Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Ä» Zeichen der Gegenwart. zornerregten Dogelmutter, welcher Gott die Verteidigung ihrer Küchlein anvertraut und sie dazu mit Löwenmuch ausgestattet hat und — mit dem tiefsten aller Schmerzen, wenn sie machtlos ihrem Räuber gegenüber vergebens alle ihre Mittel des Jam- ' mers und des Flehens erschöpft Hat. O, der Herr Jesuit muß ja wissen, was eine Natsr dolorosa in der Seele für Messerstiche empfindet, und wissen, wer ihr das Messer mit kaltem Much ins Herz gestoßen hat. Ja, und triebe es der Jesuit nicht noch weiter, als Mephisto, mit seinem leidigen Tröste: „Sie ist die erste nicht!" Er behauptet gradezu, es sei nur das geschehen, was eine höhere Verpflichtung gebietet; was mithin überhaupt geschehen müßte, wenn man freie Hand hätte! Sehet Ihr, Ihr Ketzer in der ganzen Welt, ihr Anglicaner, Lutheraner, Muhamedaner, ihr 99 Tausende von, den hunderttausend Millionen der muthmaßlichen Erdenbewohner; sehet ihr nicht, was euch der Jesuit anthäte, wenn ihr ihm seine, mit dem evangelischen Schlacktmesser bewaffnete Rechte frei ließet! Schaut empor! da leuchtet der Finger Gottes drohend am nächtlichen Himmel und zeigt euch den Jesuiten mit dem bluttriefenden Schlachtmesser in der Faust. Er hat sich enthüllt, und steht da in seiner wahren Gestalt, ein Feind des Menschengeschlechts! 8 7. Wollen wir hier unsere Vermuthung über den speciellen Verfasser dieser Rechtfertigung der Kirche mittheilen. Zwar kommt hier wenig^darauf an, wer der eigentliche Verfasser ist, indem die ganze Gesellschaft Jesu nicht nur, sondern auch vie Kongregation des heiligen Officiums, unter dessen Aegide dieses Blatt erscheint, die Verantwortlichkeit zu tragen hat, ja die ganze Gemeinde der Gläubigen solidarisch dafür haftet. Dennoch ist es nicht ohne Interesse, den persönlichen Verfasse? zu erfahren. Dieser aber scheint mir kein anderer zu sein, als der jesuitische Romandichter, der Verfasser des berühmten : LedreoZ! Verona, eines Romans, der eine lange Reihe von Heften dieser vivilta eattoliea fortlaufend enthält und sodann in einer besondern Ausgabe aus dem Feuilleton als concreter Roman, eine weite Verbreiwng gefunden hat. Denn der Styl ist der Mann. Nun findet stch aber in der verschränkten und schwierigen Sprache des Artikels: I! neokito Läxare Zlortara, dieselbe Manier wieder, die man aus «ekreo äi VsrovA bereits hinlänalich kennt. Dieselbe Breite, dieselbe Umständlichkeit, dieselbe gesuchte Ausdrucksweise und derselbe Styl;