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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-05-03 · Heft 18 (3.5.1846) · page 13

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 18 (3.5.1846)
Date
1846-05-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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85 Aber aus dieser Gefühlssache ein Dogma zu machen, und ein solches An- und Abschließen Ln seiner ganzen Kraßheit dem Volke ans Herz zu legen, und in einer solchen sich widersprechenden Zusammenstellung, ist doch wahrlich nichts weniger als verständig! — Nun kömmt Mohr mit einem Schreiben an Bodek und zieht, wie schon bemerkt, gegen die deutsche Rabbinerversammlung los; zieht daraus besonders die Rabbiner Geiger und Holdheim hervor, und wirft dem ersteren vor, er habe, wie er aus sicherer Quelle wisse — floß vielleicht die Quelle am Tische Rappoports? — versichert, mit all seinem Einfluß dahin zu wirken, daß die rur!?n abgeschafst werde. Den vortrefflichen Aufsatz über diese Frage in Geigers theolog. Zeitschrift kennt der Herr, wie vieles Andere nicht. Letzterer aber habe die Absicht, den Namen Israels zu vertilgen. Also schlimmer alsParao! Dagegen läßt er seine schmutzige Sonne Manheimer, von dem er ein Stück Predigt gegen die Reform mittheilt, Rappoport, dessen Streitschrift gegen Hold heim über den Eid bis in den Himmel erhoben wild — Fasset ist im „Orient" anderer Meinung— Sachs und Frankel leuchten.— Gedicht von Natkis — nach Form und Inhalt mittelmäßig.— Eine Erklärung über den 141. Psalm, von Brecher. Recht gut, wenn es ihm auch nicht gelungen, alle Schwierigkeiten zu heben. In den sriihern Lieferungen finden sich von demselben Verfasser philosophische Gedichte. Die Philosophie und in einem neuebr. poetischen Gewände! — Ebr. Gedichte von Zederblum und Geldberg. Zwar aus dem Deutschen übertragen, dem Vers, erschien es aber wahrscheinlich zu gering, eine solche Kleinigkeit zu erwähnen. — Ein Schreiben (von Pinelis?) an Slonimski über die Berechnung derni"6in und msipn des Saioty und N“IK an. Unstreitig düs Besse, was diese Zeitschrift seit ihrem Bestehen geboten hat.?kur machen die vielen Fehler in den Zahlen, und daß die Zeichen f und — oft ganz verkehrt gebraucht werden, das Ganze fast unbrauchbar. — Leeres Gerede über den Aussatz an Häusern und Kleidern, wovon in der h. Schrift die Rede ist, von Randegger. Es wäreSchade, Wenns nicht von Randegger wäre, es ist ganz randeggisch. Das ist der Randegger, der gegen die Kritiker einen Kreuzzug predigte, die einigen Psalmen ein jüngeres Alter beilegen..— Ein Gedicht von Letteris. Ganz vortrefflich, nur daß die Diktion zuweilen an Härte leidet, die eine Folge der Fesseln ist, die er dem freien Schwünge seiner Poesie mit den künstlichen Schwierigkeiten der Miwl myun angelegt hat. Jedoch erreicht dieses Gedicht, wie alle andern seiner poetischen Erzeugnisse, den Werth seines Gesanges eine Uebersetzung der Athalie von Racine, nicht. — Nun folgt ein Briefwechsel zwischen Girondi und feinem Onkel Jofeph Darples von Görz. Dieser Darples war nämlich über einige Bücher der Karaiten gerathen, und in Folge dessen fing der Glaube an die Autorität der mündlichen Lehre in ihm an zu wackeln. Girondi hört von der drohenden Gefahr, schreibt einen Brief an den gefährlichen Patienten, worin er mit Gründen die Zweifel bekämpft, und die Autorität des Talmuds wieder in das Herz des halb verlorenen Onkels installirt. Der Onkel verspricht sogar nie wieder ein karaitisches Buch zu lesen. Die Gründe find nun freilich von der Beschaffenheit, daß man meinen sollte , sie könnten keinen Hund aus dem Ofen locken. Wie sie nun aber doch die Zweifel zu beschwichtigen mächtig genug waren, bleibt ein Räthsel. Bei solchen zweideutigen Heilmitteln war denn allerdings das Gescheidteste, um mögliche Rückfälle zu verhüten, vor einer so gefährlichen Arbeit, wie Lesen und Denken, sich für die Zukunft zu Hüten. Wozu braucht auch der Onkel zu wissen, was die Karaiten denken! Der Großvater hats auch nicht gewußt. Denken macht Zweifel, und an der Thüre des Zweifels ruhet die Sünde. Heil dem, der nicht denkt! Er ist zufrieden, genügsam und glücklich. „Und wer nicht l.nkt „Der kriegts geschenkt „Der hats, ohne Sorgen." Diese Briefe verdienen, ihrer Kuriosität halber gelesen zu werden; zu lernen ist aber nichts daraus. Nur das ist daraus zu lernen, daß Onkel und Neffe blutwenig die Schriften, um die fich's handelt, kennen, und daß sie von dem Vortrefflichen, was in neuerer Zeit von Geiger, Jost und Creiznach darüber erschienen ist, keine Ahnung haben. — Ein Gedicht von Strelisker. Wenn man es „Gedicht" nennen darf; denn es ist. eigentlich nur gereimte Prosa von weder gefälligem, noch erhabenem Gehalte. Bei einer fließenden Sprache und Gewandtheit des Ausdrucks, finden sich doch hie und da einige Sprachfehler. Die poetischen Arbeiten des Verf. in den frühem Lieferungen übertreffen diese Gabe. — Eine Erklärung des Wortes^ D’BSW *03 iwrO von Reggio ist einleuchtend, und kann ferner belegt werden durch vie Stellen Nälvll) *03 PjD nrnaa) c^prir oipW pnau tya. Jedoch glaube ich, diese Erklärung irgendwo schon gelesen zu haben. Ein Schreiben Mohrs, verschiedenen Inhalts — wie oben schon erwähnt, geifert er darin gegen die Nabbinerversammlung. Ein schöner Kämpe, dieser Mohr! das ist der Mohr, der in „Zion" Jahrgang ,2"Yn sämmtliche Bücher der h. Schrift corrupt nennt, von vornen bis hinten; das ■f3"n sei von Unkraut und wildem Gestrüppe umwuchert, und ein Nebel umhülle das

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