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Der israelitische Volkslehrer · 1859-10-01 · Heft 10 (Oktober 1859) · page 26

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 10 (Oktober 1859)
Date
1859-10-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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lleber agadtsche Literawr X. Pflanzung des Haines von Berseba (Genes. 21, 33) den milden, Licht und Klarheit verbreitenden Geist des Abrabam wieder iu feinem vollen Glänze. Dieser Hain ward mit oen edelsten Fruchtbäumen bepflanzt, ein Palast zur Bewirtbunq de? Fremden damit verbunden. Zu dem Garten führten vier Pforten vön den vier Himmelsgegenden, damit Fremde von allen Seiten einziehen könnten. Hungrige wurden gespeist, Nackte bekleidet, Dürftige mit den Mitteln zur Weiterreise verschen. Kein Lohn, kein Dank ward angenommen^ Wer danken wollte, den verwies der edle Wirth auf den wahren Herrn des Hasses, der alle Geschöpfe nähre und belebe. „Wo finden wir dies gütige Wesen?" fragten die Wanderer. „Es ist oer Gott," war die Antwort, „der über Himmel und Erde herrscht, der tStet und belebt, verwundet und heilt" :c. Es ist auffallend genug, daß der Hain Mamre, der langjährige Aufenthalt Abrahams, nicht in gleicher Weise der midraschistischen Erwähnung und Nachdichtung theilhaftig geworden. Em Höhepunkt agadffcher Darstellung ist die Opferung Isaaks — 10. Abschnitt. Die Sage gewinnt dieser schweren über Abraham verhängten Prüfung einen tieferen theosophischen Mnn ab^ Die Frommen hienieden zu prüfen, auf daß ihre Verdienste sich bewähren, das liegt im Plane der Weltregiersng; damit man nicht wähne, nach Dünkel und Willkür verteile der Herr seine Gaben. Bestehen die Frommen eine solche Prüfung, so wird die Gerechtigkeit Gottes kund und offenbar/ (Beer S. 57 st) — Ein Gespräch zwischen Gott und dem Satan, ähnlich der Einleitung in das Buch Hiob, veranlaßt die Forderung eines so großen und schmerzlichen Opfers. Die Auf- ArdenmH des Hern: an Abraham bewirkt im Midrasch einen ausführlichen Dialog, in dem zuletzt die gottergebene Gesinnung des Erzvaters sich rühmlich bewährt. Rührend ist der Abschied ratterisiren — die vier Momente in dem Verhältnisse Israels zu dea Völkern, man kann sagen in dem Verhältnisse verschiedener Religionen zu einander überhaupt, deutlich gefunden. Zuerst zeigt sich vollständiger, sich in Thatlichkeiten manifestirender Haß (Lsek); dieser mildert sich, sowie die Borurtheile zu schwinden beginnen; offene Verfolgung findet nicht mehr statt, aber gleiches Recht im Lande wird Allen noch nicht zu Thett und Hindernisse mancherlei Art erfindet der Neid, den Geduldeten das Lebe» zu verkümmern (Situs). Die Sonne der Wahrheit lichtet den Nebel L?e^ und mehr; selbst „der böse Engel" muß zu den Ansprüchen auf gleiches Recht für Alte sein „Amen" sagen (Reekodotk). Das ist aber immer noch Vicht der rechte Sieg des Achtes und der Wahrheit: diese müssen auch aa» den Herzen alle Abneigung gegen den „Fremdling" entfernen; die Ueve muß die Gemüther einander annähern und verbinden. Das ist das HM der Menschheit lLeer-se!,eda>. — Wir meinen, daß diese Darstellung der Bibelworte weit näher liege als die gebässiae des kiärasek. (Vgl. Volmeyr. VI. Homilet. Beil. S. 1'26.) L. S.

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