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Der israelitische Volkslehrer · 1859-10-01 · Heft 10 (Oktober 1859) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 10 (Oktober 1859)
Date
1859-10-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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332 Ueber agadische Literatur:c. Werfen Sur nun einen Rückblick auf den durchlaufenen Weg, so müssen wir den hingebenden Eifer neben dem ordnenden Schönheitssinn verehren, welcher Tausende von agadischen Stellen zu dem Kranze eines reichen und einheitlichen Lekensgemäldes verwebt hat. Im 1. Abschnitte wird die Geburt und Juaendgeschichte des Stammvaters zusammengefaßt. Der Beginn dieses edlen Lebens wird durch Wunder und Himmelszeichen verkündet. Die Gestalt des Eroberers Nimrod steht feindlich an seiner Wiege und bedroht sein zartes Dasein. Denn die Wahrsager hatten dem Gewaltherrscher hinterbracht, daß dies Kind seinem Reiche Gefahr drohe. Allein durch List wird das kaum zum Licht erwachte Leben den Nachstellungen entzogen, und frühe glänzt ein Strahl der Erkenntniß in die Seele des Knaben hinein. Im 2. Abschnitte wird Abrahams Jugendgerichte fortgesetzt. Noch immer beherrschte Nimrod die Länder am Euphrat und die Gemüther der Menschen durch den finsteren Zauber seines harten Sinnes, durch List und Verschlagenheit. Ein Gewand verleiht ihm den Zauber der Unbesiegbarkeit^ Er ist es, welcher die Völker zu dem aberwitzigen Plane des Thurmbaues verleitete, ein großartiges Verführungsmittel, um die Menschen der Verehrung Gottes zu entfremden. Vergeblich mahnt Abraham ab; Gott selbst stört den vermessenen Bau. Von dem herrschenden Götzendienste war das eigene Vaterhaus Abrahams ergriffen: Terach verfertigte Bilder und verkaufte .sie um Geld. Abraham ward mit dem Verkaufe beauftragt und führte ftne Icene herbei, welche durck so viele Nachdichtungen bekannt genug geworden ist (nach?ana äede Tliaku 2. 25). Terach, erzürnt über die Zerstörung der Idole, verklagt seinen glaubensstarken Sohn bei Nimrod; und es entspinnt sich ein merkwürdiges Religionsgespräch zwischen dem Könige und dem Bekenner Gottes. Vergebens verschwendet der erstyre Kerker und Todesqualen, um den Frommen zu vernichten. Ihn selbst schreckt ein Traum voll finsterer Vorbedeutung und zeigt ihm das Ende seiner auf Unrecht und Gewalt gegründeten Herrschaft. ' Im 3. Abfchnitte verfolgen wir Abrabams Wanderung nach Kanaan, den ersten Bund mit Gott, die Reise nach Aegypten und das Verhältniß zu Lot. Im 4. Abschnitte sehen wir ihn als Sieger über die einbeimischen Könige und als Befreier seines kriegsgefangenen Neffen. Der priesterliche Fürst, der ihm nach' gewonnener Schlacht mit mildem Gottesgruße entgegenzieht, Malkizedek, ist nach der Sage kein anderer als Sem, der fromme Sohn Roas.

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