Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129753--2970-3522114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
RkttnMed und Anzeigen. Mr seiner ttngäNglichen Bemtheilung folgende Stellen: Diese Esmpofitionen zogen schon vor längerer Zeit die Aufmerksamkeit des Publikums zu Königsberg in Preußen, woselbst der Eockpönifi heimisch, auf sich, und ich selbst wurde vor einigen Ichren veranlaßt, in der Königsberger Hartung'schen Zeitung darüber Folgendes zu schreiben: „Herr Cantor Weintraub, dessew musikalische Aufführungen in der hiesigen Synagoge die Aufmerksamkeit des musikalisch gebildeten Publikums im hohen Grade erregt haben, beabsichtigt diese hebräischen Gesänge herauszugeben. Theils sind es eigene Kompositionen biblischer Psalmen, theils die alten Urimlodien, von Herrn Cantor Weintraub mit großer Umficht und Vollständigkeit rhythmistrt und harmonirt. Allen israelitischen Gemeinden, welche den musikalischen Theil ihres Gottesdienstes ordnen wollen, sind diese, in ^inem schönen und würdigen Style verfaßten Kompositionen aufs angelegentlichste zu empfehlen, der ganzen musikalischen Welt aber noch ganz besonders die uns bisher nur durch Tradition bekannten Ürmelodien. Jedenfalls dürste diese Ausgabe alle bisher erschienenen israelitischen Gesänge Sn'Vollständigkeit wie an innerem Werth übertreffen. Die Recitative sind oft nicht gewöhnlicher Art. jedoch dem Charakter der israelitischen Gesangsweise entsprechend, und StKentlich wettiger monoton, als unsere alten katholischen Kirchenreeitative. Ganz verstehen kann sie freilich nur der, welcher mit dem Gottesdienste der Israeliten ganz vertraut ist, Uttd obwohl wir uns auch einst mit dem Hebräischen beschäftigten, um der Betonung und Rhythmifirung der alten Israeliten nachzuforschen, so müssen wir doch über Manches unser Urtheil zurückhalten, und thun das um so mehr, als wir Alle Tage sehen, wie die sogenannten Conservativen den Stab brechen über Dinge, die sie nicht blos nicht verstehen, — sondern oft nie gesehen und gehört haben. Leider war mir nur vergönnt, die ersten beiden Theile anzusehen, weil das Uebrige noch nicht gedruckt, und nur flüchtig konnte ick dieses besprechen, weil ich, mit der Vorbereitung zu einer großen Reise beschäftigt, eilen , mußte. Indessen ist es immer etwas, und mag dazu dienen, die musikalische Welt auf dieses Werk, das, so höre ich, Ende dieses Monats fertig Werden wird, aufmerksam zu machen.*) Ich kenne in der gänzen musikalischen Literatur kein ähnliches, und wünsche dem Verfasser desselben von Herzen, daß seine Mühe den gerechten Lobn finden möge. Setzt ist daS Wert bereits erschienen. D. Red.