Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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: Ueber agadische Literawr :c. «S Die Sage vertritt aber ferner den allgemein historischen Standpunkt. Die Gestalten mächtiger Herrscher und Völker, der Gang der Weltereignisse ragt hinein in die vielbewegte Lcbensgeschichte des Stammvaters. Lvu . der willkürlichen Herbeiziehung Nimrods und des Thurmbaues haben wir schon geredet. In der Erscheinung Gottes über den Thierstücken werden die Geschicke der vier Weltreiche Babylon, Medo? Persien, Syro-Grie chenland und Rom angedeutet. Der Flüchtling, der die Gefangenschaft Lots berichtet, ist kein anderer als der königliche Riese Oa; das künftige Freibeuterleben der Israeliten wird vorausgeschaut (S. 51); die spätere schonende Behandlung der Stadt Jebus auf frühe Verträge gegründet (S. 76). Nicht zu verkennen ist die große theosophische Bedeutung der Tradition. Nicht nur das Wesen Gottes wi.'d an hervorleuchtenden Zügen nachgewiesen, sein thätiges Eingreifen in die Ereignisse gezeigt, sondern gelentlich und wiederholt nimmt die Agada einen höheren Schwung und macht sich als vollständige Rechtfertigung der Gotteswege^ als Theodicee, geltend. So sieht sich Abraham von dem Flammentode errettet, den Nimrod ihm bereitet; und dem erstaunten Könige antwortet er: der Gott des Himmels und der Erde , auf den er allein vertrauet und der allmächtig sei, habe ihn gerettet (S. 17). Der König von Sodom wird durch ein Wunder am Leben erhalten, um den Völkern die Macht Gottes zur Anschauung zu bringen (S. 2S). Die Gerechtigkeit Gottes erläßt auch dem einzeln stehenden Unrechte der Frommen und Edlen die Strafe nicht völlig; ^aras Lebensjahre werden abgekürzt ob ihre? Härte gegen Hagar (S. 35); der allzuinnige Bund mit dem Götzendiener Äbimelech erfährt die schwere Ahndung des Herrn (S. 55). Die göttliche Vorhersehung hebt das Walten der höchsten Güte keineswegs auf- Jsmaek wird vor dem Tode des Verschmachtens errettet, obgleich sein künftiges Räuberleben vorausgesehen' wird (S. 51). Die Prüsungen, welche Gott über seine Lieblinge verhängt , stellen die höchste Gerechtigkeit und die Rechtmäßigkeit der himmlischen Wohlthatev an das. Licht und sind von doppelt rechtfertigender. Wirkung (S> 57 f.). Auch die. häufige Erscheinung des Satans , seine Re? den, Anklagen und Einwürfe (S- 15, 47, 58, 61, 63, 70, 72 u. a.) haben vielleicht den Zweck, dieser Idee der Rechtfertigung zu dienen und sind wohl in diesem Sinne noch nicht ge? nug hervorgehoben worden. - Vom dogmatischen Standpunkte beschränkt sich die jüdische Säge nur auf wenige HapptsStze, auf welche sie aber