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Der israelitische Volkslehrer · 1852-01-01 · Heft 1 (Januar 1852) · page 21

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 1 (Januar 1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Heine's hebräische Melodieen. 2t Und betäubet vom Gezanke Der Halacha, vmn Dispute lieber das fatale Ei, Das ein Huhn gelegt am Festtag, Oder über eine Frage Gleicher Jmportanz — der Knabe Floh alsdann sich zu erfrischen In die blühende Hagada, Wo die schönen alten Sagen, Engelmährcheu und Legenden, Stille Märtyrerhistorien, Festgesänge, Weisheitssprüche, So wuchs der Knabe Manne heran, eine Feuersäule zenskaravane Israels in der Ja, er ward ein großer Dichter, Absoluter Traumweltsherrscher Mit der Geisterkönigskrone, Ein Poet von Gottes Gnade, Der in heiligen Sirventen, - Madrigalen und Terzinen, Canzonetten und Ghaselen Ausgegossen alle Flammen Auch Hyperbeln, gar posfirlich, Alles aber glaubenskräftig. Glaubensglühend — O, das glänz Quoll und.sproß so überschwenglich — Und des Knaben edles Herze Ward ergriffen von der wilden, Abenteuerlichen Süße, Von der wundersamen Schmerzlust Und den fabelhaften Schauern Jener seligen Geheimwelt, Jener großen Offenbarung, Die wir nennen Poesie. liederkundig zum Jüngling, zum des Gesanges, welche der Schmer- Wüste des Eriks vorangezogen.! Seiner gottgeküßten Seele! Wahrlich ebenbürtig war Dieser Troubadour den besten Lautenschlägern der Provence, Poirous und der Guienne, Rousfillons und aller andern Süßen Pomeranzenlande Der galanten Christenheit. Gleich den christlichen Minnesängern hatte aber auch et seine Herzensdame, doch eine von ganz besonderer Art! Sie Prä fidirte nicht bei Turnieren , sie ertheilte keine Lorbeerkränze, sie dozirte nicht im Spruchcollegium eines Minnhofs — Jene, die der Rabbi liebte. War ein traurig armes Liebchen, Der Zerstörung Jammerbildniß, Uud sie hieß Jerusalem. Schon in frühen Kindestagen War sie seine ganze Liebe; Sein Gemüthe machte beben Schon das Wort Jerusalem. Purpurflamme auf der Wange, Stand der Knabe, und er horchte, Wenn ein Pilger nach Toledo Kam aus fernem Morgenlande Und erzählte: wie verödet Und verunreint jetzt die Stätte, Wo am Boden noch die Lichtspur Von dem Fuße der Propheten — Mit glühender Sehnsucht hörte er diese Pilgersagen, wie die grauen Trümmer aus Zions edler Höhe, wo die. goldene Beste ragte, so schmerzhaft traurig anzusehen seien, daß man glauben

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