Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 26 (2.4.1903)
- Date
- 1903-04-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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cnnet sün müsse, so ist nach Redners Ansicht für den, er über die Bibel spricht, das wichtigste, sie selber zu ennen. Was den angeblichen Monotheismus der Zabylonier betrifft, so bezeugt Oppert, daß die Namen. >ie angeblich mit dem Gottesnamen zusammengesetzt ind, in einem Briefe oorkämen, der mit der Anrufung >on Bel und Marduk beginnt. Möglicherweise mögen ne Babylonier auch einen Götzen gehabt haben, der ine dem heiligen Gottesnamen ähnliche Bezeichnung ührte. Von einer Offenbarung ist nirgends die Rede. 3on einer „frivolen" Aenddrung der Zehngebote durch Roses oder die Menschen kann keine Rede sein, wie der Üortragende nachwres. Ebenso wies er alle Vorwürfe ind Behauptungen Delitzsch's bezüglich der einzelnen Äebote zurück, zeigte einige der vielen Jrrthümer in diesen Tag durch eine am Samstag, den 14. März in der festlich geschmückten Synagoge veranstaltete Mer beging, welcher Sonntag ein Festbankett folgte, , im dem sich außer den Chebramitgliedern such die der'Gemeinde und viele Freunde zahlreich betheikigten. Nach Einheben der Thora wurde die Feier durch eine Ansprache des Vorsitzenden, Herrn LehrerLöwenste'in, eröffnet. Redner gab einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der jüdischen Wohlthatigkeitsvereine im Allgemeinen, wie einen Bericht, über die bisherige Thätigkeit des hiesigen Vereins im Besonderen. Mit klaren. Jedem zu Herzen gehenden Worten wies er nach, daß der Name „Jude" mit dem Erweisen von Wohlthaten anderen gegenüber eng verknüpft und es. daher thatsächlich kein leerer Wahn oder Ueberhebung iStei MÄM ISIS KM MKM 8RMK mm WW Ttcintafrl auS dem Britischen Museum mit dem BNdnih Hammurabk's, der westländischen Göttin [A»]-ra-tttni (Aaßrii) geweiht, den Titel „König de». WestlandeS" (Aai'-lrul — Ammurrft) enthalten». ' Citaten und Uebersetzungen und schloß seinen (wie wir hören, demnächst in erweiteret Form im Druck erscheinenden) Vortrag etwa wie folgt: Israel hat mit seiner Bibel in der Hand Babel und Rom überwunden. Es hat das Haus feines Vaters verlassen, um ein Seg'en zu sein. Die sich von ihm entfernen, entfernen sich von dem reinsten und edelsten Grunde der Sittlichkeit und der Gesittung. Die Bibel, die das Trost- und Erziehungsbuch der Menschheit geblieben ist, kann alle Angriffe ertragen. Trotz „Babel und Bibel" bleibt die Bibel, was sie ist: das Buch der Menschheit." Obernkirchen, 30. März. Auf ihr 25jähriges Bestehen konnte am vergangenen Purim die hiesige Männer-Chebra „Gemilus Chesed" zurückblicken, die sei, thatsächlich vom jüdischen Herzen zu sprechen. Der. Verein selbst, aus kleinen Anfängen hervorgegangen, hat die ihm gestellten Aufgaben jederzeit nach Möglichleit zu erfüllen, gewußt und seine Lebensfähigkeit bewiesen, obwohl sich im Laufe der Zeit der Mitgliederbestanv sehr verringerte. Dagegen ist in letzter- Zeit durch Beitritt einer größeren Anzahl junger Leute ein Aufschwung zu verzeichnen, durch welchen, nicht nur die frühere Stärke erreicht, sondern sogar überschritten wurde, und es daher zu erwarten ist, daß die Leistungen immer größere werden. Die Sonntagden 15. März im „Rathskeller" stattgefundene Festlichkeit gestaltete sich zu einer großartigen Familienfeier, an der auch zahlreiche auswärtige Gäste theilnahmen.