Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sb« die Juden iu Sndingett zc. SS Großer Rath, 8. August. Das Direktorium ladet ein, den politischen Stand der Juden, wegen dem bevorstehenden Eid zu bestimmen, um zu wissen, ob die beiden Judengemeiuden des Kantons Baden zu der Eidleistung gezogen werden sollen oder nicht. Akermann will diese Botschaft an die Judencommission weisen. Esch er sagt: Laut Constitution ist "jeder, der seit 20 Jahren in Hetvetien wohnt, Helvetischer Bürger, ohne daß ein Religionsunterschied hierüber bestimmt ist, und da selbst die Eidesformel so abgefaßt ist, daß sie alle Neligionsgenossen ohne Anstoß abschwören können, so fordere ich Tagesordnung, weil es sich aus diesen Gründen von selbst versteht, daß auch die Juden ^einBürgererd^ist^ Hoch folgt Eschern, indem er immer über Absonderung der Juden von dem Genuß der meisten Menschenrechte traurig war; er glaubt, die Juden seien durch die thierische BeHandlungsweise der Christen verdorben worden, und hofft also, wenn die Ursache aufhöre, so werde auch die Wirkung aufhören und die Juden zu moralisch guten Menschen umgeschaffen werden können, so bald sie menschlich behandelt werden und alle natürliche Rechte genießen. — Kuhn sieht die Juden so gut als die Christen für seine Brüder an, indem ihnen dies auf der Stirn geschrieben stehe, allein er glaubt, in dem Talmud sei ein Gesetz, welches die Juden am Pfingsttage (!!) von allen eingegangenen Verpflichtungen losspreche. Er will, daß die Kommission dieses untersuche, indem, wenn seine Vermuthung richtig ist, die Juden zur Staatsgesellschaft unfähig wären. Hub er will zur einfachen Tagesordnung gehen, meil er glaubt, die Juden stehen in Rücksicht ihrer Religion in einer besonderen Corporation, die mehr politisch als religiös sei, also fordere die Constitution, daß sie nie das Activbürgerrecht genießen können; außerdem befinden sie sich auch noch in einem solchen Zustand von Verdorbenheit, daß sie als unverbesserlich (!) anzusehen sind. Secretan bedauert, daß solche Grundsätze geäußert werden, die der allgemeinen Philantropie und dem Geist der Constitution zuwider find. Sie find Menschen! Sollre uns etwa die Religion