Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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im Bunde mit der Vernunft. 1t 4. Und erhebt den ganzen Menschen.— „Und Ehre gibt der Ewige"; das ist das Vierte, was der heilige Sänger zur Verherrlichung des religiösen Lebens anführt, das ihn so innig und ganz durchdringt. Diese Ehre aber kann der heilige Mann nicht so genommen haben, daß darunter äußerliche Ehrbezeigungen, Schmeicheleien, Lobeserhebungen zu verstehen seien, welche der reiche Mann oft ärndtet, ohne vorher das Gute gesäet zu haben. Auf jene Ehre legt die heilige Schrift keinen Werth; auf den äußerlichen „Tokoä«, auf die eitle Auszeichnung, deren ehrgeiziges Anstreben oft Menschen und Gemeinden trennt, legt derjenige „Fromme", welcher diesen höchsten Ehrennamen wirklich verdient, kein Gewicht; und es läßt sich auch von dieser äußerlichen Ehre nicht sagen, daß Gott sie gibt, denn Gott verwirft sie gar oft, weil sie von den Menschen nicht selten an Unwürdige gespendet wird. Die Ehre, von welcher der Psalmist spricht, d i e Ehre, welche Gott verleiht, das ist die W ü rd e, welche alle Aeußerungen des wahren Frommen bezeichnet, die von ihm auf feine Handlungen, von seinen Handlungen auf ihn übergeht, und ihm den freiwilligen Zoll jener Liebe und Hochachtung erwirbt, welche von der Schmeichelei so weit entfernt ist, als das ächte Gold von dem falschen Flitter. Und diese höhere Ehre, dieser Zoll allgemeiner Achtung und Anerkennung ist nicht zu erlangen durch eine nur im Aeußerlichen sich bewährende Frömmigkeit, nicht durch die pünktlichste Uebung von Tausenden religiöser Uebungen und Förmlichkeiten, aber wohl durch pünktliche Uebung all jener heiligen Pflichten, wodurch nach der Uebereinstimmung aller Religionen ein ächter Mensch seinen inneren Werth und sein Durchdrungensein von Gott und seinem heiligen Willen lebendig bethätigt! Die Uebung der religiösen Gebräuche bis zu den kleinsten Kleinlichkeiten herab kann nur Ehre erwerben bei einem Theile der Glaubensgenossen, höchstens bei einer einzelnen Religionsgemeinde, denn die übrige Menschheit findet eine große Summe jener Gebräuche gleichgültig oder wunderlich. Es muß denn doch in den heiligen Geboten der Sittlichkeit, der Gerechtigkeit und Liebe, der Schwerpunkt der Religion liegen, weil sie den Menschen überall erheben, ihm Achtung und Würde