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Der israelitische Volkslehrer · 1859-11-01 · Heft 11 (November 1859) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 11 (November 1859)
Date
1859-11-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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sso Dtv SHlll«r-T<ts. hingedrungen und haben den Sinn für das Schöne, Gute und Wahre geweckt. Was die Herzen blos dämmernd ahnten, das hat der Zauberstab seines lebengestaltenden Meisterwortes zu herrlicher Anschauung an das Tageslicht gebracht. Für Alles was den Menschen aus den Niederungen des Staubes erhebt, was ihn zur Hohe seiner Menschenwürde, zur Höhe feinet Göttähnlichkeit emporträgt, dafür hat er gleichsam die in den Himmel reichende Leiter hingestellt auf den Boden des Menschengemüthes, daß wir darauf hinanklimmen in das hehre Gebiet der geistigen und sittlichen Freiheit. So kam es, daß die Welt unserer Gedanken und Gefühle das Gepräge seines Genius trägt, daß wir uns in seine Schöpfungen und diese in uns sich in solchem Grade eingelebt haben, daß wir eines Theiles unsers eigensten Seins uns gleichsam entäußern müßten, wenn wir das missen sollten, was aus der reichen Fülle seines Wesens eingeströmt ist in das unserige. Darum hat der Zehnte dieses Monats, der hundertjährige Geburtstag Schillers, eine solche unwiderstehliche maziscke Kraft ausgeübt auf die' Gemüther, daß — mit verschwindenden Ausnahmen — Alle, die sonst in dem Leben durch ihre religiösen, socialen oder politischen Anschauungen und Bestrebungen gespalten und zerklüftet sind, „durch Eine allwebende Sympathie verbrüdert," sich zu seiner Gedächtnißfeier mit einer Begeisterung vereinigten, wie sie in ähnlicher Weise die Geschichte bisher noch nicht zn erzählen ge wüßt hat. Jeder fühlt sich als Erbe an der geistigen Verlaffenschaft dieses Gottgesegneten, der auch im Tode noch fortlebt, der fort und fort Jedem , der sich ihm nahet, in jeglichem Stande und jeglicher Lage eine liebe Gabe spendet, „Dem Früchte, Jenem Blumen; der Jüngling wie der Greis am Stabe, ein Jeder geht beschenkt nach Haus;" — darum ist sein Ehrentag ein Festtag geworden für Alle, von den Be wohnern der Paläste bis zum Bewohner der Hütte; darum waren Aller Hände geschäftig, ihm dankbar Kranze der Verehrung zu winden. Ganz besonders aber hatten unsere Religionsgenossen Ur-

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