Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1846)
- Date
- 1846-05-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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£6 Ganze — dieser Mohr nun kämpft jetzt in den Reihen der 77 Kr den Talmud und fitr die -eilige Dummheit, die von der Rabbinerversammlung etwas unglimpflich berührt wurden! O, wie gönne ich Euch, 77, diesen Helden! wie ist er Eurer und Ihr seiner so würdig! Man beschuldige deshalb Hrn. Mohr nicht der Inkonsequenz! Da würde man ihm Unrecht thun. Hr.Mohr ist sich in seinen Grundsätzen nie untreu geworden, weil er noch keine gehabt hat. Gestern hat er Michaelis, Eichhorn, Gesenius u. s. w. gelesen, da fällt er über Moses und die Propheten her und maffacrirt sie unbarmherzig; heute steht er Frankel, Rappoport u. s. w. gegen die Rabbinerversammlung in den Kampf ziehen, da hinkt er nach und bietet sich zum Schildknappen an, und er wird nicht ruhen, bis er Holdheim, Geiger u. s. w. zu Moses und die Propheten gelegt haben wird. Ehe fichs aber seine jetzige» Kampfesgenossen versehen, wird er sie selbst anfal- . len; es wird nur darauf ankommen, was für eine Lektüre der , Zufall ihm morgen in die Hände führt. — Dieses Schrechon.lie-- fert auch noch eine weitgeholte, gewagte Erklärung zu einer schwierigen Stelle Ü"D mro), die bei ihrer Heitschwkifigkeit nur. Dinge vorbringt, die auch Schulkindern bekannt find, Was' er ferner noch austischt, ist lauter geborgter Staat... So findet sich, was er von den Lokalen sagt, in miDDH HDPpP in miyn und in den Schriften Luzzato's. Was er über die Abthellungen in der h. Schrift vorbringt, stndet<esskh in Michaelis, Gesenius, Schlesinger, Bikure haitim N'Ä"p"D. Die- Erklä-" rungen einiger Verse, die er zum Vesten gibt,, beleg« nur-die. Behauptung, daß es nichts Neues unter der' Mnne gebe. Sie find Alle schon einmal da gewesen. So z..'B. dre^ErklKurg auf O"1 V'D N'pL") hat er, wie mir bekannt-äst ,*, von priem Brodper gehört (daselbst 56, 10 ft); Vaselbst X"' rft); stehe niM und Gesenius Commentar auf Zesaias. Ueber seine Erklärung des Wortes *]m Oft rPDT), siche An. aalen Nr. 49. Seine Erklärung der Phrase ('221 Hbri Her B«n D\"6n) ist Eigenthum des Salomon Maimon, inMeas. sef n"D"p"n. Man glaube mir aber die Versicherung, ohne weitere Belege, daß in dem ganzen Schreiben kein gescheidtes Wort ist, das sein Eigenthum wäre. Somit ist sein wirkliches Eigenthum an demselben leicht zu erkennen. So machen wir ihm sein Eigenthumsrecht an den vorgebrachten Gründen über die ursprüng. liche Bestimmung, daß die mündliche Lehre nicht niedergeschrieben werden dürfe, nicht im geringsten streitig. Es meint Hr. Mohr, es sollte deshalb nicht geschehen, weil Manches zum Niederschreibeo nicht geeignet sei; (wenn nur Hr. Mohr, so oft ihm die Lust zum Schreiben kömmt, dieses selbst beherzigte!) dann würde man das durch die Schrift Geborgene nicht mehr so sorgfältig dem Gedächtniß einprägen. Freilich, wer gegen die Rabbinerversammlung losziehen will, darf den wahren Grund nicht verrathen; daß nämlich die s-genannte mündliche Lehre deshalb durch die Schrift nicht verewigt werden sollte,, damit das Gesetz nicht länger lebe, als die Nothwendigkeit, die es hervorgerufen hat; damit eine jede zeitgemäß wirkende Rabbinerversammlung nicht sollte von Mohr's Vodek's und Consorten im Gewände der Religion angefallen werden können. Zum Lachen ist's, wie er seinen Freund, an den das Schreiben gerichtet ist und den er einen gar weisen Mann nennt, und der angefüllt sei mit allen Arten des Wissens D)n Dy wie klassisch! — fragen läßt nach dem Nutzen, den das Studium der Geschichte in den profanen Sprachen für den Israeliten haben könne?! Ein Mohr muß solche Freunde und Correspondenten haben, die bei Mohr, wohl gemerkt, bei Mohr, sich erst Raths erholen, über den Nutzen des Studiums der Geschichte in den profanen Sprachen. Q, ihr armseligen Tröpfe! — ' Ein Gedicht von 104 Stanzen, „der Frühling", von I. L. B. (G. M. Schon?) Einige Theile dieses großen Gedichtes find sehr gelungen; jedoch der grössere Theil ist matt und ohne poetischen Hauch. Es ist allerdings nicht zu verkennen, daß der ' Dichter schöne Anlagen hat; er mag aberden wohlmeinenden Wink » nicht übel nehmen, daß er künftig mit größerm Fleiße und mit strengerer Sorgfalt die kritische Feile an sein Werk anlege, ehe er es vem Publikum übergebe. Den Umstand, daß das Gedicht nur eine Uebertragung aus dem Deutschen ist, (der Früh, ling, von Kleist) hielt auch unser Z. L. R. für zu unwesentlich, um'es dem Publikum wissen zu lassen. — Ein Schreiben von Horwitz. Dieser Mann, der ganz unschuldig daran ist, wenn wir an die Unsterblichkeit der Seele glauben, hat auch in diesem Schreiben nichts für die Unsterblichkeit gethan. Es ist voller Unverstand und Aberwitz und verdient nicht, daß ein Wort darüber verloren werde. So auch sein Hintermann, Hirsch Bovek, ein Bruder deS Herausgebers, der ein Schreiben über „Traktat Abvt" bringt, ein ähnliches Machwerk und nur mit dem Unterschiede, daß Letz, terer auch seine ordinären Gedanken in einem Viehtreiber, hebräisch vorträgt. — Endlich kömmt zum Schluffe ein Gedicht von einem Anonymen. Wir fühlen uns nicht versucht, den Schleier seiner Anonymität von ihm abzuziehen. Möchte er nur für die Zukunft den Schleier auch über seine Gedichte ziehen! Das Resultat des Ganzen ist, daß diese Zeitschrift nicht allein das wahre Zeitbedürfniß nicht beftiedigt; sondern sie erreicht bei weitem nicht einmal die „Measfim" und „Bikure haittim". Denn auch abgesehen vom Inhalte, ist Alles, wenn wir die Bei. träge von Girondi, Reggio, Letteris, und zum Theil auch I die der Herausgeber, StreliSker und Goldberg ausnehmrn