Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129753--2944-3522088- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
346 Verhandlungen des großen RatheS zc. trennen? Hat nicht unsere Religion den gleichen Ursprung, wie die ihrige? sind nicht ihre Propheten auch die unsrigen? - Der einzige Unterschied ist der: sie erwarten einen Messias und wir glauben ihn schon erhalten zu haben. Wenn wir ihnen die Christen zu Brüdern geben, so werden sie auch die unsrigen werden. Wenn sie ihre Verpflichtungen nicht halten wollen, so werden unsere Gesetze sie wie andere ungehorsame Bürger zu strafen wissen. Sie sind Menschen und sollen also nur als Menschen vom Gesetz angesehen werden, und ich folge also Eschern. Doch in Rücksicht des H. 20 der Constitution sollen die Juden erst günstige Zeugnisse über ihre Auffuhrung und Sitten vorbringen, ehe sie als helvetische Bürger anerkannt werden. Akermann vereinigt sich mit dem Nachtrag von Teeret an und glaubt, dadurch werde die Eidleistung von selbst aufgeschoben werden, damit die Kommission in dieser Zeit einmal ein Gutachten über das Ganze dieses Gegenstandes vor legen könne. Esch er beurtheilt den Zustand der Juden nach dem §. 19 der Constitution, dem zufolge sie als eingeborne Hintersässer Bürger sind. Nun werden sie entweder den Eid schwören oder nicht; schwören sie, so stehen sie unter der gleichen Verpflichtung wie alle Helvetier, schwören sie nicht, oder halten sie den Eid nicht, nun wohlan, dann haben sie uns bewiesen, daß sie zu unserem bürgerlichen Zustand unfähig sind, dann aber sollen wir sie auch aus unseren Grenzen verweisen, er beharre also. — Guter glaubt, man müsse nicht blos auf das äußere sehen, um seine Brüder zu erkennen, wie Kuhn sich geäußert habe, sonst wären freilich die Juden die besten Bürger und Brüder, weil sie die größten Nasen haben. Mein ihr Corporationsgeist macht sie unverbesserlich, wie die Chinesen mit ihrem eingeschränkten Nationalgeist. Ihre Religionscorporation ist es, die sie an allem hindert; so lange sie dieser anhängen, können sie keine guten Bürger sein; er folgt Hubern. Marcacci will auch den Religionen keinen Einfluß auf die Politik geben, allein da eine Commission niedergesetzt wird, um über den politischen Zustand der Juden ein Gutachten vorzulegen, so will er erst dieses Gutachten abwarten, ehe er