Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1859)
- Date
- 1859-10-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber agadische Literatur x. Wö von Sara geschildert, welcher der wahre Zweck der Reise verschwiegen wird. Auf dem Wege wiederholen sich Verführungen und Hindernisse; alle scheitern an dem beharrlichen Sinne des Vaters wie des Sohnes. Josephus (Werth. 1, 13) legt dem Abraham eine ergreifende Abschiedsrede in den Mund. Engelchöre stimmen einen heiligen Hymnus an (ib. S. 67 nach Pseudo-Jonathan und dem Jerusal. Targum). Dä?"Opser " ward durch den Engel Michael verhindert. Der Widder wird gefunden und dem Herrn dargebracht, wobei die Sage die symbolische Deutung aus den Schall des Widderhorns am Neujahrsfeste nicht vergißt. Sara's Tod und Begräbniß, — der 11. Abschnitt — schon im Urtexte mit Ausführlichkeit behandelt, findet in der Sage eine einfache und würdige Schilderung. Sehr reich und bedeutend ist der Inhalt des 12. Abschnitts. Er behandelt die letzten Scenen aus dem Lebensgemälde des großen Bekenners. Abrahams Alter wird als ein glückliches, ruhmvolles gepriesen, ^ein Ruf als Sternkundiger, der die Schicksale der Menschen vorschauend in den Gestirnen las,*) drang in immer größere Ferne. Die Fürsten des Morgen- und Abendlandes suchten ihn auf und forderten seinen Rath. Seine Nähe wurde deuLeidenden heilbringend; ein Edelstein oder eine Perle, an seiner Brust befestigt, besaß die Wunderkraft, jeden darauf hinblickenden Kranken sofort von seinem Uebel zu befreien (id. S. 78,79). Nur ein Wunsch blieb ihm noch unerfüllt: sein Sohn Isaak entbehrte der Gattin, und es galt, ihn mit einer würdigen Tochter seines Stammes zu verbinden. Elieser wird mit dem Auftrage des Brautwerbers betraut und entledigt sich desselben zur Zufriedenheit des Gebieters. Als Isaak seine jugendliche Gattin in das Zelt Sara's einführte, da schien *) ES ist merkwürdig, wie der astrologische Aberglaube die Männer des Talmuds bis herab zu den jüd. Neligionsphilosophen des Mittelalters so sehr einzunehmen und zu blenden vermochte, daß sie nicht aus den so nahe liegenden Gedanken kamen, daß jede Beeinflussung des menschlichen Schicksals durch die Gestirne eine Beeinträchtigung des unmittelbar göttlichen Waltens und eine sichere Borstufe Zum Heiventhum in der Anerkennung einer Mttlerschaft (^^Lv) erkennen wir den Fortschritt des MenschengeisteS auf dem Gebiete der Reliiou, und es möchte doch wohl kaum einen neuorthodoxen Rabbiner geen, der die Kühnheit hätte, den astrologischen Aberglauben auf die Kanzel zu bringen, weil die Talmudisten so sest daran geglaubt haben. — Herrlich steht auch hier das Bibelwort da, welches jenen Wahn (siiriinO?5t i^OVN) deutlich als einen heidnischen bezeichnet (iTi^?I NVNV Talmud hat hier, sie in vielen anderen tdeosophi» schen Ansichten, der Bibel gegenüber einen eclatantenRückschritt gemacht.— Vgl. über die astrologischen Deutungen des Talmuds die Ejnleit. zu mei- Uebers. des ,Aetder Zäaledntb.^ LS.