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Der israelitische Volkslehrer · 1852-01-01 · Heft 1 (Januar 1852) · page 10

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 1 (Januar 1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Pie Religion vor dem göttlichen Vorbilde in sich selbst trauernd sein Auge senke! Nein! Auch die äußere Erscheinung des Menschen soll durch die Religion eine freundliche, heitere und erheiternde werden, daß die Sonne, die sein Herz erwärmt, auch sein Antlitz erleuchte, und Alles, was er thue und rede, das Siegel der Anmuth an sich trage, der Ausdruck inneren Friedens und Wohlgefühls sei. Wie Moses Antlitz strahlte, da er in die Nähe des Allerleuchtenden gekommen war, also, je näher wir dem Höchsten durch die Erkenntniß kommen, je mehr das Heilige und Göttliche uns durchdringt, innerlich heiligt: desto klarer werde unser Auge, desto heiterer strahle unsere freie Stirne. Wie von Saul der finstere Geist des Unmuths wich, als David seine Lieder spielte, also, wenn wir die göttlichen Harfentöne der Religion vernehmen, weiche von uns der Finsterblick, und freudig stnge unser Herz in's Leben hinein. — Und in der That, m. Z., war mir das immer ein Beweis, wie das Recht und die Wahrheit auf dem Gebiete der Religion bei den Freunden des Lichtes und der Aufklärung sei, nicht bei denen, welche der Vernunft und dem Lichte scheu aus dem Wege gehen, daß überall ein finsteres Religionswesen seine Anhänger mit einem Scheine des Düsteren und Trübseligen umgebe, und namentlich bei uns Israeliten jener ganzen alten ReligioAsverfassung die Ordnung und Klarheit, die Anmuth und Schönheit abhanden gekommen ist, die in der Religion wie draußen in der Natur ein Zeugniß von Gott find; " jN' Anmuth gibt der Ewige. — Ja, Gott will den Menschen froh und heiter haben! Allein damit die Freude ihn nicht auf Abwegen zum Abgrunde des Verderbens führe, darum eben ist ihm die Religion als Begleiterinn verliehen, seine Freude zu heiligen, wenn er im Sonnenblicke des Glückes wandelt, in den Mühen des Lebens aber ihm jene innere Freudigkeit zu bewahren, die sich wieder in der äußerlich freundlichen Erscheinung eines wahrhaft frommen Menschen abspiegelt. Religion im Bunde mit d e r Vernunft läutert und verklärt, bringt Heil und Freude, sie erheitert unser Antlitz.

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