Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1859)
- Date
- 1859-10-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichea der Gegenwart. stellt^ damit er in alle vier Winde seinen Todtenzesang hw auskrächze: „Lint nt 3unt ant N0» sint!" So sind wir wo wir so sein können! Das ist unser Bekenntniß; das unsere Liebe, das unsere Tugend! Wo wir freie Hand haben verfahren wir, wie mit dem kleinen Mortara; wo wir sie nicht haben, verbergen wir das Messer, und warten geduldig unsere Zeit ab! Dieses Rabengekrächz ist nunmehr laut in die Ohren der gebildeten Welt gedrungen: wir werden sehen, welche Wirkung es haben wird. Das ist eine Beruhigung für den Menschenfreunds allem ein schwacher Trost für die, ihres Kindes beraubten Eltern. Wir wissen aber keinen bessern für sie. Mögen sie sehen, wie sie sich mit der Vorsehung abfinden. Wir indeß wollen fortfahren, und an ein Ereigniß anknüpfen, an ein polizeigenchiliches Einschreiten und Verfahren gegen einen hochgestellten Mann, hoch von Geburt, und berühmt als Schriftsteller, an den uns Allen noch in gutem Andenken befindlichen Proceß gegen den Grafen von Montalembert. Dieser Proceß leitet unsere Betrachtung fast unmittelbar auf eine andere Persönlichkeit hin, die in innigster, geistiger Beziehung mit . dem Herausgeber der Oivilt^ esttoZiea steht, auf Henu VSuiüot, den Hauptredacteur des Ilnivers, des streng ultramontanen Blattes in der Hauptstadt des großen Kaiserreiches, das seit fast einem Jahrhunderte seinen Anspruch auf den Vortritt und die Hegemonie in der Civilisation Europas und der großen Weltcultur, zu behaupten gesucht hat. Herr Veüillot zeigt die blitzende Ichneide de? Schwertes, „dessen Griff im Oollexio Romano, und dessen Spitze überall ist." Diese, mit einander in Verbindung gebrachten, Punkte werden die Kreisabschnitte unseres Pfades bestimmen, den wir zu durchschreiten uns vorgesetzt haben. Wir knüpfen aber deßhalb an den Proceß Montalemberts, diese cause esledre, an, weil wir durch denselben die erwünschte Gelegenheit finden, competentere, und noch dazu Männer der Gegenpartei, also völlig der Parteilichkeit unverdächtige Männer, für unsere Sache sprechen zu lassen. Da heißt es recht: Lt ad koste eonsilwin! — Auch des Feindes ^^Urtheil ziehe in Erwägung! — Wie leicht könnte ein so tief Betheiligter uud zugleich so schwer mit Bettoffener, wie ich es bin, den Schein auf sich ziehen, er habe seine Worte nicht wohl gewogen; er behandle den Feind zu feindlich, oder selbst ungerecht. Solches wird man einem frommen Katholiken, une Herrn Montalembert, dem Verfasser des Lebens der heiligen Elisabeth, schwerlich nachsagen wollen! Und nunmehr tritt