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Der israelitische Volkslehrer · 1859-11-01 · Heft 11 (November 1859) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 11 (November 1859)
Date
1859-11-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Ueber das Buch der Schöpfung. RS tigt, baß im talmudischen Zeitalter eine derartige Schrift bekannt war, wenn man auch mit Sicherheit annehmen kann, daß sie nicht mit dem später aufgetauchten 8. ^. zu identifiziren ist. Und in der That ist es nunmehr zur Gewißheit geworden, daß die Babylonier schon zwei Jahrtausende vor der gewöhnlichen Zeitrechnung derartige Schriften besaßen, in denen man sogar die oft verspottete Mahre von Raba, der einen Menschen schuf, dem er aber die Sprache nicht geben konnte, und von R. Chanina und R. Oschia, die ein erwachsenes Kalb schufen, findet. Wir verdanken diese Entdeckung dem Bearbeiter und hoffentlich auch Herausgeber der uabbathäischen Werke, vr.Chwolson in Petersburg. Wir theilen das Betreffend^ welches uns auf diese Entdeckung brachte, aus seiner Schrift: „Ueber die Ueberreste der altbabylonischen Literatur in arabischen Übersetzungen" hier mit. Die alten Babylonier — sagt der Verf.— hatten bei ihren hohen wissenschaftlichen Bestrebungen zugleich einen entschieden praktischen Sinn und verfolgten bei ihren gelehrten Forschungen häufig rein praktische Zwecke. Sie stellten den Satz auf, der Mensch, wenn er den Naturprozeß genau und sorgfältig beobachtet, könne dann der Natur nachahmen und selbst dies und jenes schöpferisch produziren. Dieser Grundsatz ist an und für sich in gewisse? Beziehung richtig; denn wenn wir in regenloser Zeit die Felder mit Wasser tränken, so ahmen wir dem Naturprozeß nach und suchen die ausgebliebene Thätigkeit der Natur zu ersetzen; ja die neuesten chemischen Fortschritte auf dem Gebiete der Agronomie beruhen auf jenem babylonischen Grundsatze. Die Hauptsache ist aber dabei, wie dieser Grundsatz ausgeführt und praktisch angewandt wird, worin viele der alten Babylonier jedenfalls zu weit gingen und statt einer ächten Wissenschaft Charlatanerie und Aberglauben beförderten. Die Babylonier behaupteten nämlich, daß der Mensch durch gewisse Verrichtungen nicht bloß Pflanzen und Metalle , sondern sogar lebende Wesen schaffen könne, wenn er nur dabei die Thätigkeit der Natur bei der Production dieser Dinge genau beobachtet und derselben treu nachahmt- — Diese künstlichen Erzeugungen werden von den Babyloniern r^^m - Erzeugungen oder rinnst-Bildungen genannt.— Gutami (der Verf. der SArieultura Isabat., lebte approximativ 1400 I. v. d. gew. Z.) widmet der Lehre von diesen kunstlichen Erzeugungen ein langes Kapitel. Aus feinen Angaben ergeben sich folgende Thatsachen. Argolebita, der uralte babylonische Apostel des Sonnenkultus, hat in seinem großen Werke : „T>as Buch der Geheimnisse der Sonne," die Meinung aufgestellt, daß

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