Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1859)
- Date
- 1859-10-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber agadische Liierainr 7e. Heilung folgen, geben wir dem Leser das getreueste Bild von dem bedeutenden Inhalte. Wer hier zum ersten Male dem Midrasch und seiner gewaltigen Stoffmasse nahe tritt, der wird überrascht werden, zu sehen, wie die Sage der Vorzeit das biblische Wort ausbeutet, daß der einfache Grundtext unter ihren ausschmückenden Händen bis ins riesige anschwillt. Man kann ohne Übertreibung zugeben, daß jedes Wort im Schrifttexte mindestens einer Sage im Midrasch das Dasein qegeben hat. Der Mahnruf des Herrn an Abraham, der diesen zum Auszuge aus Chaldäa veranlaßt, bestimmt den Midrasch in symbolischer Weise, den 15. Nisan als den Tag jener Verkündigung zu bezeichnen, denselben Tag, an dem später die Befreiung aus Aegypten erfolgt. (Beer S. 20.). — Die Stelle: (Genes. 12, 8)' „Er erbaute dort einen Altar und lehrte den Namen des Ewigen," veranlaßt den Midrasch zu der Beifügung : „Abraham belehrte die Männer und Sarai die Frauen." (ib. nach Genes. Üakda 39.) Die Erzählung von der Hungersnoth (Genes. 12, 10) ruft in den agadischen Quellen eine Kontroverse darüber hervor, ob dies die erste oder die dritte Hungersnoth seit der Weltschöpfung gewesen, (id. S. 24.) Der Streit zwischen den Hirten Abrahams und denen Lots über die Weideplätze (13, 8 ff.) wirft nach der Sage auf die Redlichkeit des ersteren ein eben so günstiges Licht wie ein ungünstiges dadurch auf Lot fällt. Die Heerden Abrahams waren mit Maulkörben versehen, um fremdes E'genthum nicht zu beeinträchtigen; die des Lot entbehrten derselben. „Du strebst nach links, so spricht Abraham zu seinem Neffen, ich nach rechts. Selbst aber wenn du das Rechte wolltest (vgl. V. 9). Dein Sinn würde dich immer wieder nach links treiben." (id. S. 26, nach <?enes. Radda 45 u. Xokelet radka.) Die Tageshitze, wovon 18, 1 die Rede, findet eine umständliche Erklärung (S. 37). Der gewaltthätiae Sinn der Sodomiter wird durch besondere Fälle von Gewaltthat und Grausamkeit nachgewiesen. (S. 41). Die Scherze des jugendlichen Jsmael mit J?ak, von denen 21, 9 handelt, finden ihre weitere Ausführung nach kii-ke derebd! Nieser 30 und Josephus Alterthümer 1,12 (Beer S. 49). — Bei dem Streite über die Brunnen, die Abimelechs Knechte sich widerrechtlich zugeeignet (21, 25), entscheidet ein Gottesurtbeil (S. 54 nach Veues. rabba 54). Än die Opferung Jsaks reihen sich lange ausführliche Dialoge und eine ganze Reihe von Sagen. Den Tod Sara's führt, dem Midrasch zufolge, eine zu plötzliche Freudenbotschaft herbei (id. S. 74). Die Werbung Wieseris um Rebecka wird ausführlich beschrieben; und auch der Tod Abrahams entbehrt nicht der ausschmückenden Sage.