Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Bücherschau. 5 eine vollendete Gestalt ganz und mit Einem Male aus dem Haupte ihres obersten Gottes entspringen lassen. So sind die Schöpfungen des eingeborenen Genius! Heine, von dem wir nie vernommen, daß er im Talmud besonders gewandt und belehrt sei, gibt uns in der originellen Biographie des spanischen Dichters, woraus wir, hoffentlich von unseren Lesern dankbar begrüßt, einige Auszüge mittheilen wollen, eine so meisterhaste, treffende Definition und Schilderung, der beiden Hauptbestandtheile des Talmuds, der Halacha (Gesetzauslegung), und der HagWä (homiletischen Erklärung), daß Jeder, wer nur den Talmud kennt, ausrufen muß: so i>?s! er hat's getroffen! — Er spricht nämlich von der religiösen Erziehung Juda Halevi's: Lctztre aber, die Hagada, Will ich einen Garten nennen,- Einen Garten hochphantastisch Und vergleichbar jenem andern, Ja, frühzeitig hat der Vater Ihn geleitet zu dem Talmud, Und da hat er ihm erschlossen Die Halacha, diese große F e ch t e r sch u l e, wo die besten Dialektischen Athleten Babylons und Pumpedithas Ihre Kämpferspiele trieben. Lernen konnte hier der Knabe Alle Künste der Polemik; Seine Meisterschaft bezeugte Späterhin das Buch Cosari. Doch der Himmel gießt herunter Zwei verschiedne Sorten Lichtes: Grelles Tageslicht der Sonne Und das mildre Mondlicht — Also, Also leuchtet auch der Talmud Zwiefach, und man theilt ihn ein In Halacha und Hagada. Erstre nannt' ich eine Fechtschul' — Welcher ebenfalls dem Boden Babylons entsprossen weiland — Garten der Semiramis, Achtes Wunderwerk der Welt.... .. Hoch auf colossalen Säulen Prangten Palmen und Cypressen, Goldorangen, Blumenbeete, Marmorbilder, auch Springbrunnen, Altes klug und fest verbunden Durch unzählige Hänge»Vrücken, Die wie Schlingepflanzen aussahn, Und worauf stch Vögel wiegten. . . . . Die Hagada ist ein Garten Solcher Luftkindgrillen-Art, Und der junge Talmudfchüler, Wenn sein Herze war bestäubet Dieses ist ein religionsphilosophisches Werk, worin Juda Halevi einen jüdischen Gelehrten austreten läßt, der in einem Dialoge mit dem Konig der Chazaren die Wahrheiten des Judenthums auseinander setzt, so daß der König und sein Volk das letztere annehmen. Das Werk ist arabisch geschrieben und später ins Hebräische übersetzt, — Die jüdischen PHilo sophen jener Zeit schrieben gewöhnlich arabisch, die D i cht er, zur Rettung der heil. Sprache, hebräisch.— Anm. d. Herausg.