiner Reise zur vorgesehenen Zeit zurückgekehrt. Zu Hause fand Baron von Korff zwei Briefe vor. Der eine war von Joseph, der kurz die Genesung des Vaters und die bevorstehende Wiedervereinigung aller Glieder der Familie Schick meldete. Der zweite, erst vor drei Tagen eingetroffene, war von Feiwel Schick 'selber. Er theilte seine Absicht mit, sich in der großen, g'alizischen Gemeinde N, niederzu lassen, in welcher er. als junger Mann die Jeschiba seines gefeierten Lehrers, des greisen Rabbiners von N. besucht hatte. Sein Lehrer selbst war schon seit Jahren heimgegangen, und dessen Sohn, der Mit Feiwel von der Jeschiba her durch treue Jugendfreundschaft verbunden war, bestimmte ihn, diesm Ort für sein künftiges Domicil zu wählen. : -' Sobald er sich nur losmachen konnte, suchte Abraham von Korff seine Pflegeeltern in N. auf, und fand' dieselben glücklich und zufrieden, umgeben von dem Wohlstand, mit dem seine Dankbarkeit das neue Heim seiner Wohlihäter ausgestattet Haffe. Feiwel, der sich vollständig von der schweren Krankheit erholt, hatte nun gefunden, was er Zeit seines Lebens gesucht hatte, den Anschluß an eine gleichgesinnte ganze Gemeinde. ' Er war mit seinem Thün und Lassen, Denken und Empfinden nicht länger auf den engen Kreis feines Hauses beschränkt. An der einst starken, blühenden Hausfrau waren die langen Jahre der Entbehrung und des Kummers nicht spurlos vorüber gegangen. Ihre einstige, lebensfrohe Heiterkeit äußerte sich heute als stille, resignirte Zufriedenheit, aber die tiefen Furchen, welche die Sorgen in die einst glatte Stirne gegraben hatten, konnte keine noch so günstige Wendung ihrer Geschicke so leicht beseitigen. Das entging der treuen Anhänglichkeit des Pflegesohnes nicht, der jetzt unter den theuren Erziehern und Genossen seiner Jugend saß, wie vor vielen Jahren. Sie hatten sich gegenseitig über alles, . was sie betroffen, so viel zu erzählen, daß sie ganz der Gegenwart und Zukunft über der Vergangenheit vergaßen. Und die Gegenwart machte ihre Rechte energisch geltend; - denn Abraham war zu Hause geradezu unabkömmlich, weil die Ueb'ernahme und Verwaltung der großen Besitzungen den ganzen Mann mit Einsatz aller Zeit und Fähigkeit forderten. Dabei war auch die Zukunft der Familie seiner Pflegeeltern festzustellen. Für ihre Körperlichen Bedürfnisse wollte der dankbare Pflegesohn - gerne und'reichlich sorgen, aber es handelte sich auch um Versorgung und Unterbringung der Sohne und Töchter > für eine gesicherte, künftige Lebensstellüngj-7 Abraham verblieb auch bis tief in die Rächt in 7 eingehende Ueberletzung mit seinen Lieben vertieft,- aber.

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