Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Ajchm der Gegenwart. huldigen, zu seiner Partei gehören, von neuem verbrieft und besiegelt. Er ruft, mit dem geweiheten ^chlachtmesser in seiner Faust: Seht mich, wie ich in der Wirklichkeit bin, wo ich, wie ich bin, sein kann; und wo ich anders scheine, wißt, daß ich nur anders scheine, so lange man mir die Faust mit dem Messer fest hält! Er oertritt, als eine gottgefällige Handlung, eine That, von welcher selbst die Edlen, noch nicht ganz moralisch verlornen, Mitglieder seiner eignen Gemeinde mit Abscheu sich abwenden, und mit einer'Rothe der Indignation, oder der Scham Übergossen werden! Er rechtfertigt eine That, die den Rufschrei des Entsetzens durch ganz Europa, mit nur ein paar Ausnahmen verwandter Geister, hervorgerufen hat. (Nvilta eattoliea OLVII. x. 335—416). Wir heben folgenden Satz aus der Einleitung vieses famosen Artikels heraus, oer also lautet: Roi v6?ZaN6Qts N0Ü ersäimQO, eile nel nostro Hlvnclo yuesta sia la sola e la prima inacira desolat^ 0 kami^Iia in laFrune, in eoii86Hii6Q2a 6i 11 n Arave dovere, eks altri adbia äovulc) eviiipire. (Wir glauben wahrlich nicht, daß diese die einzige und erste trostlose Mutter (Hloi-tara), oder Familie in Thränen sei, in Folge einer hohen Verpflichtung, die ein Andrer für sie erfüllen mußte.) Wahrlich nein! „Sie ist die erste nicht," wie auch 'Mephistopheles seinen Meister, den Faust, über seinGretchen zu trösten sucht — sie ist die erste nicht! Schon vor nunmehr zwei Jahrtausenden hatte eine hebräische Mutter ein gleiches, nur noch siebenfach größeres, in andrer Beziehung jedoch geringeres Leiden anzuschauen und zu beweinen. Diese jüdische Niobe war die Mutter jener sieben Söhne, die der berühmte (!) Antiochus*) vor ihren Augen zu schlachten „sich verpflichtet fühlte," weil sie sich nicht vor seinem Jupiter zu bücken entschließen wollten. Was! höre ich den Jesuiten kreischen — dem Antiochus, einem Heiden, vergleicht er mich! Und dem Gotte, dem ich opfre , jenen Götzen des Tlymposk — Gemach, Herr Pater! Wir haben nur einen Vergleich zwischen den beiden Müttern gezogen, für die es natürlich gleichgiltig sein mußte, wem zu Ehren sie ihrer Kinder beraubt wurden. Der Jesuit verlangt oder erwartet doch wohl schwerlich von einer alten, armen Juvenfrau eine solche Distinction zu seinem Portheil! Sie ist die Mutter, der ein fremder Mann ihr Kind gewaltsam raubt, und sie wird zur *) Antiochus Epiphanes, König von Syrien, zur Zeit de? Maccabäer.