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Der israelitische Volkslehrer · 1859-10-01 · Heft 10 (Oktober 1859) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 10 (Oktober 1859)
Date
1859-10-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Zur Trage des AudeneideS. leistung des Eides nach strengstem jüdischen Ritus gegen einander zu begehren") und sogar schon (noch in jüngster Zeit) Fälle vorgekommen sirrd^ wo Israeliten, denen die Ableistung —nach strengstem Ritus aufgegeben worden war, nach bereits gerichtlich erklärter Eidesannahme noch in der Synogoge vor der wirklichen Ausschwörung zurückgetreten sind; In Erw., daß die Nothwendigkeit einer Aufrechthaltung der bei dem Judeneide üblichen Förmlichkeiten auch von jeher durch das Obergericht der, ebenfalls mit talmudischen (!) Juden bevölkerten Provinz Elsaß und jetzige Appellationsgericht "zü Tolmn aus den bis jetzt erörterten Rücksichten im' Allgemeinen anerkannt worden ist und daß, wenn, wie es scheint, mehr aus Nachgiebigkeit für gewisse politische Anschauungen sich in Frankreich seit den Revolutionenvon 183V und 1848, beziehungsweise in Deutschland seit 1849 oder hier und da als Ergebnisse einzelner doctrineller oder staatsrechtlicher Ansichten, Ausnahmen und Abweichungen hixvon Geltung verschafft haben, dieses für eine unbefangene ^) richterliche 11) In der That, unerhört! — Von den Leidenschaften der Menschen, von der Rücksichtslosigkeit sich allerdings selbst brandmarkender Selbstsüchtlinge wird ein Beweis auf die relig. Anschauung Aller geschöpft! — Nun, ich frage Sie, meine Herren Richter! gesetzt, die Gottesurtheile beständen noch zu Recht, meinen Sie nicht, daß es verhärtete Christen genug gäbe, die auf die Entscheidung durch Feuer und siedendes Wasser dringen würden? Und würden Sie daraus, als erleuchtete Christen, einen Grund schöpfen, die Ordalia als ein christliches Institut aufrecht zu erhalten, weil dieser und jener grausame Christ sie selbst gegen Christen als Beweismittel verlangt? — „Liebe deinen Nächsten,.wie dich selbst" — guter Moses, du! hast für viele Gesetzgeber dies umsonst geschrieben! — 22) Aha! — Da steckt der Pferdefuß! — Wo etwas in unserer Zeit nicht convenirt, da wird's der Revolution in die Schuhe geschoben!-Aber ohne die großen Bewegungen dieses und des vorigen Jahrhunderts hätte Bayern keine Verfassung,^tein öffentliches Gerichtsverfahren, hätte namentlich die Pfalz nicht jene herrlichen IMtutionen, auf die sie mit Recht so stolz ist! — Es ist daher der größte Undank, wenn man einen weiteren „Fortschritt der Gleichheit Aller vor dem Gesetze," den man in Frankreich gemacht, mit dem Prädicate „revolutionär" belegt! — W> Wir glauben, durch obige Bemerkungen dem Schmucke der „Unbefangenheit,"-womit man sich hier (rüstet, einige Risse beigebracht zu Haben, um darunter etwas ganz Anderes durchscheinen zu lassen! —

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